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Christian Lindner: "Möglicherweise beginnende Demenz!" Twitter rechnet mit "Lügen-Lindner" ab

Ein Video sorgt derzeit für Aufruhr im Netz. Die Aufnahmen zeigen Christian Lindner im Bundestagswahlkampf, wie er einem Mann verspricht, dass die FDP Ungeimpfte nicht diskriminieren und ausgrenzen werde. Mittlerweile gilt bundesweit die 2G-Regel. Das Internet vergisst halt nie.

Christian Lindner wird vorgeworfen, im Wahlkampf gelogen zu haben. Bild: picture alliance/dpa | Uli Deck

Im Wahlkampf buhlen die Parteien mit zahlreichen Versprechen um jede Stimme. Zwar sind Wahlversprechen rechtlich nicht bindend, Politiker:innen sollten dennoch Vorsicht walten lassen. Nicht selten sind sie nach der Wahl wieder vergessen und fallen den Volksvertretern auf die Füße. Ein virales Video bringt nun auch den FDP-Chef Christian Lindner in Erklärungsnot.

Keine Diskriminierung von Ungeimpften! Christian Lindner bricht Wahlversprechen

Die Aufnahme zeigt Lindner, wie er im Bundestagswahlkampf mit einem offenbar ungeimpften Bürger spricht."Herr Lindner, ich hab einen Mitgliedsausweis von Borussia Dortmund. Da habe ich meine Mitgliedschaft gekündigt", ruft der Mann. "Wieso das?", will Lindner wissen. "Weil ich als Ungeimpfter diskriminiert werde", antwortet der Mann. Daraufhin gibt Christian Lindner ein Versprechen, dass er so nicht halten konnte. "Da können Sie zur FDP kommen. Wir sind nämlich der Auffassung, dass Ungeimpfte nicht diskriminiert werden. Meine Meinung ist: In einer Gesellschaft, wo so viele geimpft sind, kann der Ungeimpfte sich höchstens selbst gefährden. Deshalb sollen auch im Herbst Ungeimpfte zum Beispiel in die Gaststätte gehen können, vielleicht mit der Voraussetzung eines negativen Tests, den sie aber nicht bezahlen müssen, sondern die Solidargemeinschaft."

2G- statt 3G-Regel! Ungeimpfte vom öffentlichen Leben ausgeschlossen

 

Christian Lindner verspricht, wenn die FDP in die Bundesregierung kommt, werden "Ungeimpfte nicht diskriminiert". Eine Frau will daraufhin wissen, ob diese Aussage auch nach den Wahlen noch gelte. "Das sage ich vor den Wahlen und nach den Wahlen. 2017 haben Sie gesehen, dass die FDP nach den Wahlen sogar bereit ist, 'Nein' zu sagen zu einer Regierung, wenn sie Zusagen brechen müsste", entgegnet der FDP-Politiker. Die Realität sieht jedoch etwas anders aus. Die FDP ist nun teil der Bundesregierung und trägt die Corona-Politik mit. Doch die bundesweit geltenden 2G-Regeln schließen Ungeimpfte weitgehend vom öffentlichen Leben aus. Selbst mit Test sind Gastronomie und kulturelle Einrichtungen tabu. Christian Lindner hat sein Wahlversprechen gebrochen.

"Niemand lügt so routiniert!" Twitter rechnet mit Christian Lindner ab

Auf Twitter sorgt das Video für Aufruhr. Christian Lindner wird vorgeworfen, im Wahlkampf gelogen zu haben. "Ach, @c_lindner , niemand lügt so routiniert wie Sie! Bin beeindruckt", schreibt ein Nutzer auf Twitter. "Der größte Wählerbetrug der FDP Geschichte", meint ein anderer. "Das hat der Herr Lindner aber wirklich nach der Wahl sehr schnell vergessen. Möglicherweise beginnende Demenz oder einfach nur ein verlogener Politiker", heißt es in einem Tweet.

"So ein Schwachsinn! Von politischen Führungspersonen wird erwartet, dass sie sich der Lage entsprechend auch anpassen. Alles andere wäre Dogmatismus und ist unvernünftig. Kommt mal aus euren libertären Kinderschuhen raus! Wir sind hier nicht im philosophischen Prinzipien-Seminar", hält ein Twitter-Nutzer entgegen. 

"Omikron hat Lage verändert!" FDP stellt sich hinter Christian Lindner

Zwar hat sich bislang Christian Lindner noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Doch aus der FDP erhält der 43-Jährige Rückendeckung. "Wir halten die Balance zwischen Freiheitsrechten und Gesundheitsschutz", sagt FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus gegenüber der "Bild". Die Omikron-Variante habe die Lage verändert. Daher sei es erforderlich gewesen, Maßnahmen neu zu bewerten. "Mit Kontaktbeschränkungen und der erfolgreichsten Boosterkampagne in ganz Europa haben wir pauschale Lockdowns und flächendeckende Schulschließungen aber verhindern können. Diesen Kurs setzen wir jetzt fort", sagt Aschenberg-Dugnus weiter.

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