Wladimir Putin und Donald Trump: Wickelt der Kreml-Chef "The Don" mit diesem 7-Punkte-Plan um den Finger?

Die wegen des russischen Angriffskrieges verhängten Sanktionen des Westens sind Wladimir Putin ein Dorn im Auge - nun soll der Kreml-Chef einen verführerischen 7-Punkte-Plan schmieden, mit dem er Donald Trump um den Finger wickeln will.

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Wladimir Putin will Donald Trump Berichten zufolge mit einem verlockenden 7-Punkte-Plan umgarnen. (Foto) Suche
Wladimir Putin will Donald Trump Berichten zufolge mit einem verlockenden 7-Punkte-Plan umgarnen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel

Der vierte Jahrestag des Beginns des Ukraine-Krieges steht unmittelbar bevor - wegen seines Angriffskrieges bekam Wladimir Putin den Unmut des Westens in Gestalt von knallharten Sanktionen zu spüren, die Russlands Wirtschaft empfindlich trafen. Nun will Wladimir Putin aktuellen Berichten zufolge offenbar eine Kehrtwende einläuten und US-Präsident Donald Trump mit einem lukrativen 7-Punkte-Deal verführen, um Russlands Kopf aus der Sanktionsschlinge zu ziehen.

Wladimir Putin feilt an 7-Punkte-Plan für die USA - Deal soll Donald Trump weichkochen

Ein internes Kreml-Dokument offenbart weitreichende Pläne für eine Wirtschaftskooperation zwischen Russland und den USA. Das Memorandum, das der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vorliegt und über das auch die "Bild" und "t-online" berichten, skizziert einen sieben Punkte umfassenden Plan für die Zeit nach einem möglichen Friedensabkommen im Ukraine-Konflikt. Das brisante Papier wurde demnach 2026 verfasst und kursierte unter führenden russischen Regierungsvertretern. Besonders brisant: Moskau erwägt demnach eine Rückkehr zum Dollar-Abrechnungssystem – eine drastische Abkehr von der bisherigen Kreml-Strategie. Der Plan sieht gemeinsame Investitionen in Energieprojekte und kritische Rohstoffe vor. Amerikanische Unternehmen sollen dabei bevorzugte Konditionen erhalten. Von russischer Seite wurde das Dokument bislang nicht offiziell bestätigt.

Russland will wirtschaftliche Beziehungen mit den USA nach dem Ukraine-Krieg ausbauen

Das Memorandum listet konkrete Kooperationsfelder auf. An erster Stelle stehen langfristige Luftfahrtverträge zur Erneuerung der russischen Flugzeugflotte – mit möglicher US-Beteiligung an der Produktion vor Ort. Weitere Schwerpunkte bilden gemeinsame Öl- und Flüssiggas-Projekte. Dabei sollen auch schwer zugängliche Offshore-Vorkommen erschlossen werden. Frühere amerikanische Investitionen würden berücksichtigt, sodass US-Firmen erlittene Verluste kompensieren könnten. Zusätzlich sieht der Plan bevorzugte Bedingungen für amerikanische Unternehmen bei der Rückkehr auf den russischen Markt vor. Im Bereich Kernenergie ist eine Zusammenarbeit bei KI-Projekten angedacht. Bei strategischen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Nickel und Platin sollen beide Länder kooperieren. Der letzte Punkt zielt auf die gemeinsame Förderung fossiler Brennstoffe – als Gegenmodell zu klimafreundlichen Ansätzen, die laut dem Papier China und Europa begünstigen würden.

Wladimir Putin erwägt radikale Dollar-Kehrtwende, um Sanktionen zu mildern

Die mögliche Rückkehr zum Dollar-System markiert einen fundamentalen Kurswechsel. Bereits vor dem Ukraine-Krieg hatte der Kreml-Chef systematisch daran gearbeitet, Russlands Abhängigkeit von der US-Währung zu verringern. Stattdessen baute Moskau Alternativen auf – insbesondere mit China und Indien. Nach Beginn des Angriffskrieges 2022 zeigte sich, warum diese Strategie verfolgt wurde: Die USA und ihre Verbündeten nutzten ihre Kontrolle über Dollar-Transaktionen, um weitreichende Sanktionen gegen die russische Wirtschaft zu verhängen. Nun argumentiert das Kreml-Papier mit Vorteilen für beide Seiten. Eine Rückkehr zum Dollar könne Russlands Devisenmarkt stärken und Schwankungen bei Zahlungen reduzieren. Für Washington würde ein solcher Schritt die Position des Greenback als Weltreservewährung weiter festigen.

Putin-Plan für Trump aufgeflogen: Westliche Diplomaten wittern Spaltungsversuch

Regierungsvertreter westlicher Staaten kennen das Kreml-Dokument bereits. Gegenüber "Bloomberg" äußerten sie erhebliche Zweifel an Putins tatsächlichen Absichten. Einige Vorschläge in dem Papier wirkten so, als sollten sie gezielt einen Keil zwischen die USA und die europäischen Verbündeten der Ukraine treiben. Experten halten es zudem für äußerst unwahrscheinlich, dass der Kreml-Chef ein Abkommen anstrebt, das Chinas Interessen zuwiderläuft. Seit den westlichen Sanktionen hat sich Peking zu einem unverzichtbaren Partner für Moskau entwickelt. China liefert wichtige Komponenten und Rohstoffe für die russische Kriegswirtschaft. Ein erneuter Wechsel zur US-Währung dürfte bei Staatschef Xi Jinping auf wenig Begeisterung stoßen. Die enge Zusammenarbeit beider Länder hatte sich gerade durch die gemeinsame Abkehr vom Dollar-System vertieft.

Donald Trump erwägt Lockerung von Sanktionen - Ukraine-Präsident alarmiert wegen Putin-Plänen

Die USA haben in den vergangenen Monaten bereits signalisiert, Sanktionen im Rahmen eines möglichen Friedensabkommens schrittweise aufheben zu wollen – eine Grundvoraussetzung für den Handel in Dollar. Ob Moskau einzelne Punkte des Plans gegenüber Washington schon offiziell vorgeschlagen hat, bleibt unklar.

Anfang Februar erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor Journalisten, Russland und die USA würden parallel zu den Friedensgesprächen mit Kiew umfangreiche bilaterale Wirtschaftsabkommen diskutieren. Der ukrainische Geheimdienst will herausgefunden haben, dass Putin Trump Geschäfte im Wert von 12 Trillionen Dollar angeboten haben soll. Putins Chefunterhändler Kirill Dmitrijew arbeitete bereits mit Trumps Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner an einem 28-Punkte-Plan. Dieser sah unter anderem eine schrittweise Sanktionsaufhebung vor.

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