Donald Trump in China: Xi Jinping warnte vor Konflikt - plötzlich schweigt er vor laufender Kamera

Donald Trump zeigte sich beim Treffen mit Xi Jinping äußerst wortkarg. Eine Reporterfrage zu Taiwan beantwortete er nicht. Währenddessen warnt der chinesische Staatschef den US-Präsidenten vor einem möglichen Konflikt zwischen den Supermächten.

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Donald Trump zeigte sich am ersten Tag seines China-Besuchs eher zurückhaltend. (Foto) Suche
Donald Trump zeigte sich am ersten Tag seines China-Besuchs eher zurückhaltend. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Maxim Shemetov
  • Donald Trump wirkte neben Xi Jinping eher zurückhaltend
  • Chinas Staatschef warnt US-Präsidenten vor Meinungsverschiedenheiten wegen Taiwan
  • Trump will Waffenlieferungen an Taiwan künftig mit Xi besprechen
  • Republikaner fordern von Trump Haltung

US-Präsident Donald Trump ist am Mittwochabend (13. Mai) mit einer hochrangigen Delegation in der chinesischen Hauptstadt eingetroffen. Neben führenden Regierungsvertretern begleiteten ihn auch mehrere Vorstandschefs aus dem Silicon Valley zu den Gesprächen mit Staatschef Xi Jinping. Der Empfang am Donnerstag fiel pompös aus: Roter Teppich, Kanonensalut, eine Ehrengarde und Kinder mit Fähnchen erwarteten den amerikanischen Präsidenten am Flughafen und vor der Großen Halle des Volkes. Xi begrüßte seinen Gast persönlich. Beobachtern fiel auf, dass sich der US-Präsident sehr zurückhielt.

Donald Trump in China: US-Präsident neben Xi Jinping auffällig wortkarg

Die beiden Staatschefs setzen sich für erste Gespräche zusammen. Nach rund zwei Stunden und 15 Minuten endete die erste Gesprächsrunde. Was folgte, überraschte Beobachter: Am Himmelstempel von Beijing zeigte sich Trump ungewöhnlich wortkarg. Auf die Frage nach dem Verlauf der Gespräche antwortete er ohne jede Regung: "Es ist großartig – ein großartiger Ort. Unglaublich. China ist wunderschön." Xi schwieg, Trump sagte nichts weiter. Als ein Reporter noch eine Frage zu Taiwan stellen wollte, bedankten sich beide Staatschefs und verschwanden im Tempel, wie in einem Video zu sehen ist.

CNN-Reporterin Betsy Klein bezeichnete das Auftreten des Präsidenten als "ungewöhnlich zurückhaltend". Normalerweise habe Trump zu solchen Themen immer etwas zu sagen. In der vergangenen Woche sei er bei öffentlichen Auftritten regelmäßig vom Skript abgewichen. Diesmal machte er offenbar deutlich, dass er sich als Xis Gast versteht. Vielleicht hielt sich der Republikaner wegen Taiwan zurück.

Chinas Staatschef warnt USA vor Konflikt wegen Taiwan

Nach dem Treffen berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf chinesische Staatsmedien, dass Xi seinen amerikanischen Gast eindringlich gewarnt habe: Die Meinungsverschiedenheiten über Taiwan könnten die beiden Großmächte in einen Konflikt führen. Im Zentrum der Spannungen steht ein geplanter US-Waffenverkauf an Taiwan im Umfang von 14 Milliarden Dollar. Der Kongress hat das Geschäft bereits genehmigt, doch Trump hat die formelle Umsetzung bislang nicht vorangetrieben. Vor seiner Abreise nach Peking hatte er allerdings angekündigt, künftige Waffenlieferungen an Taiwan mit Xi besprechen zu wollen.

Senatoren fordern von Trump deutliche Einstellung bei Taiwan

Noch vor Trumps Abflug nach China wandte sich eine überparteiliche Gruppe von Senatoren mit einem Schreiben an den Präsidenten. Sechs Demokraten und zwei Republikaner mahnten die Regierung, unmissverständlich klarzustellen, dass die amerikanische Unterstützung für Taiwan "unantastbar" sei. "Sie können Peking deutlich machen, dass die Unterstützung Amerikas für Taiwan nicht zur Verhandlungsmasse gehört, während Sie versuchen, die wirtschaftlichen Bedingungen anzugleichen", heißt es in dem Brief.

Sollte Trump künftige Waffengeschäfte mit Taiwan tatsächlich mit der chinesischen Führung abstimmen, würde dies einen jahrzehntelangen Grundsatz aufgeben. Seit Präsident Ronald Reagan gilt, dass Washington Peking bei solchen Entscheidungen nicht konsultiert.

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