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Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022 im News-Ticker: CDU-Günther holt Mega-Sieg vor Grünen - SPD stürzt ab

Nach dem Sieg der CDU in Schleswig-Holstein richten sich die Blicke nun nach Nordrhein-Westfalen, wo am Sonntag die nächste Landtagswahl ansteht. Während die CDU nach der Wahl im Norden zuversichtlich ist, sind bei der SPD die Gesichter lang. Alle News zur Landtagswahl gibt es hier.

CDU-Ministerpräsident Daniel Günther freut sich über den Wahlsieg. Bild: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Nach dem fulminanten Sieg der CDU bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein blicken die Parteien nun mit Spannung auf die Landtagswahl am kommenden Sonntag in Nordrhein-Westfalen (NRW). Am Montag kommen zunächst in Berlin die Führungsgremien der Bundesparteien zusammen, um über die Ergebnisse aus dem Norden zu diskutieren und Schlüsse für die nächste Abstimmung zu ziehen.

Am Mittag will CDU-Parteichef Friedrich Merz Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther gratulieren und das beste Wahlergebnis der CDU im Norden seit 1987 würdigen. Ganz anders ist die Lage bei der SPD, die am Sonntag im Land zwischen den Meeren mit ihrem Spitzenkandidaten Thomas Losse-Müller ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1947 eingefahren hat.

Landtagswahl Schleswig-Holstein: Hochrechnungen und Ergebnisse im Ticker

Alle aktuellen Entwicklungen und Neuigkeiten zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein gibt es hier in unserem Newsticker.

+++ 09.05.2022 Ministerpräsident Günther gewinnt Wahlkreis gegen SPD-Herausforderer +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat bei der Landtagswahl am Sonntag seinen Wahlkreis verteidigt. Der CDU-Politiker gewann das Direktmandat im Wahlkreis Eckernförde klar gegen SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller. Günther kam auf 58,4 Prozent der Erststimmen, Losse-Müller erhielt 16,1 Prozent. Günther hatte bereits bei der vergangenen Landtagswahl das Direktmandat in seiner Heimatstadt gewonnen.

+++ 09.05.2022: AfD fliegt im Norden bundesweit erstmals wieder aus einem Landtag +++

Die AfD ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein erstmals in Deutschland wieder aus einem Landesparlament geflogen. Die Partei um ihren Spitzenkandidaten Jörg Nobis erhielt am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis nur 4,4 Prozent und scheiterte damit an der Fünf-Prozent-Hürde. Erst 2017 hatte die AfD im nördlichsten Bundesland überhaupt den Einzug in den Landtag geschafft. Umfragen hatten die Partei vor der Wahl noch bei fünf bis sechs Prozent gesehen.

Nobis machte internen Streit als Ursache für die Niederlage aus. "Interner Streit wird vom Wähler nicht goutiert", sagte er. Bereits vor der Wahl hatte die AfD im Landtag ihren Fraktionsstatus eingebüßt. Die zunächst fünfköpfige Fraktion zerfiel, weil der Partei nur drei Abgeordnete blieben. Eine Fraktion muss mindestens vier Politiker haben. Die frühere AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein wurde aus Partei und Fraktion ausgeschlossen. Frank Brodehl verließ die AfD und trat später in die Splitterpartei Liberal-Konservative Reformer ein.

+++ 08.05.2022: Hochrechnungen: CDU klarer Wahlsieger in Schleswig-Holstein +++

Die CDU hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein deutlich gewonnen. Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF legten die Christdemokraten von Ministerpräsident Daniel Günther am Sonntag stark zu und kamen auf 41,3 bis 42,8 Prozent. Die SPD mit Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller schnitt mit 15,5 bis 16 Prozent historisch schlecht ab, die Grünen erreichten 17,2 bis 19,3 Prozent.

Die AfD muss mit 4,5 bis 4,9 Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen (2017: 5,9). Die Linke verfehlt den Einzug ins Parlament in Kiel erneut klar. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kommt auf 6 Prozent (2017: 3,3).

+++ 08.05.2022: Grünen-Vorsitzende Lang: "Stehen für Regierungsbildung bereit" +++

Nach den ersten Prognosen zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die Grünen-Parteivorsitzende Ricarda Lang die Bereitschaft der Grünen betont, dort erneut Regierungsverantwortung zu übernehmen. "Natürlich stehen wir jetzt für Regierungsbildung zur Verfügung", sagte Lang am Abend im ZDF. Es gebe in Schleswig-Holstein "mehrere Wahlsieger", sagte Lang. Die Grünen gehörten neben der CDU dazu. CDU-Ministerpräsident Daniel Günther sei aber "klarer Wahlsieger" und entscheide deshalb über eine künftige Regierungskonstellation. "Der Ball liegt erst mal bei Daniel Günther."

+++ 08.05.2022: FDP-Spitzenkandidat Buchholz hofft auf schwarz-gelbe Regierung +++

FDP-Spitzenkandidat Bernd Buchholz ist nach den ersten Prognosen zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein zuversichtlich, dass seine Partei an der künftigen Landesregierung beteiligt sein wird. «Es gibt die Möglichkeit in der Mitte eine stabile Regierung mit uns zu bilden in diesem Land. Und das wollen wir auch. Und ich sage mal: Das werden wir auch», sagte Buchholz auf der FDP-Wahlparty in Kiel. Jetzt werde man losmarschieren und Gespräche führen.

Die Prognosen von ARD und ZDF sehen die FDP bei sieben Prozent. Bei der Landtagswahl 2017 hatte die Partei noch 11,5 Prozent erhalten. Buchholz reagierte enttäuscht auf die Werte: Man hätte sich mehr gewünscht, sagte er. "Vielleicht hätten wir auch mehr verdient gehabt, nach den Jahren, die wir hier anständig mitregiert haben."

+++ 08.05.2022: Losse-Müller: Hatten es schwer gegen beliebtesten Ministerpräsidenten +++

Der SPD ist es bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nach den Worten ihres Spitzenkandidaten Thomas Losse-Müller nicht gelungen, sich mit ihren Themen durchzusetzen. Es sei eine große Herausforderung gewesen, gegen den beliebtesten Ministerpräsidenten der Bundesrepublik anzugehen, sagte Losse-Müller am Sonntagabend. Die SPD rangiert in den Prognosen aktuell auf Platz 3 nach dem klaren Wahlsieger CDU und den Grünen.

+++ 08.05.2022: CDU-Fraktionschef Koch für Fortsetzung der Jamaika-Koalition +++

Schleswig-Holsteins CDU-Fraktionschef Tobias Koch möchte trotz des absehbar hervorragenden Wahlergebnis die Jamaika-Koalition im Norden fortsetzen. "Für uns gilt das, was wir vor der Wahl gesagt haben, auch nach der Wahl. Wir würden uns eine Fortsetzung von Jamaika wünschen", sagte Koch am Sonntag im NDR-Fernsehen. Fünf Jahre gute Zusammenarbeit von CDU, Grünen und FDP sprächen für sich. "Ich finde eine Dreier-Konstellation hat sich hier sehr bewährt in Schleswig-Holstein."

Der Prognose zufolge kann die CDU auf 41 bis 43 Prozent der Stimmen hoffen. Bestätigt sich dieses Ergebnis, könnte die CDU mit nur einem Koalitionspartner regieren. Möglich wären neben der FDP und den Grünen möglicherweise auch der Südschleswigsche Wählerverband (SSW).

+++ 08.05.2022: Stegner nennt Abschneiden seiner Partei ein "Debakel" +++

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Landesvorsitzende Ralf Stegner hat das Abschneiden seiner Partei bei der Wahl in Schleswig-Holstein als "Debakel" bezeichnet. Er glaube, dass der SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller ein guter Kandidat gewesen sei, er habe aber nur wenig Zeit gehabt, sagte Stegner am Sonntag im NDR-Fernsehen. Es sei auch schwer, einen populären Ministerpräsidenten zu schlagen. Jetzt gehe es für die SPD darum, gute Oppositionspolitik zu machen.

+++ 08.05.2022: CDU-Bundesvize Prien: "Überzeugender Wahlsieg" für CDU +++

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hat sich erfreut über den klaren Wahlsieg ihrer Partei bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein gezeigt. "Das ist ein überzeugender Wahlsieg für die CDU in Schleswig-Holstein", sagte Prien am Sonntag in der ARD nach der Veröffentlichung der Prognosen. Es sei ein Tag der "großen Freude" und ein "riesiger Erfolg". Sie machte deutlich, dass dies auch der Verdienst von Ministerpräsident Daniel Günther sei.

Günther regiert bisher ein sogenanntes Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP. Mit Blick auf die Frage, in welcher Konstellation er weiterregieren könnte, sagte Prien: "Jamaika war und ist unser Wunschbündnis." Man müsse nun aber erst mal die Zahlen abwarten, werde dann aber mit den bisherigen Koalitionspartnern in Gespräche gehen. Der Wahlsieg werde der CDU "ordentlich Rückenwind" für die Landtagswahl am kommenden Sonntag in Nordrhein-Westfalen geben, sagte Prien.

+++ 08.05.2022: Daniel Günther holt bis zu 43 Prozentpunkt in Schleswig-Holstein +++

Die CDU kommt demnach laut ersten Hochrechnungen auf 41 bis 43 Prozent der Stimmen (2017: 32,0). Die Sozialdemokraten mit Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller erzielen mit 15,5 bis 16 Prozent (2017: 27,3) ein historisch schlechtes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die Grünen erreichen 17 bis 19,5 Prozent (2017: 12,9) und die FDP 7 Prozent (2017: 11,5). Die AfD muss mit 4,5 bis 4,9 Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen (2017: 5,9).

Die Linke verfehlt den Einzug ins Parlament in Kiel erneut klar. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kommt auf 6 Prozent (2017: 3,3). Er ist als Partei der dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Klausel befreit. Regierungschef Günther, der bisher ein sogenanntes Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP anführt, kann damit weiterregieren - in welcher Konstellation ist noch offen.

+++ 08.05.2022: Günther fährt persönlichen Sieg ein: Welche Koalition kommt? +++

Für Günther ist das Ergebnis auch ein großer persönlicher Erfolg. Der 48-Jährige gehört bundesweit zu den Ministerpräsidenten mit den höchsten Beliebtheitswerten. Als Chef der stärksten Partei hat er nun verschiedene Optionen. Theoretisch könnte er das Jamaika-Dreierbündnis mit Grünen und FDP fortsetzen. Das gilt aber als unwahrscheinlich, weil es auch für ein Zweierbündnis reicht. Nach den Prognosen wäre sowohl eine Regierung mit den Grünen, mit der SPD und auch mit der FDP möglich.

Für den wenig bekannten SPD-Herausforderer Losse-Müller (49) bedeutet das schwache Ergebnis auch eine persönliche Niederlage. Günther hingegen könnte auch in der Bundespolitik noch wichtiger werden. Sein Name wird inzwischen auch genannt, wenn über den nächsten Kanzlerkandidaten der Union spekuliert wird. Ausgerechnet Günther, der in der Union nie eine große Unterstützung für Friedrich Merz war, bescherte ihm nun den ersten Erfolg.

+++ 08.05.2022: CDU gewinnt Landtagswahl in Schleswig-Holstein +++

Die CDU hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein klar gewonnen. Nach den ersten Prognosen von ARD und ZDF lagen die Christdemokraten von Ministerpräsident Daniel Günther deutlich vor Grünen und SPD und konnten sich bei der Wahl am Sonntag im Vergleich zu 2017 erheblich verbessern.

+++ 08.05.2022: Weniger Wähler als vor fünf Jahren an den Urnen in Schleswig-Holstein +++

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein sind am Sonntag bis zum frühen Nachmittag weniger Wähler und Wählerinnen an die Urnen gegangen als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr hatten 36,8 Prozent in den Wahllokalen ihre Stimme abgegeben, wie der Landeswahlleiter auf seiner Internetseite mitteilte. 2017 hatten dies zu diesem Zeitpunkt 42,5 Prozent getan. Die Wahlbeteiligung lag damals bei insgesamt 64,2 Prozent.

Der stellvertretende Landeswahlleiter, Maik Petersen, ging früheren Angaben zufolge von einer regen Beteiligung bei der Briefwahl aus. 2017 hatte der Briefwahl-Anteil 18 Prozent betragen.

Rund 2,317 Millionen Schleswig-Holsteiner dürfen zur Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Zur Wahl stehen 16 Parteien mit Landeslisten, drei mehr als vor fünf Jahren. Erste Prognosen und Hochrechnungen werden am Abend kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet.

Nach jüngsten Umfragen zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung der CDU ab. Die Union kam darin auf 36 bis 38 Prozent. Demoskopen ermittelten für die SPD 19 bis 20 und für die Grünen 16 bis 17 Prozent. Es folgen die FDP mit 7 bis 9 Prozent, die AfD mit 5 bis 6 und der als Partei der dänischen Minderheit von der 5-Prozent-Hürde ausgenommene SSW mit 4 bis 5 Prozent.

+++ 08.05.2022: Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Wahllokale geöffnet +++

In Schleswig-Holstein hat die Landtagswahl begonnen, die Wahllokale sind seit 8.00 Uhr geöffnet. Gut 2,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Die jüngsten Umfragen sahen die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther klar vor der SPD und den Grünen. Günther will seine Stimme am Vormittag in Eckernförde abgeben, SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller in Bistensee und Finanzministerin Monika Heinold als Spitzenkandidatin der Grünen in Kiel. Die erste Prognose zum Ausgang der Wahl wird kurz nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr erwartet.

CDU und FDP haben sich für eine Wiederauflage der seit 2017 regierenden Jamaika-Koalition ausgesprochen, während sich die Grünen nicht festlegten. Es könnte nach der Wahl auch für Schwarz-Grün oder - deutlich knapper - für Schwarz-Gelb reichen. Die SPD hofft trotz schlechter Umfragewerte auf ein Regierungsbündnis mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) oder mit Grünen und FDP.

Die Wahlberechtigten können sich mit der Erststimme für einen Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis entscheiden. Davon gibt es im Land 35. Die Zweitstimme gilt einer der 16 zugelassenen Landeslisten von Parteien.

Die Wahl im nördlichsten Bundesland ist auch von bundespolitischer Bedeutung. Die CDU hatte zuletzt Niederlagen bei der Bundestagswahl und mehreren Landtagswahlen einstecken müssen - nun könnte sie wieder einen Erfolg feiern. Wichtiger noch wird allerdings die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen in einer Woche.

+++ 08.05.2022: CDU klarer Favorit bei Landtagswahl in Schleswig-Holstein +++

Die Schleswig-Holsteiner wählen an diesem Sonntag den Landtag neu. Den Umfragen zufolge kann die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit einem klaren Sieg rechnen. Derzeit regiert im Norden eine Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Die Regierung hat hohe Zustimmungswerte; Günther persönlich ist auch bei Sympathisanten anderer Parteien beliebt. Umfragen sehen ihn als populärsten Regierungschef in Deutschland. CDU und FDP befürworten zwar eine Neuauflage der Jamaika-Koalition, aber es könnte nach der Wahl auch für Schwarz-Grün oder - deutlich knapper - für Schwarz-Gelb reichen.

Der SPD von Kanzler Olaf Scholz droht nach ihren Siegen bei der Bundestagswahl und zuletzt im Saarland nun wieder eine Niederlage. Die CDU dagegen schaut nach ihren letzten Wahlpleiten voller Hoffnung nach Kiel. Parteichef Friedrich Merz kann einen Erfolg gut gebrauchen, auch mit Blick auf die wichtige Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen in einer Woche. Bleibt Günther an der Förde am Ruder, dürfte auch sein Gewicht in der Union weiter wachsen.

Die Wahllokale sind heute von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Gut 2,3 Millionen Wahlberechtigte dürfen ihre Stimme abgeben. 16 Parteien treten mit Landeslisten an. In den 35 Wahlkreisen werden ebenso viele Direktkandidaten gewählt. Die Wahlbeteiligung hatte vor fünf Jahren 64,2 Prozent betragen. Die erste Prognose zum Ausgang der Wahl wird kurz nach 18.00 Uhr erwartet.

+++ 07.05.2022: Parteien in Schleswig-Holstein absolvieren letzte Wahlkampftermine +++

Endspurt im Norden: Einen Tag vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein haben die Spitzenkandidaten der Parteien letzte Wahlkampftermine absolviert. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) setzten dabei vor allem auf Straßenwahlkampf. Günther war unter anderem im heimischen Eckernförde und in Gettorf unterwegs. Losse-Müller warb am Samstagfrüh ebenfalls in Eckernförde für sich und seine Partei. Im dortigen Wahlkreis treten er und Günther auch als Direktkandidaten gegeneinander an.

"Bei bester Stimmung an den Wahlkampfständen haben wir nochmal jede Gelegenheit genutzt, um für unseren Kurs zu werben", sagte Günther am Samstag. Wer wolle, dass das Land diesen fortsetze, müsse mit beiden Stimmen CDU wählen. SPD-Spitzenkandidat Losse-Müller resümierte: "In den vergangenen Wochen haben die großen Themen den Landtagswahlkampf überlagert. Jetzt merkt man aber, dass der volle Fokus auf die wichtige Richtungsentscheidung für Schleswig-Holstein da ist." Daher kämpfe man um jede Stimme.

Grünen-Spitzenkandidatin Heinold sagte: "Hinter uns liegen intensive und vom Krieg überschatte Wochen. Dennoch haben wir mit viel Leidenschaft für unsere Themen geworben: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und eine moderne Gesellschaftspolitik". Auch aus Sicht von FDP-Spitzenkandidat Bernd Bucholz war der Wahlkampf in Teilen vom Ukraine-Krieg überlagert. "Manchmal kommt man sich klein und nichtig vor, wenn man dann über Bildungspolitik über Wirtschaftspolitik, über andere Dinge redet", sagte er bei einer Kundgebung mit FDP-Chef Christian Lindner in Kiel.

Auch der Südschleswigschen Wählerverband (SSW), die AfD und die Linke warben noch einmal um Stimmen. Am Sonntag sind rund 2,3 Millionen Schleswig-Holsteiner aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Rund 127 000 von ihnen sind Erstwähler.

+++ 06.05.2022: Parteien in Schleswig-Holstein im Endspurt zur Landtagswahl +++

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein haben die Parteien noch einmal kräftig um Wählerstimmen geworben. Die SPD um Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller erwartete am Freitagnachmittag Bundeskanzler Olaf Scholz zu einer Kundgebung in Kiel. Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU hatte Termine in Nortorf und Laboe im Programm. In Kiel untermauerte die Klimabewegung Fridays for Future am Nachmittag mit einer Kundgebung und einer Demonstration ihre Forderungen an die Landespolitik.

Die Umfragen sehen die CDU mit bis zu 38 Prozent weit vor der SPD und den Grünen. Beide lagen in einem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-"Politbarometer Extra" gleichauf bei 18 Prozent. Die Umfragen sagen durchweg eine sichere Mehrheit für eine mögliche Koalition aus CDU und Grünen voraus. Knapper, aber denkbar wäre es demnach auch für ein Bündnis aus CDU und FDP. Eine von SPD oder Grünen geführte Koalition erscheint den Umfragen zufolge unwahrscheinlich. Seit 2017 regieren im Norden CDU, Grüne und FDP gemeinsam.

Die Spitzenkandidatinnen der Grünen, Monika Heinold und Aminata Touré, haben für den späten Nachmittag in Neumünster Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck an ihre Seite gebeten. Heinold war am Freitag auch in Gettorf und Kiel auf Wahlkampftour, am Samstag folgen Rendsburg und Bad Malente.

Die FDP mit Spitzenkandidat Bernd Buchholz setzt im Wahlkampf-Schlussspurt auch auf Unterstützung des Parteivorsitzenden, Bundesfinanzminister Christian Lindner - mit gemeinsamen Terminen am Freitag in Flensburg und Neumünster. Am Samstag soll es in Kiel und Lübeck weitergehen.

Mächtig ins Zeug legen sich am Tag vor der Wahl auch Günther und Losse-Müller. Der Ministerpräsident wird unter anderem im heimischen Eckernförde und in Gettorf unterwegs sein. Später wird Günther dann zum Nachtschwärmer: Um 22.00 Uhr soll in Kiel eine Jungwählerparty mit ihm in Kiel starten.

Losse-Müller will schon ab 7.00 Uhr beim Verteilen von Flyern in Eckernförde für sich und seine Partei werben. Im dortigen Wahlkreis treten er und Günther auch als Direktkandidaten gegeneinander an. Losse-Müller hat eine Kneipentour in Eckernförde bis 22.00 Uhr angesetzt.

+++ 05.05.2022: Neue Umfrage: CDU im Norden klar vorn, SPD und Grüne gleichauf +++

Kurz vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnet sich einer neuen Umfrage zufolge ein klarer Sieg der regierenden CDU ab. SPD und Grüne liegen in dem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-Politbarometer Extra für Schleswig-Holstein gleichauf. Der Landtag wird am Sonntag gewählt.

Die CDU mit Ministerpräsident Daniel Günther kommt demnach wie in der Vorwoche auf 38 Prozent. Die SPD mit Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller verliert einen Punkt und erzielt aktuell 18 Prozent. Die Grünen mit Spitzenkandidatin Monika Heinold gewinnen einen Punkt auf ebenfalls 18 Prozent hinzu. Die FDP würden laut Umfrage 8 Prozent (+1), die AfD unverändert 6 Prozent und den Südschleswigschen Wählerverband SSW, die Partei der dänischen Minderheit, 6 Prozent (+1) wählen. 31 Prozent wissen aber noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Günther hat auch bei der Frage, wen man lieber als Regierungschef hätte, deutlich die Nase vorn. 64 Prozent nannten hier den amtierenden Ministerpräsidenten, 11 Prozent Losse-Müller und 10 Prozent Heinold.

Die Werte geben nur das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose zum Wahlausgang dar, wie das ZDF betont.

+++ 04.05.2022: Günther nach Corona-Infektion wieder heraus aus der Isolation +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kann nach einer Corona-Erkrankung wieder in den Landtagswahlkampf einsteigen. "Habe mich selten so über ein negatives Ergebnis gefreut", schrieb der CDU-Politiker am Mittwoch auf Facebook. "Ab heute bin ich endlich wieder aus der Isolation raus und kann wieder alle Wahlkampftermine wie geplant wahrnehmen. Ich habe richtig Bock auf den Wahlkampfendspurt."

Noch am Dienstag war ein Corona-Test Günthers positiv ausgegangen. Am Mittwochabend trifft Günther im NDR-Fernsehen beim letzten Triell der Spitzenkandidaten mit Thomas Losse-Müller von der SPD und Finanzministerin Monika Heinold von den Grünen zusammen. Der Landtag wird am Sonntag neu gewählt. In den Umfragen liegt die CDU deutlich vor der SPD und den Grünen.

+++ 03.05.2022: Spannung vor Dreikampf der Spitzenkandidaten im Norden +++

Vor dem TV-Triell der Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat eine weitere Umfrage der CDUeine deutliche Mehrheit prognostiziert. Noch ist unklar, ob Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)an dem verbalen Dreikampf am Mittwochabend (04.05.2022) im NDR-Fernsehen mit den Spitzenkandidaten Thomas Losse-Müller (SPD)und Monika Heinold (Grüne)persönlich teilnehmen kann. Er hat eine Corona-Infektion und muss deswegen eventuell von zu Hause zugeschaltet werden. Günther sagte am Dienstag, ihm gehe es zwar deutlich besser, er sei aber immer noch Corona-positiv.

Im Kieler Landeshaus wollen sich Günther, Losse-Müller und Heinold Fragen von NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz und Landespolitik-Chefin Julia Stein stellen. Ursprünglich sollte die Diskussionsrunde bereits am 26. April stattfinden, der Regierungschef sagte nach seiner Corona-Infektion aber ab.

In einer am Dienstag veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der "Bild"-Zeitung kam die CDU auf 36 Prozent. Damit wäre sie im neuen Landtag klar stärkste Kraft.Die SPD kam auf 20 Prozent, die Grünen auf 16 Prozent. Die FDPlandete bei 9, die AfD bei 6 Prozent. Der von der Fünf-Prozent-Hürde befreite Südschleswigsche Wählerverband (SSW), die Partei der dänischen und friesischenMinderheit, lag bei 5 Prozent. Die derzeit nicht im Landtag vertretene Linke kam auf 3 Prozent.

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fka/news.de/dpa