13.05.2020, 07.54 Uhr

Rentenerhöhung in Gefahr?: Experten prophezeien Milliardenverlust! Coronakrise frisst Rente auf

Die Coronakrise reißt ein tiefes Loch in die deutsche Rentenkasse. Durch Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit gehen der Rentenversicherung Milliarden verloren. Für Senioren und Beitragszahler könnte es Experten zufolge teuer werden.

Ist die geplante Rentenerhöhung in Gefahr? Bild: AdobeStock/ bilderstoeckchen

Die geplante Rentenerhöhung im Juli soll nach Ansicht des Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen wegen der Corona-Krise gestoppt werden. "Wir brauchen ein Rentenmoratorium bis Ende des Jahres", sagte Raffelhüschen der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Durch das von Raffelhüschen vorgeschlagene Rentenmoratorium könnte man die "Rentenkasse bis Ende 2020 um drei bis vier Milliarden Euro entlasten".

Rentenerhöhung in Deutschland zum Juli durch Coronakrise in Gefahr

Erst dann solle die Bundesregierung entscheiden, ob die Rentenerhöhung doch komme oder ob sie halbiert werden müsse. Andernfalls müssten nur die von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und ausfallenden Lohnerhöhungen betroffenen Erwerbstätigen die Last der Corona-Krise tragen.

Deutsche Rentenversicherung hat Milliardenverlust durch Coronavirus-Pandemie

Laut einer Studie von "Allianz Research", die der"Bild"-Zeitung vorliegt, gehen der deutschen Rentenversicherung allein 2020 acht Milliarden Euro verloren. Bereits im März seien die Renteneinnahmen demnach um eine Milliarde Euro gesunken. Hinzu kommt, dass es, sollten die Löhne sinken, im Folgejahr keine Rentenerhöhung gibt. Dies war bereits 2010 durch die Finanzkrise 2008/2009 der Fall.

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Rentenerhöhung in Gefahr: So viel Geld geht deutschen Rentnern verloren

Würde die Rentenerhöhung 2021 ausfallen, würde ein Rentner in Deutschland, "der 45 Jahre Durchschnittslohn verdient hat, 37 Euro im Monat – also 444 Euro im Jahr" laut "Bild"-Zeitung verlieren. Im Osten sogar 47 Euro im Monat also gut 560 Euro im Jahr. AuchRentenexperte Prof. Axel Börsch-Supan ist sich sicher, dass die Corona-Pandemie "ähnlich wie die Finanzkrise 2008 deutliche Spuren in der gesetzlichen Rentenversicherung hinterlassen" wird.

Rentenbeiträge könnten durch Coronakrise früher steigen

Hinzu kommt, dass sich die Arbeitnehmer in Deutschland womöglich auf eine Erhöhung der Rentenbeiträge einstellen müssen. Ursprünglich von der GroKo angedacht war eine Erhöhung der Beiträge frühestens 2023. Bis 2025 sollten sie nicht über 20 Prozent ansteigen. Aktuell liegen sie bei 18,6 Prozent des Bruttogehaltes. Durch die Coronakrise könnte dieser Plan nun umgeschmissen werden.Prof. Börsch-Supan erklärte gegenüber der "Bild", dass "die Beiträge schon nächstes Jahr auf 20 Prozent und bis 2025 sogar auf 22 Prozent steigen", wenn die Coronakrise die Wirtschaft noch länger schädigt.

Die Rente steigt nach einer Verordnung des Sozialministeriums zum 1. Juli in Westdeutschland um 3,45 Prozent, in den neuen Bundesländern um 4,20 Prozent. Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Auch die Beitragsentwicklung und das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern spielen eine Rolle. Die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft sind in den Festlegungen noch nicht berücksichtigt worden. Auf die nun anstehende Rentenerhöhung hat dies demnach keine Auswirkungen.

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fka/bua/news.de/dpa

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