11.01.2021, 08.29 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Nur 60.000 Impfdosen! DESHALB bremst Jens Spahn die Impfstofflieferung

Der schleppende Impfstart in Deutschland hat Jens Spahn heftige Kritik eingebracht. Es seien zu wenige Impfdosen von Biontech und Pfizer geliefert worden, hieß es. Auch vom Moderna-Impfstoff bekommen die Bundesländer nur wenige Dosen geliefert. Schuld daran soll wieder einmal der Gesundheitsminister sein. Das ist der Grund.

Jens Spahn sorgt mit einem neuen Impfdebakel für Aufsehen. Bild: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Der Impfstart in Deutschland verlief mehr als holprig. Daran hatte es heftige Kritik gegeben, so auch aus der SPD an die Adresse von Gesundheitsminister Jens Spahn. Der CDU-Politiker räumte in der "Welt am Sonntag" ein: "Ich sage nicht, dass alles perfekt gelaufen ist. Es gibt Dinge, insbesondere bei der Information zum Impftermin, die man besser machen kann." Er betonte aber auch: "Wir haben jetzt eine Struktur, die funktioniert und die hochfahren kann und wird." Ob das stimmt? Wie die "Bild" erfahren haben will, sperrt sich Jens Spahn dagegen, die zugesicherten Impfdosen von Moderna anzufordern.

Wieso unterschriebt Jens Spahn den Moderna Impfstoff-Vertrag nicht?

Ab Dienstag werden die ersten 60.000 Impfdosen des Moderna-Impfstoffes an die Bundesländer ausgeliefert. Laut Berichten stehen Deutschland vertraglich sogar 20 Millionen Impfdosen zu. Die Sache hat laut dem Medienbericht allerdings einen Haken: Jens Spahn soll den Kaufvertrag seit sieben Wochen besitzen, hat ihn aber noch nicht unterschrieben.

In der Sondersitzung des Gesundheitsausschusses soll er laut Bild-Informationen gesagt haben, dass er auch jetzt nicht unterschreiben will. Denn es gebe Probleme bei Preis, Haftung und Lieferdatum, sagte der Gesundheitsminister gegenüber den Teilnehmern. Dabei sei der Vertrag längst von beiden Seiten fertig ausgehandelt und das Unternehmen Moderna hat zugesagt, beim Lieferdatum der Bundesregierung entgegenzukommen.

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Coronavirus-News aktuell: Zahl der Impfungen nimmt zu

Mittlerweile wurden mit Stand Samstag 11.00 Uhr 532.878 Impfungen beim RKI erfasst. Das waren mehr als 50.000 mehr als am Tag zuvor. Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (15,6), die wenigsten für Sachsen (4,4). Bundesweit liegt der Wert bei 6,4. In absoluten Zahlen kommt laut RKI Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Wert mit 98.950 Geimpften. Mehr als 260.000 Personen wurden aus beruflichen Gründen geimpft, etwa Mediziner und Pflegekräfte. Mehr als 206.000 Bewohner in Pflegeheimen haben ebenfalls eine Impfung erhalten. Bundesweit haben auch zahlreiche Impfzentren ihre Arbeit aufgenommen, um zunächst hochbetagte Menschen zu immunisieren.

Jens Spahn: Wegen knapper Impfdosen! Menschen dürfen zwischen Impfstoffen nicht wählen

Gesundheitsminister Spahn hatte am Samstag ferner deutlich gemacht, dass die Bürger den Impfstoff vorerst nicht auswählen können. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit "im Moment und auch absehbar" nicht möglich, betonte Spahn in einer Online-Diskussionsrunde. In Berlin sollen Impfwillige laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) aber wählen können, mit welchem Impfstoff sie immunisiert werden wollen.

Ende Januar könnte zudem die Zulassung eines dritten Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca folgen. Dann würde Deutschland neben dem Impfstoff von Biontech und Pfizer sowie von Moderna eine größere Bandbreite an Impfdosen zur Verfügung stehen. Bis das Mittel von Curavec zur Verfügung steht, kann es aber noch ein wenig dauern.

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bos/news.de/dpa