Friedrich Merz attackiert Donald Trump: "Ganze Nation wird gedemütigt" - Kanzler mit scharfer Kritik zum Iran-Krieg

Friedrich Merz hat deutliche Kritik an Donald Trump geübt. Der Kanzler wirft den USA eine fehlende Strategie vor. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt", sagte er. Und zog Konsequenzen für die deutsche Diplomatie.

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Friedrich Merz wirft Donald Trump eine fehlende Strategie im Iran-Krieg vor. (Foto) Suche
Friedrich Merz wirft Donald Trump eine fehlende Strategie im Iran-Krieg vor. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Friedrich Merz wirft Donald Trump eine fehlende Strategie im Iran-Krieg vor
  • Laut Bundeskanzler wird "eine ganze Nation gedemütigt" durch die Mullahs
  • CDU-Politiker bietet deutsche Hilfe in der Straße von Hormus nach Ende der Kampfhandlungen an

Friedrich Merz hat ungewohnt scharfe Kritik an Donald Trump geübt. Der Bundeskanzler sagte mit Blick auf das Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran am Rande der Unions-Klausur in Berlin: "Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert". Die von den USA und Israel anfangs angestrebte Lösung des "Problems" in wenigen Tagen sei nicht erfolgt.

Friedrich Merz übt Kritik an den USA: Donald Trump ohne Strategie im Iran-Krieg

"Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen", sagte Merz. "Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann."

Der Kanzler hatte sich bereits am Morgen bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland mit deutlichen Worten zum Iran-Krieg geäußert und den USA fehlende Strategie vorgeworfen. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", sagte er. Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben", sagte Merz.

Bundeskanzler zieht Vergleich zu Kriegen in Afghanistan und im Irak

"Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen."

"Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage", sagte der Bundeskanzler. "Und es kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung."

Friedrich Merz bietet Deutschlands Hilfe in der Straße von Hormus an

Deutschland halte sein Angebot aufrecht, mit Minensuchbooten dafür zu sorgen, dass die Straße von Hormus, die zentral für die globale Ölversorgung ist, wieder geöffnet werden könne. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Kampfhandlungen vorher enden.

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/kns/roj/news.de/dpa

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