Friedrich Merz: Kanzler plant Strategie gegen Trump – Deutschland macht sich bereit

Kanzler Friedrich Merz bereitet sich offenbar auf mögliche Konflikte mit US-Präsident Donald Trump vor. Eine interne Liste soll zeigen, wo die USA wirtschaftlich und strategisch verwundbar sind.

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Friedrich Merz: Kanzler analysiert US-Abhängigkeiten – mögliche Hebel gegen Trump Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
  • Kanzleramt prüft deutsche Druckmittel
  • Fokus auf Infrastruktur und Schlüsselindustrien
  • Lehren aus dem Grönland-Streit mit Trump

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Im Umgang mit US-Präsident Donald Trump setzt Washington immer wieder auf wirtschaftlichen Druck. Nun zieht Berlin offenbar Konsequenzen. Bundeskanzler Friedrich Merz lässt nach Informationen aus Regierungskreisen prüfen, wo die Vereinigten Staaten ihrerseits verwundbar sein könnten.

Geheime Analyse von Friedrich Merz

Laut "ntv" hat Merz seine Mitarbeiter beauftragt, systematisch zu erfassen, in welchen Bereichen die USA auf deutsche Infrastruktur, Produkte oder Standorte angewiesen sind. Ziel sei es, im Fall neuer Spannungen vorbereitet zu sein und nicht unvorbereitet auf mögliche Drohungen reagieren zu müssen. Demnach umfasst die interne Übersicht unter anderem Schlüsseltechnologien "Made in Germany", die für amerikanische Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählen Spezialmaschinen, medizinische Hightech-Geräte, bestimmte Stahlprodukte sowie Baumaschinen. Auch strategisch relevante Standorte in Deutschland sollen aufgeführt sein.

Infrastruktur mit Bedeutung für die USA

Ein Beispiel ist der Flughafen Köln/Bonn, der als zentrales Drehkreuz für große US-Logistikkonzerne in Europa gilt. Ebenso von Bedeutung: der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein sowie das Militärkrankenhaus im rheinland-pfälzischen Landstuhl, die größte Einrichtung dieser Art außerhalb der Vereinigten Staaten. Ob diese Punkte jemals als politisches Druckmittel eingesetzt würden, bleibt offen. Nach Angaben aus Berlin soll die Liste vorerst unter Verschluss bleiben. Eine Eskalation wolle man vermeiden.

Lehren aus dem Grönland-Streit

Hintergrund der Überlegungen ist der jüngste Konflikt um Grönland. Trump hatte mehreren europäischen Staaten, darunter Deutschland, mit Strafzöllen gedroht, um politische Forderungen durchzusetzen. Erst nach diplomatischen Gesprächen entspannte sich die Lage. In Regierungskreisen heißt es, man passe sich lediglich an die neue Realität internationaler Politik an. Wer mit wirtschaftlichem Druck operiere, müsse damit rechnen, dass auch die Gegenseite ihre Möglichkeiten kenne.

Experten sehen gemischte Ausgangslage

Politikwissenschaftler weisen darauf hin, dass Trump besonders sensibel auf wirtschaftlichen und politischen Gegendruck reagiere. Gleichzeitig warnen sie vor überzogenen Erwartungen. Gerade im Bereich der Sicherheitspolitik bleibe Europa stark von den USA abhängig. Eine eigenständige Verteidigungsfähigkeit sei bislang nur eingeschränkt vorhanden.

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