Blamage für Putin im Ukraine-Krieg: Russische Drohnen fallen in der Luft auseinander

Die russische Armee soll im Ukraine-Krieg Drohnen einsetzen, die erhebliche Konstruktionsmängel aufweisen. Sie fallen deshalb sogar während des Fluges ohne gegnerische Angriffe in ihre Einzelteile auseinander. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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Russische Kampfdrohnen des Typs "Geran 2" sollen im Ukraine-Krieg bereits während des Fluges in ihre Einzelteile auseinanderfallen. (Foto) Suche
Russische Kampfdrohnen des Typs "Geran 2" sollen im Ukraine-Krieg bereits während des Fluges in ihre Einzelteile auseinanderfallen. Bild: picture alliance/dpa | Andreas Stein
  • Bericht über Mängel an russischen Drohnen, die im Ukraine-Krieg eingesetzt werden
  • Geran-2-Drohnen sollen bereits vor dem feindlichen Abschuss in ihre Einzelteile zerfallen
  • Probleme entstehen unter anderem durch unqualifizierte Arbeit, hohen Produktionsdruck und ukrainische Angriffe auf Startstandorte

Im Ukraine-Krieg sind Drohnen zu einem immens wichtigen Kampfmittel geworden. Doch aktuellen Berichten zufolge soll sich Russland nun mit dem Einsatz bestimmter Exemplare blamieren. Denn Wladimir Putins Armee nutzt offenbar auch Drohnen, die bereits während des Fluges in ihre einzelnen Bauteile auseinanderfallen.

Russische Drohnen ohne feindlichen Beschuss im Ukraine-Krieg beschädigt

Das unabhängige Fachportal "Defence Blog" beruft sich bei seiner Analyse auf ein Video des ukrainischen Drohnenherstellers Wild Hornets. Darüber berichtet aktuell "t-online". In dem Clip, der auf X (vormals Twitter) veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie mehrere Geran-2-Drohnen - die russische Version der iranischen Shahed-136-Drohne - abgefangen werden. An diesen Drohnen erkenne man "abgerissene Wartungsklappen, verbogene und zerknitterte Flügelspitzen und in mindestens einem Fall eine komplett abgerissene Bugverkleidung": Beschädigungen, die nicht auf feindlichen Beschuss zurückzuführen seien. Streitkräfte hätten immer häufiger lose oder fehlende Verkleidungen, deformierte Steuerflächen sowie abgelöste aerodynamische Komponenten an den russischen Drohnen vor der eigentlichen Abfangmission festgestellt.

Bericht über schlechte Produktionsbedingungen und Druck in Russland

Die Geran-2-Drohnen werden laut "Defence Blog" hauptsächlich in der Sonderwirtschaftszone Alabuga in der russischen Region Tatarstan hergestellt. Doch die dortigen Produktionsbedingungen seien schlecht. In der Fabrik würden Minderjährige und vor allem junge Frauen und Mädchen arbeiten, die mit falschen Versprechungen aus Afrika rekrutiert worden sein sollen. Sie bauen zudem für die Geran-2-Drohnen ein Triebwerk chinesischer Zulieferer ein, das hinsichtlich Qualität und Haltbarkeit dem iranischen Original unterlegen sein soll.

Für eine Geran-2-Drohne belaufen sich die Produktionskosten lediglich auf etwa 48.000 US-Dollar - 25 Prozent des Preises für vergleichbare Modelle. Auch nach der Montage sollen Kosten und Zeit gespart werden: "Die Vorbereitungsmaßnahmen vor dem Flug werden offenbar routinemäßig verkürzt oder ganz ausgelassen, vermutlich aufgrund des Drucks, die Startfrequenz aufrechtzuerhalten", so die Analyse. Die Ukraine sorge mit Angriffen auf die Start- und Lagerstandorte für zusätzliche Probleme.

Problem für Wladimir Putin: Trefferquote von Geran-2-Drohnen gesunken

Die Folge: Obwohl Russland seine Kapazitäten erhöht hat, ist die Trefferquote der Geran-2-Drohnen im Ukraine-Krieg gesunken. Sie soll aktuellen Daten zufolge im März 2026 ihren niedrigsten Stand seit einem Jahr erreicht haben. Derweil treibt Moskau jedoch die Produktion leistungsfähigerer Geran-5-Drohnen voran. Diese zeichnen sich unter anderem durch den vollständigen Verzicht auf das ursprüngliche Deltaflügel-Design aus. Währenddessen stellt Geran-2 laut "Defence Blog" mittlerweile "ein Mittel zur Abnutzung" dar.

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