Dmitri Medwedew: Eskalation nach Geheimdienstbericht - Putin-Kumpel droht mit Atomangriff

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew richtet erneut drohende Worte gegen den Westen: Sollten tatsächlich Atomwaffen an die Ukraine geliefert werden, würde es eine harte Reaktion Moskaus geben. Eskaliert der Konflikt weiter?

Von news.de-Redakteur - Uhr

Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew droht erneut mit den Atomwaffen des Kremls. (Foto) Suche
Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew droht erneut mit den Atomwaffen des Kremls. Bild: picture alliance/dpa/Lehtikuva | Jussi Nukari
  • Dmitri Medwedew äußert sich zu Bericht des russischen Auslandsgeheimdienstes über die mutmaßliche Lieferung von Atomwaffen an die Ukraine durch Frankreich und Großbritannien
  • Laut dem Putin-Kumpel würde dies die Situation im Ukraine-Krieg "grundlegend verändern"
  • Vizechef des nationalen Sicherheitsrates droht mit Atomwaffenangriff als Reaktion

Erneut gibt es scharfe Drohungen aus Moskau gegenüber dem Westen. Hintergrund ist ein Bericht des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR über die mutmaßliche Weitergabe von Atomwaffen durch Frankreich und Großbritannien an die Ukraine. Konkrete Beweise wurden dafür jedoch nicht vorgelegt. Die beiden Nato-Länder wiesen die Vorwürfe zurück, auf diese Weise gegen internationale Verträge zu verstoßen. Ungeachtet dessen brachte der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew erneut einen Atomwaffen-Einsatz gegen die Ukraine ins Spiel.

Dmitri Medwedew empört über mögliche Lieferung von Atomwaffen an die Ukraine

Der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin, der einst als liberaler Hoffnungsträger galt, fiel in den vergangenen Monaten bereits häufiger durch seine Wutausbrüche und Drohungen gegen den Westen in den sozialen Medien auf. Am Dienstag schrieb der 60-Jährige auf Telegram zu den aktuellen Entwicklungen:

  • "Ich will es ganz deutlich sagen: Berichte des russischen Auslandsgeheimdienstes, wonach Frankreich und Großbritannien beabsichtigen, dem Nazi-Regime in Kiew Atomwaffen zu übergeben, verändern die Situation grundlegend. Es geht hier nicht nur um die Missachtung des Atomwaffensperrvertrags oder anderer internationaler Feinheiten. Es handelt sich um eine direkte Lieferung von Atomwaffen an ein Land im Krieg."

Russischer Ex-Präsident droht mit Einsatz von taktischen Atomwaffen

Medwedew fuhr fort:

  • "Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass Russland in einem solchen Szenario gezwungen wäre, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel, einschließlich nicht-strategischer Atomwaffen, gegen Ziele in der Ukraine einzusetzen, die unser Land bedrohen."

Auch einen Angriff auf die "Liefernationen" als "symmetrische Reaktion" schloss der stellvertretende Leiter des nationalen Sicherheitsrates nicht aus. Er behauptete außerdem, dass Frankreich und Großbritannien nun in einen "Atomkonflikt" mit Russland verwickelt wären.

Zum Hintergrund:Die Ukraine hatte auf ihrem Gebiet befindliche Atomwaffen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion abgegeben, den Schritt allerdings auch nach Beginn des russischen Angriffskrieges bedauert. Russland behauptet immer wieder, dass Kiew an einer Bombe mit Nuklearmaterial arbeite. Beweise dafür gibt es nicht.

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/hos/news.de/dpa

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