12.01.2021, 08.57 Uhr

Coronavirus-News: So will Boris Palmer den Corona-Lockdown im Februar beenden

Boris Palmer widerspricht der Corona-Strategie der Bundesregierung und fordert ein schnellstmögliches Ende des Lockdowns. Wie genau der Grünen-Politiker das umsetzen will, verriet er jetzt in einem Interview.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein baldiges Ende des Lockdowns. Bild: dpa

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fordert ein Ende der strikten Corona-Maßnahmen. "Es reicht jetzt", sagte er am Sonntagabend in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen" und widersprach damit abermals der Corona-Strategie der Bundesregierung.

Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer will Ende des Lockdowns Anfang Februar

Anfang Februar müsse kontrolliert wieder geöffnet werden. Nach den Worten Palmers steigen die Schäden an der Wirtschaft und Gesellschaft exponentiell. "Der Innenstadthandel ist schon auf der Intensivstation, der fällt bald ins Koma. Die Insolvenzen werden anrollen. Ich meine, wir halten das nicht durch", so der Grünen-Politiker. "Da müssen sich schnellstmöglich die Ladentüren wieder öffnen", fordert der OB. Es sei der falsche Weg, die Zahl der Neuinfektionen zuerst auf unter 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken. Unter diesen Umständen werde der Lockdown noch mehrere Monate dauern.

Viel Lob für Palmers Anti-Corona-Strategie in Tübingen

Tübingen hatte mit seiner Anti-Corona-Strategie, dem sogenannten Tübinger Weg, bundesweit viel Lob erhalten. Schon Anfang September waren etwa regelmäßige Corona-Tests für das Personal in Alten- und Pflegeheimen eingeführt worden. Damit sollte das Eindringen des Virus in die Einrichtungen verhindert werden. Zuletzt gab es aber auch Rückschläge - so wurden Mitte Dezember Infektionen in drei Pflegeheimen registriert.

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So will Boris Palmer den Lockdown schon bald beenden

Wie Palmer den Lockdown dennoch schon Ende Februar beenden will? "Wir müssen raus aus der Lockdown-Spirale", sagt der Grünen-Politiker im Gespräch mit "Bild". Seine klare Forderung: "Kitas und Grundschulen müssen spätestens Anfang Februar wieder öffnen." Und auch Geschäfte sollen mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder öffnen dürfen, sagt Palmer.

Palmers Vorschlag: Statt weiter stur auf Inzidenzwerte und Neuinfektionen zu blicken, müssten Bund und Länder die Stabilität der Gesundheitsversorgung in den Vordergrund rücken. "Vom Inzidenz-Wert 50 sollten wir uns verabschieden. Die Gesundheitsämter sind mit ihrer altertümlichen Technik zu langsam und können die Pandemie so oder so nicht unter Kontrolle bringen", ist sich Palmer sicher. Es sei daher entscheidend, "dass unsere Kliniken und Intensivstationen nicht überlastet werden." Laut Palmer gebe es aktuell noch genug Reserven. "Selbst in Landkreisen mit Inzidenz-Werten von 200 und mehr sind meistens noch genügend Intensiv-Betten verfügbar", so der 48-Jährige. Ob er mit seinem Konzept auch die Bundesregierung überzeugen kann, bleibt abzuwarten.

Palmers Aussagen zum baldigen Lockdown-Ende sorgen im Netz für Zündstoff

Im Netz stoßen Boris Palmers Forderungen nach einem baldigen Lockdown-Ende auf geteilte Meinung. "Mein Lieblings-#Grüner zum #Lockdown: "Es reicht jetzt. Wir müssen leben!" #BorisPalmer ist offenbar ein #Vampir, der den Lockdown im #Sarg verbringen muss. Aber anders als die #CoronaToten darf er leider noch sprechen ...#COVID19 #coronavirus #Corona #DieGrünen #Palmer", wütet beispielsweise dieser Twitter-User. "Wenn die Forderung von #BorisPalmer umgesetzt werden, lebt hier bald niemand mehr." und "Herrn #BorisPalmer scheint es egal zu sein das die Inzidenzzahlen immer noch sehr hoch sind und auch die Todeszahlen am steigen sind. Selbst eine "kontrollierte Wiedereröffnung" setzt ein falsches Signal und wird verheerende Folgen haben.", zeigen sich auch diese Internet-Nutzer skeptisch.

Anders sieht es hingegen dieser Kommentator: "#Palmer hat recht. Wir werden keinen #Inzidenzwert von 50 erreichen - und können deshalb nicht im Dauer-#Lockdown bleiben. Der Mann hat schon vorher immer wieder bewiesen, dass er der fähigste #Grüne ist - daher droht ihm ja auch immer wieder mal der #Parteiausschluss.", stimmt dieser Nutzer Palmers Äußerungen zu.

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sba/bua/news.de/dpa

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