15.11.2020, 14.47 Uhr

Corona-Gipfel am 16.11.2020: Kaum Chancen für Lockerungen! Droht ein Lockdown bis Ostern?

Am Montag (16.11.2020) wollen Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten eine Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns ziehen. Mit Lockerungen ist kaum zu rechnen. Drohen uns weitere Einschränkungen?

Was beschließt Angela Merkel beim Corona-Gipfel am Montag mit den Ministerpräsidenten der Länder? Bild: dpa

Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am Montag (16.11.2020) deuten sich bislang keine Lockerungen des Teil-Lockdowns an. Vielmehr seien sogar weitere Beschränkungen im Gespräch.

Corona-Gipfel am 16.11.2020: Politik lehnt Lockerungen angesichts der Neuinfektionen ab

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht noch keine wesentlichen Erfolge des Teil-Lockdowns. "Zur Zwischenbilanz gehört auch, dass die Infektionszahlen nach wie vor viel zu hoch sind. Sehr viel höher sogar als vor zwei Wochen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Trotz aller Anstrengungen ist eine Wende zum Besseren noch nicht erreicht." Für das Öffnen von Restaurants und Kinos sehe er wenig Spielraum. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen."

Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen vor Weihnachten ungewiss

Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sieht keine Chance für Lockerungen. "Aus meiner Sicht gibt es für Lockerungen aufgrund der hohen Infektionszahlen keine Grundlage", sagte er der Zeitung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen für Weihnachten von deutlich sinkenden Infektionszahlen abhängig. "Bei den Maßnahmen, die wir getroffen haben, geht es darum, die Infektionswelle zu brechen, erst, wenn uns das gelingt - und zwar auf durchschlagende Weise -, können wir darüber sprechen, wie wir Weihnachten gestalten", sagte der Grünen-Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

Unterstützung kommt vom Städte- und Gemeindebund. "Nach wie vor sind die Infektionszahlen deutlich zu hoch, und die Kontaktverfolgung gelingt nicht flächendeckend. Deswegen besteht zurzeit kein Anlass, Lockerungen vorzusehen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gerade die Schließung von Gastronomie und Kultur führe zu einer deutlichen Reduzierung der Kontakte. "Eins steht schon jetzt fest: Ein Weihnachtsfest wie im Jahr 2019 wird es dieses Jahr nicht geben können", sagte Landsberg.

Einschränkungen statt Lockerungen! Weltärztebund warnt vor Überlastung von Krankenhäusern

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat trotz des Teil-Lockdowns vor einer sich abzeichnenden Überlastung der deutschen Krankenhäuser gewarnt. "Wenn es so weitergeht wie gegenwärtig, werden wir mit massiven Personalproblemen und am schlimmsten Bettenmangel kämpfen müssen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Bisher sehe man zwar eine Abflachung des Zuwachses bei den Neuinfektionen, aber keinerlei Abknicken der Infektionskurve nach unten. "Wir werden also - das ist meine Prognose - eher über weitere Einschränkungen reden müssen als über Lockerungen", betonte er.

"Es ist eine Illusion davon auszugehen, dass wir jetzt schon über Lockerungen oder Ausstiegsszenarien aus dem Teil-Lockdown reden können, der ja eher ein Teil-Shutdown ist - richtige Ausgangssperren wie in Frankreich oder Italien gibt es bei uns ja gar nicht", sagte Montgomery. "Eher das Gegenteil ist der Fall."

Am Montag wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten eine Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns ziehen. Zu welchem Ergebnis Bund und Länder beim Corona-Gipfel kommen werden, ist bislang noch unklar. Es zeichnet sich jedoch eine erste Tendenz ab: Auf Lockerungen dürfe man sich derzeit noch nicht freuen.

Lesen Sie auch: 16.947 Neuinfektionen! Lauterbach kritisiert RKI-Strategie.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser