15.04.2021, 10.08 Uhr

Rente in Deutschland aktuell: Sozialhilfe-Dilemma! Immer mehr Rentnern droht Altersarmut

Laut einem aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamtes müssen immer mehr Rentner ihre Rente mit Sozialhilfeleistungen aufstocken. Experten fordern jetzt Schritte von der Politik, um nicht noch mehr Rentner in die Altersarmut zu treiben.

Immer mehr Senioren müssen ihre Rente mit Sozialhilfe aufstocken. Bild: AdobeStock/ bilderstoeckchen (Symbolfoto)

Immer mehr Rentner leiden unter Altersarmut. Um über die Runden zu kommen, müssen Senioren immer häufiger Grundsicherung beziehen, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Im Letzten Jahr sind die Zahlen enorm gestiegen.

Rente in Deutschland aktuell: Immer mehr Rentner müssen Sozialhilfe kriegen

Knapp 1,1 Millionen Menschen haben im Dezember 2020 Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezogen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren das knapp 14 000 beziehungsweise 1,3 Prozent mehr Leistungsempfängerinnen und -empfänger als im Dezember 2019. Allein rund 564.000 Senioren, die nur die Altersrente beziehen, bekamen zusätzlich noch Sozialhilfe. Anspruch auf Grundsicherung haben Menschen, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind oder im Alter ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen sicherstellen können.

51,3 Prozent der Empfänger erhielten Grundsicherung im Alter, berichtete die Behörde am Mittwoch. Die übrigen 48,7 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung waren im Alter von 18 Jahren bis unter der Altersgrenze für die Rente. Sie erhielten die Leistung aufgrund einer dauerhaft vollen Erwerbsminderung - wenn sie etwa aufgrund einer Krankheit oder Behinderung für einen nicht absehbaren Zeitraum täglich keine drei Stunden unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein konnten.

Mindestlohn und mehr HartzIV! So entgehen Rentner der Altersarmut

Um zukünftige Rentner nicht noch weiter in die Altersarmut zu treiben, müsste die Politik ein paar Weichen stellen. Zum einen müssten die HartzIV-Sätze erhöht werden. Derzeit bekommen Senioren einen Regelsatz von 446 Euro (zzgl. Miet- und Heizkosten). Da bleibt kaum Geld für alltägliche Ausgaben, wie Gesundheitskosten. "Da muss dringend nachgebessert werden", sagt Verena Bentele, Präsidentin vom Sozialverband VdK gegenüber "Bild".

Außerdem müsste der Mindestlohn für Geringverdiener "zügig" auf 12 Euro angehoben werden, rät der Ökonom Sebastian Dullien. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 9,50 Euro pro Stunde. Zusätzlich müssten auch die Tariflöhne für Menschen mit niedrigem Einkommen angehoben werden, wodurch gleichzeitig die Rentenansprüche steigen.

Zudem sollten Geringverdiener verpflichtend eine betriebliche Altersvorsorge bekommen. DerCDU-Sozialexperte Kai Whittaker fordert deshalb, dass der Arbeitgeber einen "substanziellen Anteil" leistet und der Staat den Arbeitnehmeranteil übernimmt.

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bos/sig/news.de/dpa

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