Schließung der Gender Pay Gap: Mehrheit deutscher EU-Abgeordneter stimmen für Antrag

Vergangenen Mittwoch wurde im Europaparlament namentlich über das Thema "Schließung der Gender Pay Gap" abgestimmt. Was genau wird gefordert? Und wie haben die deutschen Abgeordneten abgestimmt?

Von news.de-Redakteur - Uhr

Im Europäischen Parlament wurde namentlich abgestimmt (Symbolbild). (Foto) Suche
Im Europäischen Parlament wurde namentlich abgestimmt (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Michael Kappeler
  • Dem Antrag wurde im Europaparlament zugestimmt
  • Fraktionen Grüne, S&D, EVP, The Left und Renew stimmten dafür, ESN dagegen
  • Es gab eine Mehrheit von 74 gegen 13 Stimmen bei den deutschen Abgeordneten

Europaparlament: Mehrheit stimmt geschlossen für Antrag

Das EU-Parlament hat einen Initiativbericht zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohn- und Rentengefälles (Gender Pay Gap) in der Europäischen Union angenommen. Hintergrund ist, dass Frauen in der EU im Durchschnitt weiterhin weniger verdienen als Männer und im Alter häufig niedrigere Renten erhalten.

Der Bericht analysiert verschiedene Ursachen für diese Unterschiede. Dazu zählen unter anderem der hohe Anteil von Frauen in geringer bezahlten Berufen, eine stärkere Verbreitung von Teilzeit- und atypischen Beschäftigungsverhältnissen sowie Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit, etwa aufgrund von Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen. Frauen übernehmen weiterhin einen großen Teil der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit, was sich langfristig auch auf ihre Einkommen und Rentenansprüche auswirken kann. Die Abgeordneten fordern deshalb verschiedene Maßnahmen, um die bestehenden Unterschiede zu verringern. Dazu gehören unter anderem mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern, eine stärkere Durchsetzung der bestehenden Regeln zum gleichen Entgelt für gleiche Arbeit sowie bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch ein besserer Zugang zu bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Betreuungs- und Pflegediensten wird als wichtiger Schritt genannt.

Es sollen insgesamt politische Leitlinien formuliert werden, mit denen die Mitgliedstaaten die bestehenden Ungleichheiten verringern können. Gleichzeitig soll das Thema auch in künftigen Strategien der Europäischen Union zur Gleichstellung von Frauen und Männern stärker berücksichtigt werden (Quelle: abgeordnetenwatch.de). Vergangenen Mittwoch stimmten dazu die Abgeordneten im Europaparlament ab.

Der Antrag ist mit einer Mehrheit angenommen worden. Von den 95 Abgeordneten stimmten 74 dafür und 13 dagegen. Zwei Europaabgeordnete haben sich enthalten, während sechs bei der Abstimmung nicht anwesend waren.

  • EVP: 28 Dafür-Stimmen, eine Enthaltung, eine nicht abgegebene Stimme
  • Grüne: 14 Dafür-Stimmen, eine nicht abgegebene Stimme
  • ESN: 13 Gegenstimmen, 2 nicht abgegebene Stimmen
  • S&D: 12 Dafür-Stimmen, 2 nicht abgegebene Stimmen
  • fraktionslos: 8 Dafür-Stimmen, eine Enthaltung
  • Renew: 8 Dafür-Stimmen
  • The Left: 4 Dafür-Stimmen

Deutsche Parteien im Europäischen Parlament

Wie im Deutschen Bundestag, gibt es auch im Europäischen Parlament Fraktionen. Diese schließen sich in der Regel aus verschiedenen Parteien der Mitgliedsstaaten zusammen, die ähnliche politische Ziele bzw. Ausrichtungen haben. Der Europäischen Volkspartei (EVP) gehören etwa die CDU und CSU an. Die SPD ist Teil der S&D-Fraktion, der Allianz der Sozialdemokraten. Renew Europe setzt sich aus wirtschaftsliberalen Parteien zusammen, zu denen auch die FDP gehört. Die Grünen gehören zur europäischen Fraktion der Greens, die Linken zur Left-Fraktion. Die AfD wechselte mehrmals die Fraktion und wurde zuletzt nicht in die neu gegründete Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer aufgenommen. Stattdessen gründete sie mit einigen rechtsextremen Parteien das Europa der Souveränen Nationen (ESN).

+++ Dieser Text wurde auf der Basis von Daten von abgeordnetenwatch generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Abgeordnetenwatch.de gehört zum gemeinnützigen Verein Parlamentwatch und bietet unter anderem Daten zu Parlamentsvorgängen und Nebeneinkünften von Abgeordneten an. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unter hinweis@news.de mitteilen. +++

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.