Donald Trump: Mutmaßliches Attentat schürt neue Verschwörungstheorien um "The Don"
Die Schussabgabe bei einem Dinner mit Melania und Donald Trump in Washington füllt die News-Gazetten - nun steht nicht zuletzt wegen einer Bemerkung von Sprecherin Karoline Leavitt der Verdacht im Raum, dass der Zwischenfall inszeniert gewesen sein könnte.
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe - Uhr
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- Schrecksekunde in Washington: Schüsse bei Dinner-Event mit Melania und Donald Trump
- US-Präsident und First Lady in Sicherheit gebracht und unverletzt
- Sprecherin Karoline Leavitt vor Event: "Es werden Schüsse abgefeuert werden"
- Verschwörungstheorien zu Schießerei: War der Vorfall inszeniert?
Am Abend des 25. April 2026 (Ortszeit) sorgten Schüsse beim White House Correspondents' Dinner im Washingtoner Hilton Hotel für Chaos. Ein bewaffneter Mann durchbrach die Sicherheitskontrollen und eröffnete das Feuer in der Hotellobby, woraufhin der Secret Service sofort reagierte.
Schüsse bei Trump-Dinner in Washington: Sicherheitspanne oder inszenierte Attentats-Show?
US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania Trump, Vizepräsident JD Vance sowie Pressesprecherin Karoline Leavitt wurden umgehend aus dem Gebäude gebracht. Panik brach unter den Gästen aus, als die lauten Knallgeräusche ertönten. Bei dem Vorfall wurde ein Beamter durch Schüsse verletzt. Der Polizist trug eine schusssichere Weste und befindet sich laut Trump "in großartiger Verfassung". Die Behörden nahmen den mutmaßlichen Schützen Cole Tomas Allen, einen 31-Jährigen aus dem kalifornischen Torrance, noch vor Ort fest. Nach ersten Erkenntnissen war der Verdächtige Gast in dem Hotel.
Karoline Leavitt stiftet Verwirrung: "Es werden heute Nacht Schüsse abgefeuert"
Nur wenige Stunden vor dem Angriff hatte Pressesprecherin Karoline Leavitt in einem Interview mit Fox News für Aufsehen gesorgt. Auf die Frage nach Trumps bevorstehender Rede antwortete sie grinsend: "Es wird lustig, es wird unterhaltsam. Es werden heute Nacht ein paar Schüsse in diesem Raum abgefeuert." Diese Worte verbreiteten sich nach dem realen Schusswechsel rasant in den sozialen Medien. Verschwörungstheoretiker interpretierten die Aussage als vermeintliches Vorwissen über einen mutmaßlich geplanten Angriff. Doch der Kontext zeigt eindeutig: Leavitt verwendete den Begriff "Schüsse" als politischen Slang für verbale Attacken in der Präsidentenrede – eine typisch populistische Formulierung, wie "Bild" berichtet. Die zeitliche Nähe zum tatsächlichen Vorfall erwies sich als makabrer Zufall.
Verschwörungstheorien um vermeintliches Attentat auf Donald Trump - Abgebrochener Anruf heizt Spekulationen an
Zusätzlichen Zündstoff lieferte ein Telefonat der Fox-News-Reporterin Aishah Hasnie, worüber "Raw Story" berichtet. Sie berichtete live, dass Leavitts Ehemann Nicholas Riccio ihr kurz vor Beginn des Dinners zugeflüstert habe: "Sie machen einen tollen Job – Sie müssen sehr vorsichtig sein." Dann brach die Verbindung ab. Die Unterbrechung löste einen Sturm auf X aus. Hasnie klärte später auf, dass der Anruf wegen schlechten Empfangs abbrach. Riccio habe lediglich allgemeine Sicherheitsbedenken geäußert, wie sie auch ihr Vater regelmäßig formuliere.
Dennoch explodierten die Verschwörungstheorien. Ein Nutzer schrieb: "Ihr schaut gerade ein WWE-Drehbuch." Andere vermuteten, Trump habe den Vorfall wegen sinkender Umfragewerte inszeniert. Ein weiterer kommentierte: "Warum wurde der Vizepräsident so viel schneller evakuiert als der Präsident? Das sieht offensichtlich inszeniert aus." Der Politik-Kommentator Tom Santos schrieb: "Wenn ihr glaubt, dass die verdammt harten Jungs des Secret Service beim Schutz von Trump jetzt gleich VIER MAL so richtig versagt haben, nachdem sie acht Jahre lang den ersten schwarzen Präsidenten ohne einen Zwischenfall beschützen konnten, seid ihr echt nicht die Cleversten."
War der Schuss-Zwischenfall in Washington eine Inszenierung? Das sagt der Faktencheck
Unterm Strich halten die Behauptungen, der Vorfall sei eine perfide geplante Inszenierung gewesen, einer Überprüfung nicht stand. Mehrere Nachrichtenquellen bestätigen, dass Sicherheitskräfte auf eine reale Schießerei reagierten. Der festgenommene Cole Tomas Allen weist keinerlei Verbindungen zu Trump oder dessen Umfeld auf. Auch für Leavitts Aussage existiert kein offizieller Hinweis auf Vorwissen. Die Formulierung war eindeutig rhetorisch gemeint. Trump selbst bezeichnete den Verdächtigen als "sehr kranke Person".
Dem 31-Jährigen drohen laut US-Staatsanwältin Jeanine Pirro schwere Anklagen: Waffengebrauch bei einem Gewaltverbrechen sowie Angriff auf einen Bundesbeamten mit einer gefährlichen Waffe. Die Ermittlungen dauern an. Die viralen Verschwörungstheorien basieren auf Spekulationen, nicht auf verifizierten Fakten – so das Ergebnis des Faktenchecks von "Meaww".
Hintergrund: Bisherige Sicherheitsvorfälle rund um Donald Trump
Seit seiner zweiten Präsidentschaftskandidatur hat es in Zusammenhang mit Donald Trump bereits drei Sicherheitsvorfälle mit Waffen gegeben. Zwei davon werden als versuchte Attentate eingestuft, bei einem sind die Hintergründe unklar.
- 13. Juli 2024: Ein Schütze schießt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania von einem nahe gelegenen Dach auf Trump und verletzt ihn am rechten Ohr. Ein Besucher kommt ums Leben, zwei weitere werden verletzt. Der Täter wird von Sicherheitskräften getötet. Im Abschlussbericht eines Ausschusses des US-Senats ist von gravierenden Mängeln bei der Koordination und der Kommunikation zwischen Secret Service und den staatlichen und lokalen Strafverfolgungsbehörden die Rede. Der Secret Service ist in den USA für den Schutz des Präsidenten und von ranghohen Politikern inklusive Präsidentschaftskandidaten zuständig.
- 15. September 2024: Der Secret Service schießt auf Trumps Golfplatz im Bundesstaat Florida auf einen bewaffneten Mann, der sich in den Büschen versteckt hat. Der Verdächtige selbst feuert keine Kugel ab, flieht und wird wenig später festgenommen. Ungefähr eine Woche später veröffentlicht die Staatsanwaltschaft einen Brief, den er vor seiner Tat geschrieben haben soll. Wegen des versuchten Attentats wird der Mann im Februar 2026 zu lebenslanger Haft verurteilt.
- 22. Februar 2026: US-Sicherheitskräfte erschießen einen Bewaffneten in der Nähe von Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida, der unbefugt in den Sicherheitsbereich eingedrungen ist. Trump hält sich zu diesem Zeitpunkt nicht dort auf. Der Mann soll eine Schrotflinte und einen Brennstoffkanister bei sich gehabt haben. Zum möglichen Motiv sagen die Ermittler zunächst nichts. Die Bundespolizei FBI leitet die Ermittlungen.
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