Jacob Schrot gefeuert: Bundeskanzler besiegelt Trennung - ER wird neuer Büroleiter im Kanzleramt
Er war einer der fünf engsten Berater von Friedrich Merz in den ersten Monaten seiner Kanzlerschaft. Nun ist Jacob Schrot seinen Job als Büroleiter in der Regierungszentrale los. Was steckt hinter der überraschenden Trennung nach nur acht Monaten?
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Friedrich Merz besiegelt Trennung von Büroleiter Jacob Schrot
- Gefeuert nach nur acht Monaten: Bundeskanzler ersetzt Berater im Kanzleramt
- Philipp Birkenmaier als Nachfolger von Jacob Schrot als Merz' Büroleiter
Für Bundeskanzler Friedrich Merz beginnt das Jahr 2026 mit einer überraschenden Trennung: Jacob Schrot, einer der bislang engsten Vertrauten des Bundeskanzlers, muss nach gerade einmal acht Monaten als Büroleiter seinen Posten räumen. An seine Stelle tritt der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier, ein ausgewiesener Wirtschaftsfachmann.
Friedrich Merz besiegelt Trennung von Büroleiter Jacob Schrot nach nur acht Monaten
Offiziell erfolgte die Trennung zwischen Merz und dem 35-jährigen Schrot "im gegenseitigen Einvernehmen", wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Birkenmaier werde zeitnah die Organisation der täglichen Arbeit des Kanzlers übernehmen. Es handelt sich um den ersten bedeutenden Personalwechsel im direkten Umfeld von Merz seit dessen Amtsantritt im Mai 2025.
Mit diesem Schritt will der Kanzler offenbar seine wirtschafts- und innenpolitische Expertise im engsten Beraterkreis verstärken – passend zu seinem erklärten Ziel, 2026 zum Jahr der Reformen zu machen.
Jacob Schrot als Merz' Büroleiter gefeuert nach massiver Kritik aus Fraktion und Wirtschaft
Hinter den Kulissen brodelte es schon länger, wie in der "Bild" zu lesen ist. Sowohl aus der Unionsfraktion als auch aus Wirtschaftskreisen hagelte es zuletzt Beschwerden über den Merz-Vertrauten. Der zentrale Vorwurf: Jacob Schrot fehle es an ökonomischem Sachverstand und bereite den Kanzler unzureichend vor. Besonders zwei Situationen werden ihm angelastet. Beim Wirtschaftsgipfel am 22. September 2025 soll Merz von der harschen Kritik der Verbandschefs kalt erwischt worden sein. Auch beim Streit um das Rentenpaket kurz vor Weihnachten habe Schrot die Stimmung in der eigenen Fraktion völlig falsch eingeschätzt.
Unionspolitiker bemängelten zudem fehlendes Detailwissen und mangelndes politisches Gespür. Statt auf Fachpolitiker zu hören, habe Schrot diesen Anweisungen erteilt. Außerdem habe er sich zu stark in den Vordergrund gedrängt und sei bei fast allen Kanzlerreisen dabei gewesen.
Jacob Schrot muss gehen, Philipp Birkenmaier als Nachfolger im Merz-Büro
Der neue Mann an Merz' Seite bringt einen beeindruckenden Lebenslauf mit. Philipp Birkenmaier, ein studierter Jurist, sammelte bereits zwischen 2007 und 2012 Erfahrungen im Bundeskanzleramt. Anschließend leitete er die Geschäfte des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion. 2019 wechselte er auf Einladung des damaligen Wirtschaftsministers Peter Altmaier ins Bundeswirtschaftsministerium. Nach dem Regierungswechsel 2022 verantwortete er gemeinsam mit Generalsekretär Carsten Linnemann die Erarbeitung des neuen CDU-Grundsatzprogramms. Seit Juli 2024 fungiert er als Bundesgeschäftsführer der Partei. Mit seiner langjährigen Tätigkeit in Regierung, Fraktion und Partei gilt Birkenmaier als bestens vernetzt im politischen Berlin. Er rückt nun in den engsten Führungszirkel um den Kanzler auf.
Unionsfraktion begrüßt Personalwechsel im Bundeskanzleramt
Die Entscheidung stößt in der Unionsfraktion auf breite Zustimmung. Christian von Stetten, Vorsitzender des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand, bewertet den Schritt äußerst positiv. "Diese Personalentscheidung von Friedrich Merz wird sich positiv auf das Wirtschaftswachstum des nächsten Jahres auswirken", sagte er gegenüber "Bild". Von Stetten bezeichnete die Berufung Birkenmaiers als "die wichtigste wirtschaftspolitische Nachricht des neuen Jahres". Der neue Büroleiter hatte einst selbst die Geschäftsführung des Parlamentskreises Mittelstand inne.
Friedrich Merz stellt die Weichen für 2026 mit personeller Trennung
Schrot selbst kündigte an, sich nach einem Jahrzehnt in der Bundespolitik "neuen beruflichen Herausforderungen" zu widmen. Dem Kanzler werde er persönlich verbunden bleiben. Merz dankte seinem scheidenden Mitarbeiter für dessen "unermüdlichen Einsatz" und die Unterstützung beim Regierungsstart. Die Personalentscheidung fügt sich nahtlos in die ambitionierte Agenda des Kanzlers ein. Merz hat 2026 zum Jahr grundlegender Reformen erklärt, um die deutsche Wirtschaft nach einer langen Schwächephase wieder anzukurbeln.
In seiner Neujahrsansprache warnte er vor einem "hausgemachten Reformstau", der das Potenzial deutscher Unternehmen auch auf Exportmärkten bremse. Angesichts der alternden Gesellschaft und der in Rente gehenden geburtenstarken Jahrgänge müsse eine neue Balance in den Sozialsystemen gefunden werden. Konkret stehen Reformen bei Kranken- und Pflegeversicherung sowie eine Rentenreform an. Bereits in der ersten Januar-Woche stehen wichtige Termine an: Am Donnerstag (08.01.2026) spricht Merz bei der CSU-Klausur in Seeon, am Freitag und Samstag (9. und 10. Januar) folgt die CDU-Vorstandsklausur in Mainz. Bei beiden Treffen steht die Wirtschaftsbelebung im Mittelpunkt.
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loc/news.de/dpa/stg
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