Donald Trump: "The Don" blamiert sich mit Umfrage-Prahlerei bis auf die Knochen
Mit einem Umfrageergebnis wollte Donald Trump lautstark Unterstützung für seinen Iran-Krieg demonstrieren – und übersah dabei ein winziges Detail, das die Prahlerei des US-Präsidenten ad absurdum führte und "The Don" der Lächerlichkeit preisgab.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump blamiert sich mit "Truth Social"-Post bis auf die Knochen
- US-Präsident will Iran-Krieg mit veralteter Umfrage rechtfertigen
- "The Don" übersieht winziges Detail, das seine Argumentation zusammenfallen lässt
Das war wohl ein Satz mit x für Donald Trump: In einer seiner berühmt-berüchtigten Social-Media-Tiraden tobte sich der US-Präsident erneut auf seiner eigenen Plattform "Truth Social" aus und versuchte auf Biegen und Brechen, seinen Ende Februar 2026 entfesselten Krieg im Iran zu rechtfertigen. Der Schuss ging jedoch lehrbuchreif nach hinten los, was "The Daily Beast" einen eigenen Beitrag wert war.
Donald Trump will Iran-Krieg rechtfertigen - und setzt sich in die Nesseln
Der US-Präsident wollte am 9. Mai mit einem vermeintlich wichtigen Beitrag auf Truth Social die Unterstützung für seinen Iran-Krieg stärken und teilte dafür einen Artikel mit Umfragedaten, der bereits vom 10. April stammte und damit mehrere Wochen alt war."This is where our Nation stands!!!" – so steht unsere Nation da – schrieb der 79-Jährige zu dem Beitrag. Dabei übersah er offenbar ein entscheidendes Detail: Die von ihm geteilte Napolitan-News-Umfrage enthielt zwar Zahlen, die seine Position zu stützen schienen, stufte den Krieg in ihrer Kernaussage jedoch als "sehr unpopulär" ein.
Seit der Veröffentlichung der Daten haben sich die Lage im Konflikt und die steigenden Benzinpreise weiter verschärft – beides Faktoren, die die öffentliche Unzufriedenheit zusätzlich angeheizt haben.
"The Don" macht sich mit Iran-Post zum Gespött - Umfragewerte widerlegen Trumps Intention
Der von Donald Trump geteilte Artikel hob lediglich zwei Zahlen aus der Napolitan-News-Erhebung hervor: 53 Prozent der US-Wähler gaben an, die Verhinderung einer iranischen Atombombe sei wichtiger als ein Ende des Konflikts. Zudem meinten 60 Prozent, dieses Ziel habe Vorrang vor stabilen Energiepreisen. Was der 79-jährige Präsident dabei anscheinend übersah: Dieselbe Umfrage kam zu dem Schluss, dass der Iran-Krieg "sehr unpopulär" bleibt. Nur 39 Prozent der Befragten sprachen sich für den Militäreinsatz aus, während 54 Prozent ihn ablehnten. Trump hatte den Beitrag offensichtlich nicht sorgfältig gelesen, bevor er ihn mit großer Geste als bedeutsame Nachricht präsentierte, berichtet "The Daily Beast".
Umfragen belegen Trump-Widerstand: US-Bevölkerung lehnt Iran-Krieg rundheraus ab
Die aktuellen Zahlen zeichnen ein noch düstereres Bild für das Weiße Haus. Laut einer neuen Umfrage von Washington Post, ABC News und Ipsos sind mittlerweile 61 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass der Militäreinsatz gegen den Iran ein Fehler war. Diese Ablehnungsrate entspricht dem Widerstand gegen den Vietnamkrieg in den frühen 1970er Jahren.
Doch der veraltete Umfrage-Post war nicht Trumps einziger Patzer in dieser Woche. Bei einem frühmorgendlichen Posting-Marathon am Freitag verglich der Präsident die Dauer des Iran-Konflikts mit anderen Kriegen – und veröffentlichte dabei eine Grafik, die den Krieg mit sechs Wochen angab. Tatsächlich dauert er bereits mehr als zehn Wochen an.
Nervosität im Weißen Haus wächst: Werden die Zwischenwahlen für Trump zum Debakel?
Im engsten Kreis des republikanischen Präsidenten wächst die Nervosität. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" vom 7. Mai machen sich Trumps Berater zunehmend Sorgen über die möglichen Folgen des Konflikts für die Republikaner bei den Midterm-Wahlen im November – sofern der Krieg nicht bald endet.
Trump selbst verteidigt das militärische Engagement weiterhin und begründet es mit der Notwendigkeit, den Iran am Erwerb von Massenvernichtungswaffen zu hindern. Zuletzt erklärte er gegenüber PBS, der Krieg habe "eine sehr gute Chance zu enden, und wenn er nicht endet, müssen wir wieder anfangen, sie in Grund und Boden zu bomben." Die Blockade der Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird – hat die Preise weltweit in die Höhe getrieben und Trumps Zustimmungswerte weiter sinken lassen.
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loc/news.de/stg
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