12.12.2020, 12.18 Uhr

Coronavirus-News am Samstag: Corona-Zahlen explodieren! Lockdown soll noch vor Weihnachten kommen

Wann kommt der Knallhart-Lockdown für ganz Deutschland? Auch am Samstag meldeten die Gesundheitsämter wieder über 28.000 neue Corona-Fälle. Frankfurts Oberbürgermeister rief die Bürger dennoch zum Shoppen auf.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kündigt den Corona-Lockdown noch vor Weihnachten an. Bild: dpa

Noch immer ist keine Entspannung in Sicht: Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschlanddem Robert Koch-Institut (RKI) 28.438 neue Corona-Infektionen übermittelt. Das geht ausZahlen vom Samstagmorgen hervor. DerHöchststand war am Freitagmit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 23.318 gelegen.

Coronavirus-Zahlen aus Deutschland: Neuinfektionen, Corona-Tote und R-Wert

DieGesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 496 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 598Toten war ebenfalls am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.466. 

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.300.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 957.500 Menschen inzwischen genesen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,11 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken.

Die aktuellen Corona-News am Samstag, 12.12.2020

Die aktuellen Neuigkeiten zum Coronavirus in Deutschland erfahren Sie hier in unserem Ticker.

+++ Bundesverfassungsgericht lehnt Eilantrag von «Querdenkern» in Frankfurt ab +++

Das Bundesverfassungsgericht hat am Samstag einen Eilantrag für eine Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Frankfurt abgelehnt. Dies teilte ein Sprecher des Gerichts in Karlsruhe mit. Trotz des Verbots der Stadt Frankfurt kam es am Samstag zu mehreren kleineren Versammlungen von Anhängern der "Querdenken"-Initiative. Vor dem Karlsruher Beschluss hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel das von der Stadt verfügte Verbot der "Querdenker"-Demonstration bestätigt. Die Richter begründeten ihre Entscheidung am Samstagmorgen mit der hohen Infektionsgefahr. Angesichts der zu erwartenden Teilnehmerzahl von etwa 40.000 Demonstranten sei nicht ersichtlich, wie die erforderlichen Mindestabstände in der Frankfurter Innenstadt eingehalten werden könnten.

+++ Baden-Württembergs Ministerpräsident: Lockdown soll noch vor Weihnachten kommen +++

Der bundesweite Lockdown wird nach Einschätzung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schon vor Weihnachten kommen. "So wie es sich abzeichnet, wird der harte Lockdown vor Weihnachten kommen und nicht erst danach", sagte Kretschmann am Samstag beim Grünen-Landesparteitag in Reutlingen mit Verweis auf eine Corona-Schalte mit anderen Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel. Dort sei am Samstagmorgen die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Sonntag zur Corona-Krise vorbereitet worden. Kretschmann betonte, die Menschen müssten sich darauf einstellen, dass schon nächste Woche das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so weit wie möglich heruntergefahren

+++ Trotz Corona! Frankfurts Oberbürgermeister ruft zum Weihnachts-Shopping auf +++

Während die meisten Bundesländer mit Skepsis auf den vermutlich letzten Shopping-Samstag vor dem Weihnachts-Lockdown blicken, ruft Frankfurts Bürgermeister Peter Feldmann (62, SPD) die Bürger noch einmal zum Shoppen auf. "Am 12. 12. sind wir alle Kinder!", erklärte der OB. Hintergrund des kuriosen Aufrufs: Am Samstag dürfen alle Frankfurter den ÖPNV mit einem Kinderfahrschein nutzen. Das spart fast die Hälfte des Preises. "Mit diesem Angebot ermöglichen wir den Fahrgästen am Samstag vor dem dritten Advent, kostengünstig mit einem Kinderfahrschein in Frankfurt unterwegs zu sein, um so ihren Weihnachtseinkauf zu erledigen.", zitiert "Bild den Oberbürgermeister.

Eine äußerst fragwürdige Shopping-Verlockung trotz explodierender Corona-Zahlen. Zudem sind für diesen Samstag gleich 14 Demonstrationen in Frankfurt angemeldet. Klingt nach einem äußerst unentspannten Wochenende in der Bankenmetropole.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bild: dpa

+++ Bericht: Merkel plant Laden- und Schul- und Kita-Schließungen schon ab kommenden Mittwoch (16. Dezember) +++

Die Länderchefs wollen an diesem Sonntag (ab 10.00 Uhr) mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über schärfere Corona-Regeln beraten. Einige Länder haben bereits weitreichende Beschränkungen erlassen. In Sachsen zum Beispiel soll am Montag ein Lockdown beginnen. In Baden-Württemberg gilt bereits ab Samstag eine Ausgangsbeschränkung. Es gilt als relativ sicher, dass die Ministerpräsidenten einen Lockdown beschließen. Unklar ist jedoch noch, wann dieser starten soll und was er genau umfasst. Laut "Bild"-Zeitung plädiert das Kanzleramt für Laden-, Schul- und Kitaschließungen ab dem kommenden Mittwoch. Mehr dazu HIER!

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängt Berichten zufolge auf einen schnellen und harten Lockdown. Bild: dpa

+++ Studie: Masken verringern Corona-Infektionsrisiko um 45 Prozent +++

Ein Mund-Nasen-Schutz verringert das Corona-Infektionsrisiko einer Studie zufolge um fast die Hälfte - um durchschnittlich rund 45 Prozent. "Das sind 55 statt 100 Neuinfektionen", sagte der Mainzer Ökonom Klaus Wälde, einer der Autoren der in der Fachzeitschrift "PNAS" veröffentlichten Studie, der Deutschen Presse-Agentur. "Oder noch anschaulicher: Statt 20.000 Neuinfektionen am Tag hätten wir ohne Masken rund 38.000." Sein Fazit: "Jeder sollte Masken tragen, um sich und andere vor Infektionen zu schützen."

+++ Gewerkschaft fordert frühere Impfung von Polizisten +++

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fordert eine schnellere Impfung von Polizisten als nach vorläufigen Plänen vorgesehen. "Die Empfehlung der Impfkommission, die Polizei auf den vorletzten Platz der Prioritäten-Liste für die Impfungen zu setzen, wird nicht den Realitäten des Polizeialltags gerecht", sagte Wendt der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Samstag).

Polizeibeamte seien ständig einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt, sagte er - vergleichbar mit dem Pflegepersonal. "Sie können niemand auf zwei Meter Entfernung festnehmen oder durchsuchen. Das geht nicht", sagte Wendt. Die Polizei müsse daher in der Priorität "deutlich nach oben gerückt werden". Auch die Innenminister der Länder fordern eine schnellere Impfung von Polizisten.

+++ Lindner lehnt Ausgangsbeschränkungen als unverhältnismäßig ab +++

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen über eine Verschärfung der Corona-Strategie pocht der FDP-Vorsitzende Christian Lindner auf die Wahrung der Verhältnismäßigkeit. "Es wird nun zu einer Corona-Notbremse kommen, weil eine dauerhaft durchhaltbare Strategie noch fehlt", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Dabei darf aber nicht unverhältnismäßig scharf in Grundrechte eingegriffen werden."

Lindner lehnte insbesondere Ausgangsbeschränkungen ab. "Pauschale und flächendeckende Ausgangssperren wie in Bayern sind unnötig und schießen über das Ziel hinaus. Vom Spaziergang der Mitglieder eines Hausstands oder vom Sport unter freiem Himmel geht kein Infektionsrisiko aus." Der bayerische Weg könne kein Vorbild für den Bund sein, weil auch die Zahlen in dem Bundesland bislang nicht überzeugten. "Bund und Länder müssen in der Gefahrensituation Maß halten", verlangte der Vorsitzende der Freien Demokraten. "Verbote, die keinen Bezug zum Infektionsgeschehen haben, riskieren die Akzeptanz in der Bevölkerung."

+++ Saar-Landesregierung setzt geplante Lockerungen für Weihnachten aus +++

Im Saarland werden die coronabedingten Kontaktbeschränkungen nun doch nicht für die Weihnachtszeit gelockert. Das teilten Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und seine Stellvertreterin Anke Rehlinger (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Saarbrücken mit. Sie begründeten diese Entscheidung mit den stark steigenden Infektionszahlen. "Klar ist jetzt schon, dass Corona unseren Hoffnungen auf ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und an einem harten Lockdown kein Weg vorbeiführt", sagte Hans.

Nach der bisherigen Planung sollten sich im Saarland zwischen dem 23. und dem 27. Dezember Angehörige eines Haushaltes mit höchstens zehn weiteren Menschen aus drei weiteren Haushalten oder "dem familiären Bezugskreis" treffen dürfen, Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet. Diese angekündigte Regelung wird nun aber nicht umgesetzt. Derzeit dürfen sich im Saarland Angehörige eines Haushaltes lediglich mit maximal fünf Personen aus einem weiteren Haushalt oder dem "familiären Bezugskreis" treffen, ausgenommen Kinder bis 14 Jahre.

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sba/news.de/dpa