Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin stellt irre Selenskyj-Forderung - und droht Europa mit Vergeltung
Wolodymyr Selenskyj pocht im Ukraine-Krieg auf eine Waffenruhe zu Ostern - Wladimir Putin reagiert mit einer bizarren Forderung an den ukrainischen Präsidenten und schickt eine Vergeltungsdrohung an EU-Staaten hinterher.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
Suche
- Wladimir Putin stellt bizarre Forderung an Wolodymyr Selenskyj
- Ukraine-Präsident soll "Verantwortung übernehmen", um Frieden zu schaffen
- Kreml droht EU-Staaten mit Vergeltung "für feindliche terroristische Handlungen gegen die Russische Föderation"
Die Forderungen, die Wladimir Putin an Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt, könnten bizarrer kaum sein: Zuletzt hatte Selenskyj eine Waffenruhe im seit mehr als vier Jahre tobenden Ukraine-Krieg über Ostern vorgeschlagen. Allerdings bezieht sich die Idee nicht auf das Osterfest, das in westlichen Kreisen am ersten April-Wochenende gefeiert wird, sondern auf das orthodoxe Osterfest, das Christen in der Ukraine wie in Russland erst am 12. April begehen.
Wladimir Putin stellt irre Forderung an Wolodymyr Selenskyj nach Waffenruhe-Vorschlag
Die Reaktion aus dem Kreml auf Selenskyjs Feuerpause-Initiative fiel indes irritierend aus. Putins Sprecher Dmitri Peskow erklärte, eine präzise Ausformulierung des Vorschlags liege dem Kreml bislang nicht vor. Russland drängt stattdessen auf eine umfassende Konfliktlösung. "Selenskyj sollte die Verantwortung übernehmen und eine entsprechende Entscheidung treffen, damit wir zu einem Frieden kommen - und nicht zu einem Waffenstillstand", betonte Peskow gegenüber russischen Nachrichtenagenturen.
Dabei verwies Peskow auf die aktuelle militärische Lage: "Es ist klar, dass das Kiewer Regime dringend einen Waffenstillstand braucht, irgendeine Waffenruhe, denn die Dynamik an den Fronten zeigt, dass die russischen Truppen - mal schneller, mal langsamer -, aber entlang der gesamten Frontlinie vorrücken." Als Bedingung für einen Frieden fordert Moskau den Rückzug ukrainischer Streitkräfte aus den noch nicht von Russland besetzten Teilen des Donbass. Laut Selenskyj hat der Kreml der Ukraine dafür eine Frist von zwei Monaten gesetzt - andernfalls würden sich die Konditionen verschärfen.
Wolodymyr Selenskyj hofft auf USA-Unterstützung bei Waffenruhe über Ostern
Der ukrainische Staatschef hält indes an seinem Vorstoß fest und richtet seinen Blick auf die Vereinigten Staaten. Bei einem Zusammentreffen mit den EU-Außenministern in Kiew kündigte er Gespräche mit der amerikanischen Seite an: "Ich werde mit dem amerikanischen Team sprechen, auch über dieses Thema, und wir hoffen auf Ergebnisse. Ergebnisse sind für alle notwendig." Territoriale Zugeständnisse an Wladimir Putin lehnt Selenskyj kategorisch ab. Die russische Forderung nach einem Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass bezeichnet er als Geschenk an den Aggressor. Der Kreml hingegen behauptet, die USA seien derzeit mit der Lage im Nahen Osten beschäftigt und könnten sich nicht in einen Friedensprozess einbringen.
Ukraine-Krieg tobt seit mehr als vier Jahren - Waffenruhen scheiterten bisher regelmäßig
Frühere Feuerpausen im Ukraine-Krieg erwiesen sich stets als fragil. Beide Kriegsparteien beschuldigten sich gegenseitig, die vereinbarten Kampfpausen nicht einzuhalten. Zudem nutzten nach Angaben beider Seiten die Kontrahenten solche Unterbrechungen, um ihre Streitkräfte neu zu formieren und aufzurüsten.
Kreml-Sprecher droht EU-Staaten mit Vergeltung
Kreml-Sprecher Peskow sprach nach dem Absturz ukrainischer Drohnen in EU-Staaten im Baltikum überdies eine Warnung an die Nachbarländer aus. Sollten Staaten ihren Luftraum zur Verfügung stellen für "feindliche terroristische Handlungen gegen die Russische Föderation, dann verpflichtet uns das, entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen", sagte er.
Für die vertiefende Lektüre empfehlen wir folgende Beiträge:
- Ende des Kreml-Chefs rückt näher - Experte erklärt den Grund
- Erweiterte Befugnisse des Kreml-Chefs schüren Angst vor baldigem Nato-Krieg
- Schwerer Schlag für Putins Kriegskasse - Propagandist ätzt gegen Nato-Staat
- Front-Video erwischt russische Soldaten in tödlicher Drohnen-Falle
- Drohnen-Attacke legt Putins kriegswichtigen Schatz in Schutt und Asche
loc/news.de/dpa/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.