J.D. Vance als Donald-Trump-Erbe?: So stehen die Chancen des Trump-Stellvertreters auf den Chefposten

Im November 2028 wählen die USA ihren nächsten Präsidenten - einer, der sich Chancen auf das Erbe von Donald Trump ausmalt, ist dessen Vize J.D. Vance. Aktuelle Umfrage trüben die Aussichten für den Trump-Stellvertreter jedoch massiv.

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J.D. Vance malt sich bereits Chancen aus, Donald Trump bei der nächsten Wahl als US-Präsident zu beerben - doch dabei hat die wahlberechtigte Bevölkerung noch ein Wörtchen mitzureden. (Foto) Suche
J.D. Vance malt sich bereits Chancen aus, Donald Trump bei der nächsten Wahl als US-Präsident zu beerben - doch dabei hat die wahlberechtigte Bevölkerung noch ein Wörtchen mitzureden. Bild: picture alliance/dpa/AP | Paul Sancya
  • Wer tritt das Erbe von Donald Trump im Weißen Haus an?
  • Nächste US-Präsidentschaftswahl im November 2028 - wer kandidiert für die Republikaner?
  • J.D. Vance träumt vom Präsidentenposten, doch aktuelle Umfragen verpassen Trumps Vize einen Dämpfer

Aktuell spielt J.D. Vance im Weißen Haus nur die zweite Geige, doch wenn es nach dem Stellvertreter von Donald Trump ginge, wäre er bei den Präsidentschaftswahlen 2028 in den USA der amtliche Sieger und nächster Präsident der Vereinigten Staaten. Schon Jahre vor dem Präsidentschaftswahltermin im November '28 fühlten Meinungsforscher der US-Bevölkerung auf den Zahn, wie ihnen J.D. Vance als US-Präsident gefallen würde - die Antwort darauf, die "Newsweek" einen eigenen Beitrag wert war, spricht Bände über J.D. Vance' absehbare politische Zukunft.

J.D. Vance als nächster US-Präsident? Trump-Vize kassiert Umfrage-Dämpfer

Die Aussichten von J.D. Vance auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028 sind auf einen historischen Tiefstand gefallen. Auf der Prognoseplattform Polymarket liegt er mittlerweile bei nur noch 37 Prozent – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Außenminister Marco Rubio, Vance' wichtigster Konkurrent um die Nominierung, konnte deutlich aufholen.

Marco Rubio wird zum ernsthaften Vance-Konkurrenten in Sachen Präsidentschaftskandidatur 2028

Mit 27 Prozent trennen ihn nur noch zehn Prozentpunkte vom Vizepräsidenten. Noch vor wenigen Monaten war der Abstand erheblich größer. Der Wendepunkt fiel offenbar zeitlich mit dem Iran-Konflikt zusammen. Seit den gemeinsamen Militärschlägen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hat sich das Kräfteverhältnis zwischen den beiden potenziellen Trump-Nachfolgern spürbar verschoben.

J.D. Vance nach Beginn von Iran-Krieg abgetaucht - Republikaner zunehmend irritiert

Die auffällige Stille des Vizepräsidenten nach den Militärschlägen gegen den Iran sorgte für Irritationen. Die ehemalige republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene fragte Anfang März in der Sendung von Megyn Kelly: "Wo zum Teufel ist J.D. Vance? Wo ist er?" Kurz darauf äußerte sich Vance erstmals zum Konflikt. Er betonte, es gebe "einfach keine Möglichkeit, dass Donald Trump dieses Land in einen jahrelangen Konflikt ohne klares Ende und ohne klares Ziel hineinziehen wird." Diese Zurückhaltung steht im Widerspruch zu Vances bekannter Position. Im November 2024 hatte er in einem Podcast erklärt, ein Krieg gegen den Iran "wäre eine enorme Ablenkung von Ressourcen" und "massiv teuer für unser Land", wie "The Telegraph" berichtete. Eine persönliche Zustimmung zu Trumps Entscheidung, den Iran anzugreifen, blieb bisher aus.

Trumps Stellvertreter macht sich rar - ebnet Vance seinem Konkurrenten Rubio den Weg ins Weiße Haus?

Während J.D. Vance im Hintergrund blieb, übernahm Außenminister Rubio eine zentrale Rolle im Nahostkonflikt. Präsident Trump lobte ihn öffentlich für seinen Einsatz in der Krise. Die Verschiebung der Kräfteverhältnisse zeigt sich deutlich in den Zahlen. Seit Beginn des Iran-Krieges verlor Vance auf Polymarket 19 Prozentpunkte, Rubio gewann im gleichen Zeitraum 20 Punkte hinzu. Allein im vergangenen Monat sank Vances Wert um vier Prozent, während Rubio zwölf Prozent zulegte. Hinter den beiden führenden Kandidaten folgen mit großem Abstand Kommentator Tucker Carlson mit vier Prozent und Floridas Gouverneur Ron DeSantis mit drei Prozent. Die Zukunft der Republikaner ohne Trump bleibt ungewiss – beide Favoriten gelten als Träger seiner MAGA-Agenda.

Wer beerbt Donald Trump als US-Präsident? Republikaner noch uneins über Kandidatur

Ob der Vizepräsident 2028 tatsächlich antritt, ist noch nicht entschieden. Laut "Washington Post" hat Vance in privaten Gesprächen erklärt, dass er sich noch nicht sicher sei, ob er die Präsidentschaftskandidatur anstreben werde. Eine anonyme Quelle berichtete der Zeitung, dass Vance derzeit seine Familie priorisiere – im Sommer erwartet er sein viertes Kind.

Donald Trump selbst hatte Vance im August als wahrscheinlichen MAGA-Nachfolger bezeichnet. "Ich denke, er wäre zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich der Favorit", sagte der Präsident damals auf die Frage nach seinem Erben. Offiziell hat weder Vance noch Rubio eine Kandidatur für 2028 angekündigt. Unter der Amtszeitbegrenzung kann Trump selbst nicht erneut antreten - auch wenn der Republikaner immer wieder mit einer dritten Amtszeit im Weißen Haus kokettiert.

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