Sahra Wagenknecht: BSW-Gründerin eskaliert live im TV und teilt gegen Merz und Trump aus

Bei Maischberger fliegen die Fetzen: Sahra Wagenknecht gerät mit einem FDP-Politiker aneinander, greift Donald Trump frontal an und wirft Friedrich Merz gefährliche Doppelstandards im Umgang mit Krieg und Völkerrecht vor.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Sahra Wagenknecht: Frontalangriff auf Trump und Merz – völkerrechtswidriger Krieg im Zentrum (Foto) Suche
Sahra Wagenknecht: Frontalangriff auf Trump und Merz – völkerrechtswidriger Krieg im Zentrum Bild: picture alliance/dpa | Jens Kalaene
  • Heftiger Schlagabtausch mit Bijan Djir-Sarai zum Iran und zur Atomfrage
  • Wagenknecht nennt den Krieg völkerrechtswidrig und kritisiert US-Machtpolitik
  • Scharfe Vorwürfe gegen Trump und Merz wegen doppelter Standards

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Bei Maischberger kam es zu einer hitzigen Auseinandersetzung: Sahra Wagenknecht lieferte sich mit Bijan Djir-Sarai ein Wortgefecht, das am Ende eskalierte. Im Zentrum der Debatte stand die Frage nach Irans Atomprogramm und die Tonlage wurde zunehmend schärfer.

Sahra Wagenknecht und der Streit um Irans Atompläne

Wagenknecht stellte infrage, dass Teheran kurz vor dem Bau einer Atombombe stehe. Seit Jahrzehnten werde diese Behauptung wiederholt, ohne dass entsprechende Beweise geliefert worden seien, argumentierte sie. Djir-Sarai widersprach entschieden und warf ihr vor, die Faktenlage zu ignorieren.

Die Diskussion kippte, als der FDP-Politiker den Eindruck äußerte, Wagenknecht nehme das iranische Regime in Schutz. Das wies sie empört zurück. Sie betonte, Kritik an militärischen Strategien sei nicht gleichbedeutend mit einer Verteidigung autoritärer Strukturen. Vielmehr gehe es ihr darum, die offizielle Begründung für militärische Maßnahmen zu hinterfragen. Djir-Sarai gab Wagenknecht aber in einem Punkt recht und stimmte ihrer Aussage zu, dass man Demokratie nicht durch Bomben herbeiführen kann.

Sahra Wagenknechts Ansicht zum Iran-Konflikt

Sahra Wagenknecht erklärte, der gegenwärtige Krieg sei völkerrechtlich in keiner Weise zu rechtfertigen und klar als Angriffskrieg einzuordnen. Das Völkerrecht sehe nicht vor, dass eine Macht wie die USA nach Belieben entscheide, welches Regime bestehen dürfe und welches gestürzt werden müsse. Weltweit gebe es viele brutale und undemokratische Regierungen, auch im Nahen Osten, etwa in den Golfstaaten oder in Saudi-Arabien, wo schwere Menschenrechtsverletzungen stattfänden. Würde man diese Logik konsequent anwenden, müsste man auch dort militärisch eingreifen.

Eine internationale Ordnung, in der faktisch das Recht des Stärkeren gelte und die größte Militärmacht Staatsführer töten oder entführen könne, führe jedoch zu einer gefährlichen Entwicklung. Staaten würden alles daransetzen, sich unangreifbar zu machen. Der naheliegende Weg dahin seien Atomwaffen. Als Beispiel nennt sie Nordkorea: Wer über Nuklearwaffen und Langstreckenraketen verfüge, müsse keinen Sturz von außen fürchten. Andere Regime könnten daraus den Schluss ziehen, ebenfalls nach solchen Waffen zu streben und das mit der Folge einer zunehmend instabilen Weltordnung.

Kontroverse um Märtyrer-These

Zusätzliche Spannung erhielt die Sendung durch Wagenknechts Einschätzung zur Tötung des iranischen Religionsführers. Sie warnte davor, dass ein solcher Schritt die betroffene Person in den Augen vieler Gläubiger zum Märtyrer machen könne und das mit möglichen Folgen für die Sicherheitslage weltweit.

Djir-Sarai widersprach auch hier und stellte klar, dass die religiöse Autorität des Getöteten keineswegs von allen Schiiten anerkannt worden sei. Wagenknecht blieb jedoch bei ihrer Befürchtung, dass symbolträchtige Tötungen Radikalisierung fördern könnten.

Sahra Wagenknechts scharfe Kritik an Donald Trump

Auch die Rolle der USA geriet ins Visier der BSW-Gründerin. Donald Trump warf sie vor, militärische Angriffe zu befürworten und gleichzeitig die Verantwortung für die politischen Folgen von sich zu weisen. Eine solche Haltung sei aus ihrer Sicht zynisch und gegenüber der Zivilbevölkerung rücksichtslos.

Sie stellte grundsätzlich infrage, ob Bombardierungen geeignet seien, Demokratie oder Stabilität zu fördern. Militärische Interventionen würden häufig mit hehren Zielen begründet, führten aber in der Realität zu neuem Leid. Wagenknecht kritisierte: "Trump geht es nicht um Demokratie. Ihm geht es darum, das letzte Regime, dass sich nicht den amerikanischen Interessen unterwirft, beiseite zu räumen."

Sahra Wagenkechts Angriff auf Kanzler Friedrich Merz

Deutliche Worte fand Wagenknecht auch für den deutschen Regierungschef. Den Auftritt von Friedrich Merz im Weißen Haus bewertete sie als unterwürfig. Ihrer Ansicht nach offenbare der Umgang mit internationalen Konflikten eklatante Doppelstandards.

Zum Abschluss machte Wagenknecht nochmal deutlich, dass sie Solidarität nicht mit militärischem Eingreifen gleichsetzt. Bomben seien kein Ausdruck von Unterstützung, sondern verschärften Konflikte. Wer sich auf gemeinsame Werte berufe, müsse diese auch in Krisenzeiten konsequent anwenden.

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