Donald Trump: China-Besuch war "eine absolute Peinlichkeit - Kritiker zerpflücken "The Don"

Statt konkreter Entscheidungen gab es Eigenlob: Donald Trump spricht nach seinem Treffen mit Xi Jinping in Peking von einem "Erfolg". Kritiker sehen es anders und sprechen von einer Blamage für die USA. 

Von news.de Redakteurin - Uhr

Donald Trump verbucht sein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping als Erfolg. (Foto) Suche
Donald Trump verbucht sein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping als Erfolg. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Donald Trump spricht nach seinem China-Besuch von "Erfolg"
  • Kritiker sehen das Treffen mit Xi Jinping als Blamage für die USA
  • Konflikte zwischen den USA und China nicht gelöst

Donald Trump hat nach seinem Besuch in Peking Bilanz gezogen. Der US-Präsident sprach von einem großen "Erfolg". Doch die Realität sieht anders aus. Der US-Präsident kann nichts Konkretes vorweisen. Für Kritiker steht fest: Er hat die USA blamiert.

Donald Trump schwärmt von erfolgreichem Treffen mit Xi Jinping

Nach seinem Rückflug nach Washington sprach Trump vor dem Weißen Haus davon, in China "großartige Abkommen gemacht" zu haben– darunter Handelsabkommen, berichtete der Account des Weißen Hauses "Rapid Response" auf der Plattform X. Konkrete Beispiele nannte er nicht. Dafür wiederholte er sein Eigenlob. "Viele Dinge sind passiert, und ihr werdet davon hören — aber das war ein enormer Erfolg. Ich denke, es war wirklich ein historischer Moment."

Trump liefert "Schleimerei" statt konkreter Ergebnisse

Damit zeichnet Trump weiterhin das Bild, das er bereits in China vermittelte. Dort sprach er wohlwollend über den chinesischen Staatschef Xi Jinping als seinen "Freund". Das Treffen war geprägt von endlosen "Lobeshymnen und Schleimereien" von Trumps Seite aus, bemerken seine Kritiker Es war eher ein symbolisches Treffen als eines mit einem ergebnisorientierten Ausgang. Das bemerkte auch der Kanal "Republicans Against Trump" in einem Beitrag auf der Plattform X. "Trump hat den USA bei seinem Besuch in China nichts eingebracht, außer dass China versprach, einige Boeing-Flugzeuge zu kaufen, weniger als erwartet", schreibt der Account. Trump sprach von mehr als 200 Boeings, die China kaufen will. 

China-Besuch des US-Präsidenten für Kritiker "fehlgeschlagen"

Zum Iran-Krieg sagen China und die USA kaum etwas. Außenminister Marco Rubio drängte das kommunistische Land dazu, Teheran mehr unter Druck zu setzen. "Wenn alle Volkswirtschaften auf der Welt wegen dieser Krise zusammenbrechen, werden sie weniger chinesische Produkte kaufen", zitiert die "Tagesschau" Rubio. Er fügte hinzu: "Es liegt also im Interesse der Chinesen, diese Krise zu lösen. Wir hoffen, sie davon überzeugen zu können, eine aktivere Rolle dabei zu übernehmen." Für den Trump-kritischen Account ein eindeutiges Zeichen. "Trump ist **FEHLGESCHLAGEN**, China davon zu überzeugen, Iran zum Wiederöffnen der Straße von Hormus zu drängen."

Nach US-Angaben waren sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse. Xi habe sich gegen eine Militarisierung der Straße und gegen Gebühren für die Durchfahrt ausgesprochen. Außerdem habe er Interesse am Kauf von mehr US-Öl signalisiert, hieß es.

Mahnung vor der Taiwan

Der Account mahnte eindringlich: "China wird immer stärker, immer dreister in Bezug auf Taiwan und global mächtiger, während Trump sich mit langjährigen Verbündeten der USA anlegt." Taiwan war Gesprächsthema zwischen den beiden Staatschefs. Xi Jinping warnte die USA bei dieser Frage eindringlich. Werde sie falsch gehandhabt, könnten beide Länder in einen Konflikt geraten. Die US-Seite erwähnte Taiwan in ihrer ersten Information zu dem Treffen dagegen gar nicht. Trump machte keine konkreten Zusagen. Trump sagte weder einen in der Schwebe hängenden Rüstungsverkauf im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zu - er stellte lediglich eine Entscheidung dazu in Aussicht. Er beantwortete auch nicht, ob die USA Taiwan verteidigen würden. China lehnt US-Waffenlieferungen an Taiwan ab.

 

"Völliger Reinfall" - Trump blamiert die USA?

Abschließend bezeichnet der Account das Ergebnis als "eine absolute Peinlichkeit für die Vereinigten Staaten." Viele Kommentatoren sehen es ähnlich. "Donald versuchte es bei Xi mit der Methode, ihm das Ego zu streicheln, und vergaß dabei, dass nicht jeder genau denselben psychologischen Bauplan hat wie er", schreibt ein Nutzer. Einige zeigen sich ob Trumps Reaktion verwundert, weil er sich sonst anders verhalten würde. "Normalerweise lügt Trump, um sich falsche Erfolge auszudenken! Er muss müde sein! Armer alter Mann", meint ein User. "Er war kein Experte in den Bereichen Kriegsführung, Medizin, Bildung oder Wirtschaft. Das Einzige, was für ihn sprach, war sein Verhandlungsgeschick, und selbst das beherrschte er nicht richtig. Wie sagt man höflich 'völliger Reinfall'", heißt es in einem weiteren Kommentar.

Probleme wie Taiwan, Iran oder Zölle bleiben bestehen. Die Öffentlichkeit bekam das nicht gezeigt. Sie sah zwei Regierungschefs, die sich als Partner gaben. Das Treffen endet mit Möglichkeiten statt gesetzten Zielen. Die Zukunft wird zeigen, wie die beiden Großmächte auf der politischen Bühne zusammenarbeiten oder doch Rivalen bleiben.

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/news.de/dpa

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