Wladimir Putin: Angst vor Attentat wächst - jetzt verbietet Putin sogar Armbanduhren bei Treffen

Wladimir Putin verschärft offenbar aus Angst vor Attentaten seine Sicherheitsmaßnahmen drastisch. Bei persönlichen Treffen müssen Beamte inzwischen sogar ihre Armbanduhren ablegen. Beobachter sprechen von wachsender Paranoia im Kreml und spekulieren über Angst vor Drohnenangriffen und einem möglichen Putsch.

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Wladimir Putin hat offenbar Angst vor möglichen Attentaten. (Foto) Suche
Wladimir Putin hat offenbar Angst vor möglichen Attentaten. Bild: picture alliance/dpa/Pool EPA/AP | Maxim Shipenkov
  • Putin lässt Besucher bei Treffen inzwischen auch ihre Uhren ablegen
  • Hintergrund sollen Sicherheitsängste und Furcht vor Attentaten sein
  • Kreml-Beobachter berichten von wachsender Nervosität im Machtapparat

Wladimir Putin treibt seine Sicherheitsvorkehrungen auf die Spitze: Seit Mitte April müssen Beamte bei Einzelgesprächen mit dem russischen Präsidenten ihre Armbanduhren ablegen. Der 73-Jährige fürchtet offenbar, dass Zeitmesser als getarnte Waffen eingesetzt werden könnten – ganz im Stil von James-Bond-Filmen.

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Putins Gäste erscheinen plötzlich ohne Uhren

Die neue Regelung fiel bei mehreren hochrangigen Treffen auf. So erschienen der Gouverneur der Region Tambow, Jewgeni Perwyschow, und sein Amtskollege aus Mordowien, Artjom Sdunow, ohne ihre üblichen Uhren vor Putin. Auch KamAZ-Chef Sergej Kogogin legte seinen Zeitmesser ab, obwohl er bei einem Treffen mit Premierminister Michail Mischustin kurz zuvor noch eine Uhr getragen hatte. "Handys sind schon lange verboten, jetzt kommen Uhren dazu – sowohl elektronische als auch mechanische", berichtete eine Quelle dem russischen Portal "We Can Explain".

Das Uhrenverbot reiht sich in eine ganze Serie von Restriktionen ein. Bereits seit längerem dürfen Besucher keine Mobiltelefone, Tablets oder Laptops zu Audienzen beim Kremlchef mitbringen. Die Maßnahmen deuten auf ein tiefes Misstrauen gegenüber Beamten hin, die Putin selbst in ihre Ämter berufen hat.

Beobachter spekulieren zudem über einen weiteren möglichen Grund für das Uhrenverbot: Der Kreml könnte verhindern wollen, dass Zeitstempel auf Fotos und Videos erkennbar sind. Hintergrund sind Berichte, wonach manche Treffen Putins vorab aufgezeichnet und erst später ausgestrahlt werden. Ohne sichtbare Uhren lassen sich solche Aufnahmen schwerer zeitlich einordnen – ein praktischer Nebeneffekt der neuen Sicherheitsvorschrift.

Angst vor Putsch und Drohnenangriffen

Hinter den verschärften Sicherheitsmaßnahmen steckt offenbar mehr als nur Vorsicht. Laut einem anonymen europäischen Geheimdienst fürchtet der Kreml einen internen Umsturzversuch, der möglicherweise mit dem früheren Verteidigungsminister Sergei Schoigu in Verbindung stehen könnte, wie der "Daily Star" berichtet.

Seit Anfang März sorge sich Putin zudem verstärkt vor dem Durchsickern sensibler Informationen, heißt es in einem Bericht von "Important Stories". Der russische Präsident befürchte insbesondere, dass Mitglieder der politischen Elite Drohnen für ein mögliches Attentat einsetzen könnten. Diese Ängste haben konkrete Konsequenzen: Putin meidet inzwischen seine bevorzugten Paläste, da er Drohnenangriffe auf diese Residenzen befürchtet. "Putin hat körperlich Angst um sein Leben, weil ukrainische Drohnen ihre Fähigkeit zu überraschenden Angriffen demonstriert haben", erklärte der Kreml-Kritiker und Geschäftsmann Michail Chodorkowski.

Ausnahmen für den engsten Kreis des Kremlchefs

Die strengen Regeln gelten allerdings nicht für alle gleichermaßen. Sergej Tschemesow, der 73-jährige Chef des Rüstungskonzerns Rostec und ehemaliger KGB-Kollege Putins, durfte bei einem kürzlichen Vier-Augen-Gespräch seine Uhr behalten. Die beiden verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft. Auch Putin selbst hält sich nicht immer an seine eigenen Vorgaben. Bei einem Treffen mit dem tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow Anfang dieser Woche trug der Kremlchef eine Armbanduhr. Russische Medien bezeichneten dies als "peinlichen Ausrutscher". In der Fernsehübertragung eines anderen Treffens war zu beobachten, wie Putin seine linke Hand über das rechte Handgelenk legte – offenbar um das Zifferblatt zu verdecken.

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