Von news.de-Redakteurin - 16.03.2021, 11.12 Uhr

Jens Spahn: Rücktritt nach Astrazeneca-Stopp gefordert - ER soll Posten übernehmen

Bereits mehr als 1,6 Millionen Mal wurde Astrazeneca in Deutschland verimpft. In sieben Fällen traten Thrombosen aus, drei davon sogar tödlich. Das Bundesgesundheitsministerium stoppte nun die Impfung mit dem Vakzin. Die Empörung ist groß. Einige fordern sogar den Rücktritt von Jens Spahn. Einen möglichen Nachfolger gibt es auch schon.

Nach dem Impfstopp werden Rufe nach Spahns Rücktritt laut. Bild: dpa

Die deutsche Bundesregierung verspielt das Vertrauen der Bevölkerung im Kampf gegen die Corona-Pandemie von Tag zu Tag mehr. Der vorübergehende Stopp von Astrazeneca ist nicht nur ein schwerer Rückschlag für Deutschlands Impfkampagne sondern auch für Jens Spahn. In der ARD-Talkshow "Hart aber fair" rechnet SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit dem Bundesgesundheitsminister ab. Im Netz werden plötzlich Rufe laut, dass Lauterbach doch bitte das Amt übernehmen solle.

Coronavirus-News aktuell: Impfstopp mit Astrazeneca in Deutschland nach Thrombose-Fällen

Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurde das Astrazeneca-Präparat in Deutschland bisher mehr als 1,6 Millionen Mal verimpft. Bisher traten im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung in sieben Fällen auf. Den Angaben zufolge verliefen drei der Blutgerinnsel tödlich. Vorsorglich hatte das Bundesgesundheitsministerium mitgeteilt, dass auch Deutschland die Impfungen mit dem Impfstoff vorerst aussetzt.

Karl Lauterbach kritisiert Aussetzen der Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin

Laut Karl Lauterbach lassen sich die gemeldeten Thrombosen (Blutgerinnseln) der Hirnvenen zwar "mit großer Wahrscheinlichkeit" auf Astrazeneca zurückführen, doch die Impfungen hätte er nicht ausgesetzt. Bei "Hart aber fair" ging er mit dem Gesundheitsminister hart ins Gericht. Zwar komme es bei einem von 250.000 bis 300.000 Menschen laut Statistik zu einer Thrombose, jedoch müsse man dieses geringe Risiko in einer "solchen Notlage" in Kauf nehmen. Dabei wäre es jedoch wichtig, dass man die Bürger:innen über die Nebenwirkungen und Symptome aufklärt. So sei gewährleistet, dass bei einer möglichen Komplikation schnell genug reagiert werden könne. Durch den Impfstopp werde die Skepsis der Impfgegner nur noch weiter befeuert.

Rücktritt von Jens Spahn gefordert! Twitter wünscht sich Lauterbach als Gesundheitsminister

Kurz nach seinem Auftritt in der ARD-Talkshow trendeten bei Twitter die Hashtags #WirWollenKarl und #Karl4Gesundheitsminister. Viele Nutzer:innen forderten den Rücktritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Karl Lauterbach sollte ab sofort das Amt übernehmen.

"Normalerweise hätte #Spahn bei #hartaberfair sitzen müssen, um alles rund um #AstraZeneca zu erklären. Stattdessen sitzt #Lauterbach dort. Und darüber bin ich mehr als froh. Klare, sachliche, ehrliche und kluge Worte zur Lage. Er ist der bessere Gesundheitsminister #WirWollenKarl", befindet ein Twitter-Nutzer. "Wann machen Sie endlich den Gesundheitsminister? Deutschland braucht einen Mann vom Fach und keinen Bankkaufmann, dem seine Immobilienaffäre wichtiger ist", fügt ein weiterer an.

"Mit #Karl4Gesundheitsminister säßen wir nicht halb so tief in der Scheiße. Und deswegen #WirWollenKarl und überhaupt: warum hört keiner auf @Karl_Lauterbach?", heißt es in einem Tweet. "#Karl4Gesundheitsminister #WirWollenKarl #TeamKarl Weil ein Wissenschaftler an dieser Stelle das Beste für uns ist. Weil@Karl_Lauterbach weiß, wovon er spricht. Weil #AstraZeneka ein richtig guter #Impfstoff ist und es Wahnsinn ist, die #Impfung en zu stoppen", führt eine Twitter-Nutzerin ein paar Gründe an, warum Lauterbach geeigneter als Spahn sei.

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bua/sig/news.de/dpa