Donald Trump: Er wütet nach Umfrage-Debakel - die Wähler wenden sich ab

Donald Trump warnt im Falle einer Wahlniederlage vor "sehr schlechten Dingen" und wütet angesichts der schwankenden Umfrageergebnisse im Netz. Sogar von einer Straftat ist hier die Rede. Im Hinblick auf die Zwischenwahlen sieht es düster aus.

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Vor allem bei Geringverdienern stößt Donald Trumps Politik laut aktuellen Umfrage-Werten auf Widerstand. (Foto) Suche
Vor allem bei Geringverdienern stößt Donald Trumps Politik laut aktuellen Umfrage-Werten auf Widerstand. Bild: dpa/AP/Mark Schiefelbein
  • Umfrage-Werte sinken kurz vor den Zwischenwahlen
  • Donald Trump warnt in Iowa vor den Folgen einer möglichen Wahlniederlage
  • Zahlen beweisen: US-Präsident erhält unter Geringverdienern konstant geringe Zustimmung
  • Er wütet gegen die Presse: Umfrage-Erhebungen gleichen einer Straftat

US-Präsident Donald Trump sieht den aktuellen Umfrage-Ergebnissen nicht mehr ganz so gelassen entgegen, wie noch vor einigen Monaten. Dies liegt unter anderem an den nahenden Zwischenwahlen, die starke Auswirkungen auf die Regierungsgeschäfte der Republikaner haben könnten. Der 79-Jährige findet daher mahnende Worte.

Donald Trump mit besonderem Engagement vor den Zwischenwahlen in den USA

Bei einer Kundgebung im US-Bundesstaat Iowa hat Präsident Donald Trump seine Partei eindringlich vor den Folgen einer Niederlage bei den Midterm-Wahlen gewarnt. "Wenn wir die Midterms verlieren, werden Sie so viele der Dinge verlieren, über die wir sprechen, so viele der Vermögenswerte, über die wir sprechen, so viele der Steuersenkungen, über die wir sprechen – und es würde zu sehr schlechten Dingen führen", erklärte der 79-Jährige vor seinen Anhängern.

Der Präsident betonte, dass die Republikaner im November sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus gewinnen müssten. "Ich bin hier, weil wir die Kampagne starten, um die Midterms zu gewinnen", sagte Trump. Das Weiße Haus kündigte an, dass der Präsident bis zur Wahl wöchentlich durchs Land reisen werde.

Umfrage-Werte in den USA zeigen: Zustimmung bei Geringverdienern bleibt unter 40 Prozent

Dabei könnte vor allem eine Wählerschaft im Fokus stehen. Denn während Trump für die Midterms trommelt, zeigen aktuelle Umfragedaten ein hartnäckiges Problem: Seine Zustimmungswerte bei einkommensschwachen Amerikanern verharren auf niedrigem Niveau. Laut einer Serie von fünf aufeinanderfolgenden Erhebungen des "Economist" und YouGov bewegte sich die Zustimmung bei Wählern mit einem Jahreseinkommen unter 50.000 Dollar zwischen 34 und 38 Prozent.

Die Ablehnung lag dabei konstant zwischen 54 und 61 Prozent. Besonders deutlich fiel der Einbruch Anfang Januar aus, als nur noch 34 Prozent der Geringverdiener Trumps Arbeit positiv bewerteten. In der jüngsten Befragung vom 23. bis 26. Januar stieg der Wert wieder auf 38 Prozent.

Wirtschaftlich belastete Wähler reagieren laut "Newsweek" besonders sensibel auf Preisveränderungen und Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit. Das Gesamtbild bleibt jedoch stabil: Eine klare Mehrheit dieser Wählergruppe lehnt den Präsidenten ab. Und wer Donald Trump ablehnt, bekommt dafür die Quittung im Social-Web.

Trump wettert gegen "betrügerische Umfragen"

Der Präsident selbst reagiert mit scharfer Kritik auf die negativen Erhebungen. Auf seiner Plattform "Truth Social" bezeichnete Trump Umfragen vergangene Woche als "Fake und betrügerisch" und forderte, dass solche Erhebungen "praktisch eine Straftat" sein sollten. "Man muss etwas gegen betrügerische Umfragen unternehmen... Ist es nicht traurig, was mit dem amerikanischen Journalismus passiert ist? Aber ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um diesen Umfragebetrug zu stoppen!", schrieb Trump.

Das Weiße Haus wies die Kritik an den Zustimmungswerten zurück. Sprecherin Anna Kelly erklärte gegenüber "Newsweek", Trump habe sein Amt mit einem "überwältigenden Mandat von fast 80 Millionen Amerikanern" angetreten. Die Bevölkerung stehe weiterhin hinter der Agenda des Präsidenten – "ungeachtet der sogenannten Umfragen der Mainstream-Medien".

Druck auf Republikaner wächst

Sollten Trumps Zustimmungswerte bei Geringverdienern dauerhaft unter der 40-Prozent-Marke bleiben, könnten die Republikaner gezwungen sein, ihre wirtschaftspolitische Strategie anzupassen. Gezieltere Vorschläge für diese Wählergruppe wären dann möglicherweise erforderlich.

Für die Demokraten hingegen signalisieren die Zahlen eine Chance: Wirtschaftliche Themen könnten sich als eines ihrer wirksamsten Instrumente im Wahlkampf erweisen. Trump selbst räumte bei seiner Kundgebung in Iowa ein, dass es schwierig werden könnte, die Wähler im November zu überzeugen. Bei vergangenen Wahlen habe sich gezeigt: "Wenn etwas passiert, dreht sich die Schraube bei den Wählern" – unabhängig davon, wie gut der Präsident abschneide.

Die kommenden Umfragen werden zeigen, ob sich die Schwankungen vom Januar zu einem längerfristigen Trend verfestigen.

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