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1G-Regel in der Kritik: Erster Wirt lässt nur noch Geimpfte ins Restaurant

Keine Ungeimpften mehr: Ein Berliner Gastronom will künftig nur noch geimpfte Gäste in sein Restaurant reinlassen. Im Netz sorgt die Einführung der 1G-Regel für hitzige Diskussionen. Es hagelt Kritik für den Betreiber der "Fischerhütte am Schachtensee".

Bei Corona geht ein Berliner Wirt jetzt Nummer sicher. Er führt freiwillig die 1G-Regel ein. Bild: dpa

Die sich zuspitzende Pandemielage facht die Debatte über erneute Verschärfungen nach dem Sommer an. Nach der 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen) und der 2G-Regel (geimpft oder genesen) könnte nun bald auch die 1G-Regel (getestet) in ganz Deutschland greifen. Diese besagt, dass künftig ausschließlich geimpfte Personen etwa ins Restaurant dürfen. Einige Wirte greifen schon jetzt zur Knallhart-Regel gegen Impf-Verweigerer.

Erster Gastronom lässt nur noch Geimpfte in sein Restaurant

Als einer der ersten Gastronomen Deutschlands hat sich auch Wirt Josef Laggner (55) für die 1G-Regel ausgesprochen. Wer im Herbst das Oktoberfest in seiner "Fischerhütte am Schachtensee" in Berlin besuchen will, der kommt nur mit Corona-Impfung rein. "Bei uns kommen nur noch Geimpfte rein. Da gehe ich auf Nummer sicher.", stellte der Berliner Wirt im Gespräch mit "Bild" klar.

Mit der Knallhart-Regel wolle er das Risiko einer Ansteckung auf ein absolutes Minimum reduzieren, daher habe Laggner für die traditionelle Bier-Sause (24. September – Ende Oktober) "freiwillig unsere eigene 1G-Regel" eingeführt. Und das, obwohl der Berliner Senat erst vergangene Woche eine sogenannte 2G-Regel (geimpft oder genesen) als Zugangsbeschränkung für Tanzveranstaltungen beschlossen hatte. In diesem Fall besteht dann auch keine Maskenpflicht mehr.

"Ich bin für meine Gäste verantwortlich" - Wirt lässt nur noch Geimpfte rein

Für Josef Laggner ist das jedoch nicht genug. Er will mehr Sicherheit für seine Gäste. "Ich bin für meine Gäste verantwortlich. Beim Oktoberfest geht es lustig zu. Es wird gesungen, geschunkelt, auf den Bänken gestanden.", so der Wirt. Weiter erklärte er gegenüber "Bild": "Ich bin nicht daran interessiert, Gäste auszuschließen. Aber mit der 2G-Regel müsste ich kontrollieren, wann ein Genesener infiziert war. Und dann soll ich einschätzen, ob die Immunabwehr gegen das Virus noch ausreichend ist. Das kann ich und will ich nicht. Ich bin kein Arzt, sondern Gastronom." Eine klare Ansage, für die es prompt heftige Kritik hagelt.

Nach Einführung von 1G-Regel: Besucher beschimpften Wirt bei Instagram

Auf der Instagram-Seite der "Fischerhütte am Schachtensee" landeten bereits zahlreiche unschöne Kommentare. "Schämen Sie sich für Ihre Art mit Menschen umzugehen! Hoffe sie gehen pleite! und "Euer Laden steht ab heute für Diskriminierung von gesunden Menschen !! ..Glückwunsch", wettern einige Nutzer am Sonntagmorgen. "Mach zu, kommt eh keiner mehr !", ergänzt ein anderer.

3G, 2G oder 1G-Regel? Aktuell gelten unterschiedliche Corona-Regelungen in Deutschland

Aktuell gibt es in Deutschland unterschiedliche 2G-Corona-Regeln. Einige Bundesländer, wie beispielsweise Baden-Württemberg, verknüpfen die Privilegien für Geimpfte mit Grenzwerten, wenn die Krankenhäuser mit Covid-Patienten überlastet sind. In Hamburg gilt derzeit ein 2G-Optionsmodell. Seit Ende August können Gastro, Kultur- und Sportveranstalter entscheiden, ob sie nur noch geimpfte und genesene Personen einlassen. Nun wollen auch Brandenburg und Hessen nachziehen. Das Bundesland Rheinland-Pfalz plant dagegen eine "2-G-Plus"-Regel mit Einschränkungen für Ungeimpfte.

Bayern dagegen hält an der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) fest. Allerdings hält Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die 2G-Regel auch für Bayern "theoretisch möglich und nicht verboten, aber nicht vom Staat vorgeschlagen".

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sba/news.de