Straße von Hormus blockiert: Experten schlagen wegen drohender Preisexplosion Alarm
Die Ölkrise dauert an. Die Straße von Hormus ist blockiert. Die Ölreserven sollen schrumpfen. Jetzt zeigen sich Experten alarmiert. Sie rechnen mit einem drastischen Preisanstieg für Erdöl.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Ölreserven schrumpfen
- Der Preis für Rohöl der Sorte Brent könnte wegen des Iran-Kriegs auf bis zu 200 Dollar steigen
- Verbraucher zahlen die Erhöhung, Ölkonzerne kassieren
Donald Trumps angeordneter Krieg im Iran könnte der Weltwirtschaft einen beispiellosen Ölschock zumuten. Durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus infolge des von US-Präsident Donald Trump angeordneten Iran-Kriegs droht der Preis für Rohöl der Sorte Brent auf bis zu 200 Dollar pro Barrel zu klettern. Was bedeutet das für Verbraucher?
Weltweite Ölreserven schwinden dank Donald Trumps Iran-Krieg: Rekordpreise drohen
Die weltweiten Lagerbestände und freigegebenen Notreserven konnten den Preisanstieg bislang abfedern. Doch dieser Schutz schwindet rapide. Ben Cahill, Energieexperte beim Atlantic Council, schlägt Alarm: "Die Puffer am Ölmarkt sind in den vergangenen 70 Tagen fast aufgebraucht worden", erklärte er gegenüber "Bild".
Die Zahlen der Internationalen Energieagentur untermauern diese Warnung. Laut ihrem Mai-Bericht sanken die weltweiten Ölbestände im März um 129 Millionen Barrel, im April folgten weitere 117 Millionen Barrel. Insgesamt ein Rückgang von 246 Millionen Barrel in nur zwei Monaten. Cahills eindringliche Mahnung: "Das könne laut Cahill nur für "eine begrenzte Zeit so weitergehen".
Hintergund zum aktuellen Ölpreis
Die Ölpreise sind nach der jüngsten Beruhigung wieder gestiegen. Die Notierungen haben sich auf Wochensicht deutlich verteuert, da die für den Ölhandel entscheidende Straße von Hormus faktisch geschlossen bleibt. Die Nordseesorte Brent ist bis auf rund 107 US-Dollar je Barrel gestiegen und liegt damit im Wochenverlauf etwa sechs Prozent im Plus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli war zuletzt um gut 1,3 Prozent teurer und kostete 107,14 US-Dollar. Am Markt stehen die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen den USA und China im Fokus.
Vor Ausbruch des Konflikts passierten täglich etwa 20 Millionen Barrel die strategisch wichtige Meerenge. Aktuell gelangen nur noch rund 800.000 Barrel durch das Nadelöhr. Die saudische Ost-West-Pipeline zum Roten Meer mit einer Kapazität von sieben Millionen Barrel täglich kann den Ausfall nicht kompensieren. Es bleibt eine massive Versorgungslücke von etwa 12,2 Millionen Barrel pro Tag.
Verbraucher zahlen den Preisschock
Für Autofahrer und Reisende wird die Krise bereits spürbar teuer. In den USA sind die Benzinpreise seit Kriegsbeginn um rund 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Doch das könnte erst der Anfang sein.
Autor Michael Fitzsimmons ("Seeking Alpha") sieht eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, dass Brent-Öl die 200-Dollar-Marke erreicht, bevor die Krise endet. "MarketWatch" spricht bereits von einer drohenden "Katastrophe für die Weltwirtschaft". Analysten befürchten eine regelrechte Klippe: explodierende Preise, Lieferengpässe und chaotische Zustände im Flugverkehr – ausgerechnet zur bevorstehenden Sommerreisezeit.
Ölgiganten als große Krisengewinner
Während Verbraucher unter den Preissprüngen leiden, stehen die großen US-Ölkonzerne wie Chevron vor Rekordprofiten. Der Investorendienst "Seeking Alpha" prognostiziert sogar den größten Öl-Bullenmarkt aller Zeiten. Die Konzerne haben einen entscheidenden Vorteil: Ihre Fördergebiete liegen weitgehend außerhalb der Krisenregion. Sie pumpen Öl im texanischen Permian Basin, in Guyana, Venezuela und Alaska. Dabei kassieren sie trotzdem ab.
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bos/news.de/dpa/stg
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