Donald Trump und der Iran: "The Don" platzt der Kragen - er akzeptiert nur eine "bedingungslose Kapitulation"
Vor wenigen Tagen befahl Donald Trump Luftangriffe auf Teheran - nun platzt dem US-Präsidenten bereits der Kragen. Vom Iran akzeptiert "The Don" nach eigener Aussage nur noch eine "bedingungslose Kapitulation".
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump platzt der Kragen nach US-Militärschlag gegen Iran
- US-Präsident fordert "bedingungslose Kapitulation" in Polter-Post bei "Truth Social"
- "The Don" will Nachfolger von getötetem Ajatollah Ali Chamenei bestimmen für blühende Iran-Zukunft
Nicht mal eine Woche ist vergangen, seitdem Israel und die USA Luftangriffe gegen den Iran flogen - nun platzt Donald Trump bereits der Kragen vor lauter Ungeduld. Wie der US-Präsident in einem Polter-Post auf seiner Plattform "Truth Social" kundtat, sind für ihn jegliche Verhandlungen mit dem Iran ausgeschlossen, stattdessen fordert Trump eine vollständige Kapitulation. "Es wird keinen Deal geben außer uneingeschränkter Kapitulation", schrieb Donald Trump wörtlich.
Donald Trump verliert die Geduld und fordert "bedingungslose Kapitulation"
Nach einem Ende der Kampfhandlungen wollen die USA gemeinsam mit Verbündeten eine neue Führung im Iran installieren. Trump kündigte an, "großartige und akzeptable Anführer" für das Land auszuwählen. Anschließend solle der Iran wirtschaftlich wiederaufgebaut werden – "größer, besser und stärker als je zuvor", so der Präsident.
Seine Botschaft beendete Trump mit dem Slogan "Make Iran Great Again". Die Angriffe der USA und Israels auf iranische Ziele hatten am 28. Februar begonnen. Dabei wurde auch Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet.
US-Präsident will neues Staatsoberhaupt im Iran bestimmen
Der US-Präsident beansprucht direkten Einfluss auf die künftige Staatsführung in Teheran. In Gesprächen mit "Axios" und "Politico" erklärte Trump zuletzt, er müsse bei der Ernennung eingebunden werden – ähnlich wie bei Delcy Rodriguez in Venezuela. Besonders deutlich positionierte sich Trump gegen Modschtaba Chamenei, den Sohn des getöteten Religionsführers. Dieser komme als neues Staatsoberhaupt nicht infrage. "Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt", sagte Trump. Den potenziellen Nachfolger bezeichnete er als "Leichtgewicht". Offiziell liegt die Bestimmung des neuen Revolutionsführers beim iranischen Expertenrat. Faktisch dürfte jedoch entscheidend sein, welche Fraktion im internen Machtkampf die Oberhand gewinnt.
Donald Trump behauptet: Iran liegt militärisch am Boden
Nach Darstellung des US-Präsidenten hat der Iran bereits den Großteil seiner militärischen Kapazitäten eingebüßt. "Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg", erklärte Trump am 5. März in Washington. Auch die Marine sei vollständig zerstört. Zudem seien rund 60 Prozent der iranischen Raketen und 64 Prozent der Abschussvorrichtungen ausgeschaltet worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) teilte mit, amerikanische Streitkräfte hätten innerhalb von 72 Stunden fast 200 Ziele tief im iranischen Territorium attackiert – darunter auch in der Nähe der Hauptstadt Teheran. Neben dem Atomprogramm hatte Washington das Raketenprogramm des Iran als zentrales Kriegsziel benannt.
"The Don" verliert die Geduld im Iran-Krieg und nennt Einsatz von Bodentruppen "Zeitverschwendung"
Eine Invasion des Iran steht für Donald Trump derzeit nicht zur Debatte. In einem Telefoninterview mit NBC News bezeichnete er den Einsatz von Bodentruppen als sinnlos. "Es ist Zeitverschwendung. Sie haben alles verloren", begründete der Präsident seine Haltung. Auf die Aussage des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi, sein Land sei auf eine Invasion amerikanischer und israelischer Truppen vorbereitet, reagierte Trump abweisend. Er nannte dies einen "überflüssigen Kommentar".
Allerdings würde Trump eine Offensive kurdischer Kämpfer im Iran unterstützen. "Ich finde es wundervoll, dass sie das tun wollen, ich wäre voll dafür", sagte er. Berichte über US-Waffenlieferungen an kurdische Milizen dementierte das Weiße Haus jedoch. Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte, Bodentruppen seien aktuell nicht geplant – schloss die Option aber nicht grundsätzlich aus.
Iran-Krieg aktuell: Machtvakuum in Teheran nach Chameneis Tod
Die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei bei den Angriffen am vergangenen Samstag hat im Iran ein Führungsvakuum geschaffen. Formal obliegt die Wahl des neuen Revolutionsführers dem Expertenrat. In der Realität wird sich jedoch zeigen müssen, welche Gruppierung im Machtkampf dominiert.
Als mögliche Nachfolger werden neben Modschtaba Chamenei mehrere Namen gehandelt: der schiitische Geistliche Sadegh Laridschani, der frühere Präsident Hassan Ruhani sowie Hassan Chomeini, ein Enkel des Staatsgründers.
Israelische Streitkräfte haben am 6. März nach eigenen Angaben den unterirdischen Militärbunker des getöteten Religionsführers zerstört. Informationen über mögliche Opfer bei diesem Angriff lagen zunächst nicht vor.
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loc/kns/roj/news.de/dpa/stg
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