Donald Trump: "Wir können alles in zwei Tagen lahmlegen" - Trump verteidigt Iran-Kurs

Donald Trump bleibt im Iran-Konflikt bei seiner harten Linie. In einem Interview weist der US-Präsident jede Fehleinschätzung zurück und macht zugleich eine drastische Ansage über das militärische Potenzial der Vereinigten Staaten.

Von news.de Redakteurin - Uhr

US-Präsident Donald Trump winkt, als er am Beijing Capital International Airport in die Air Force One einsteigt. (Foto) Suche
US-Präsident Donald Trump winkt, als er am Beijing Capital International Airport in die Air Force One einsteigt. Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa/dpa
  • Donald Trump weist Kritik an seiner Iran-Strategie entschieden zurück
  • Der Präsident betont das enorme Zerstörungspotenzial der USA
  • In sozialen Medien sorgen seine Aussagen für heftige Debatten

Donald Trump weist jede Kritik an seiner Strategie im Iran-Konflikt entschieden zurück. In einem Interview mit Fox News reagierte der US-Präsident deutlich auf die Frage, ob er die Widerstandsfähigkeit des Irans falsch eingeschätzt habe. "Ich habe nichts unterschätzt", erklärte Trump. Zugleich betonte er, dass die amerikanischen Streitkräfte den Iran "unglaublich hart" getroffen hätten.

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Iran-Krieg dauert deutlich länger als geplant – Donald Trump weist Kritik zurück

Im Interview mit "Fox News" machte Trump deutlich, welches Zerstörungspotenzial die USA bewusst nicht ausgeschöpft hätten. Die Ölförderanlagen auf der strategisch wichtigen Insel Kharg seien weitgehend verschont worden – mit Ausnahme gezielter Angriffe, bei denen jedoch die Ventile für den Ölexport intakt blieben. "Wir haben ihre Brücken stehen lassen. Wir haben ihre Stromkapazität gelassen", sagte Trump. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Vereinigten Staaten jederzeit deutlich härter vorgehen könnten. "Wir können das alles in zwei Tagen lahmlegen", erklärte Trump.

Die Aussagen fallen in einer Phase wachsender Unsicherheit rund um den Konflikt. Zu Beginn des gemeinsam mit Israel geführten Militäreinsatzes hatte die US-Regierung noch von einer vergleichsweise kurzen Dauer gesprochen. Der Krieg zieht sich inzwischen jedoch deutlich länger hin als ursprünglich angekündigt. Zu Kriegsbeginn Ende Februar hatte Washington einen Einsatz von vier bis sechs Wochen in Aussicht gestellt. Mittlerweile ist der Konflikt weit über diesen Zeitrahmen hinausgewachsen. Zwar besteht seit Anfang April eine Waffenruhe, doch die Lage gilt weiterhin als instabil.

Vor seiner Reise nach China hatte Trump selbst eingeräumt, dass die Waffenruhe "am seidenen Faden" hänge. Die Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte richteten sich zuletzt auch auf Gespräche mit der chinesischen Führung. China gilt als wichtiger Partner Teherans. Ob die Reise tatsächlich Bewegung in den Konflikt bringt, bleibt bislang offen.

Im Interview sprach Trump auch über mögliche Ziele weiterer Angriffe. So seien wichtige iranische Ölanlagen bislang weitgehend verschont geblieben. Die USA hätten sich bewusst zurückgehalten und nur gezielte Maßnahmen durchgeführt. Kritiker warnen allerdings davor, dass eine weitere Eskalation dramatische Folgen für die gesamte Region haben könnte – insbesondere mit Blick auf die strategisch wichtige Straße von Hormus.

Heftige Reaktionen auf Trump-Interview

Die Reaktionen auf das Fox-News-Interview fallen in den sozialen Medien denkbar unterschiedlich aus. Unterstützer feiern das entschlossene Vorgehen: "Trump hat recht. Wir haben endlich Stärke gezeigt", schreibt ein Nutzer auf X, der angibt, als Veteran in der Region gedient zu haben. Der Iran habe echte Konsequenzen für seine ständige Aggression verdient. Kritiker hingegen sparen nicht mit Häme. Ein Nutzer vergleicht Trump mit einem betrunkenen Schiffskapitän, der einen Eisberg gerammt habe und sich weigere, seinen Fehler einzugestehen. Andere bezweifeln grundsätzlich den Erfolg der Militäroperation: "Wir haben sie hart getroffen, aber offensichtlich funktioniert es nicht, sie einfach zu bombardieren." Besonders die Kontrolle des Irans über die Straße von Hormus sowie Angriffe auf US-Stützpunkte werden Trump als Fehlkalkulation angelastet.

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/news.de/dpa

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