Donald Trump: "Völlig unrealistisch" - Experten zerlegen geleakten Trump-Plan

Ein brisanter Friedensvorschlag soll die blockierte Meerenge wieder öffnen, doch Analysten wittern hinter dem Timing kurz vor Börsenöffnung gezielte Marktmanipulation und nennen den Trump-Deal "völlig unrealistisch".

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Ein durchgesickerter Friedensplan von Donald Trump stößt auf reichlich Kritik. (Foto) Suche
Ein durchgesickerter Friedensplan von Donald Trump stößt auf reichlich Kritik. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Geheimer Trump-Plan: Blockade der Meerenge soll enden, Atomverhandlungen pausieren
  • Leak kurz vor Börsenstart sorgt für Spekulationen
  • Scharfe Kritik: Experten sprechen von "völlig unrealistischem" Plan und möglicher Marktmanipulation

Ein durchgesickerter Friedensvorschlag zur Beendigung des Iran-Krieges sorgt für Aufsehen in Washington. Laut einem Bericht von "Axios" soll die Wiedereröffnung der Straße von Hormus angeboten werden. Im Gegenzug würden Verhandlungen über angereichertes Uran auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Donald Trump will den Vorschlag am Montag (27.04.2026) im Situation Room des Weißen Hauses besprechen. Kritiker warnen jedoch, dass ein Ende der Blockade die Verhandlungsposition des US-Präsidenten in künftigen Gesprächen über Irans Uranvorräte erheblich schwächen würde.

Experten wittern Marktmanipulation durch Iran-Plan von Donald Trump

Der Makro-Analyst Jim Bianco äußerte scharfe Kritik an dem Vorschlag. "Effektiv ist dies ein völlig unrealistischer Vorschlag", schrieb er auf der Plattform X. Er wies darauf hin, dass die Regierung elf Stunden gewartet habe, bis die Märkte geöffnet waren, um dann vermeintlich gute Nachrichten zu verbreiten. "Was erstaunlich ist, ist wie verzweifelt der Markt will, dass dies der Fall ist, und wie er jedes Mal hochspringt, wenn es passiert", so Bianco weiter. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung – kurz vor Börsenöffnung – nährt Spekulationen über eine gezielte Beeinflussung der Finanzmärkte.

Skepsis auch bei weiteren Beobachtern

Erik Sperling, Leiter der Organisation Just Foreign Policy, bezweifelt einen plötzlichen Kurswechsel Teherans. "Unwahrscheinlich, dass Iran diese Forderung plötzlich aufgeben würde, kurz bevor die Märkte in den USA öffnen", kommentierte er auf X. Er verwies darauf, dass Iran konsequent internationale Garantien gegen künftige Angriffe als Bedingung für ein Kriegsende fordere. Christian Borys, Gründer von Saint Javelin, kritisierte die mediale Inszenierung mit beißendem Spott. "Barak sollte einfach die NASDAQ-Glocke läuten", schrieb er in Anspielung auf den Journalisten Barak Ravid, der die Geschichte zuerst veröffentlicht hatte.

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