Hinrichtung von Christa Pike: Satanistische Todeskandidatin überlebt zwei Giftspritzen
Die für den 30. September 2026 angesetzte Hinrichtung von Christa Pike dürfte in die US-Geschichte eingehen: Die verurteilte Mörderin überlebte ihren Anwälten zufolge zwei Giftspritzen und liegt nun im Krankenhaus.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Christa Pike wegen Mordes zum Tode verurteilt
- Hinrichtung von verurteilter Mörderin durch die Giftspritze scheitert - zwei Mal
- Christa Pikes geplante Exekution in Tennessee hat historische Dimension
Am Abend des 30. September 2026 (Ortszeit) hätte das Leben von Christa Pike enden sollen: Die US-Amerikanerin war für einen Mord, den sie als 19-Jährige im Jahr 1995 begangen hatte, verurteilt und im US-Bundesstaat Tennessee in die Todeszelle gesteckt worden. Doch als die Hinrichtung der Satanistin über die Bühne gehen sollte, kam es zu dramatischen Zwischenfällen.
Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen bei Hinrichtungsversuch in Tennessee
Die 50-jährige verurteilte Mörderin überlebte nach Angaben ihrer Anwälte die Verabreichung von zwei Giftspritzen. Anschließend ordneten die Behörden ihre Verlegung in ein Krankenhaus an. Über den aktuellen Gesundheitszustand von Christa Pike ist bislang nichts bekannt.
Christa Pike in der Todeszelle: Hinrichtung von Mörderin mit historischer Dimension
Die Vollstreckung hätte historische Bedeutung gehabt: Christa Pike war die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee. Laut dem Cornell Center on the Death Penalty Worldwide wäre sie die erste Frau seit 1819 gewesen, die in dem Bundesstaat hingerichtet wird. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 wurden insgesamt nur sehr wenige Frauen exekutiert – zuletzt 2023 im Bundesstaat Missouri. Der Vollstreckung war ein langwieriger juristischer Kampf vorausgegangen, der bis vor den Obersten Gerichtshof der USA ging.
Zum Tode verurteilte Christa Pike lebte nach zwei Gift-Injektionen noch
Was sich am Abend des 30. September im Hinrichtungsraum abspielte, geht aus einem Gerichtsdokument der Verteidigung hervor. Demnach berichteten Augenzeugen, dass die Vollstrecker um 20.26 Uhr beide Spritzen mit den tödlichen Substanzen verabreicht hatten – Christa Pike jedoch weiterhin lebte und hörbar schnarchte.
Kurz darauf bestätigte Richter Kyle Hixson in einer Telefonkonferenz mit den Anwälten beider Seiten, dass der Staat mitgeteilt habe, die zum Tode verurteilte Christa Pike sei nicht für tot erklärt worden. Die zuständige Justizvollzugsbehörde leitete daraufhin medizinische Notfallmaßnahmen ein und veranlasste den sofortigen Transport der Verurteilten in ein Krankenhaus. Weshalb die Giftspritzen offenbar nicht die beabsichtigte Wirkung entfalteten, blieb zunächst ungeklärt. Auch über Pikes Zustand nach der Einlieferung in die Klinik gab es vorerst keine offiziellen Angaben. Welche rechtlichen Konsequenzen der missglückte Vollstreckungsversuch nach sich zieht, dürfte die Gerichte in den kommenden Tagen beschäftigen.
Justizkrimi um geplante Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee
Vor der Vollstreckung des Todesurteils hatte ein erbittertes juristisches Ringen stattgefunden. Zunächst hatte ein Berufungsgericht die Hinrichtung ausgesetzt. Doch der Supreme Court der Vereinigten Staaten hob diese Entscheidung auf und ebnete damit den Weg für die Exekution am 30. September 2026.
Pikes Verteidiger hatten unter anderem vor dem höchsten Gericht argumentiert, das seelische Leid und der psychische Terror, den ihre Mandantin durch das Hinrichtungsprotokoll erleiden würde, stelle eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung im Sinne des achten Verfassungszusatzes dar. Zudem stellten sie infrage, ob das medizinische Personal die tödlichen Substanzen verabreichen könne, ohne übermäßige Schmerzen zu verursachen.
Pike selbst hatte einen anderen Wunsch geäußert: Statt durch die Giftspritze wollte sie durch Erhängen sterben. Auch Gouverneur Bill Lee hatte die Verteidigung um Gnade gebeten – offenbar vergeblich.
Christa Pike wegen Mordes verurteilt: Dieses Verbrechen ging in die Kriminalgeschichte ein
Der Fall, der Christa Pike in den Todestrakt brachte, reicht über drei Jahrzehnte zurück. Im Januar 1995 lockten drei Jugendliche die 19-jährige Colleen Slemmer in ein abgelegenes Waldstück nahe der University of Tennessee in Knoxville. Dort quälten und ermordeten sie ihr Opfer auf bestialische Weise – unter anderem schlugen sie mit Asphaltstücken auf Slemmers Kopf ein.
Pike, ihr damaliger Freund Tadaryl Shipp und eine weitere Teenagerin waren Teilnehmer eines Berufsbildungsprogramms namens Job Corps, in dem auch Slemmer eingeschrieben war. Shipp gestand später, ein Pentagramm in den Körper des Opfers geritzt zu haben – ein Detail, das in den Medien für Entsetzen sorgte und Ängste vor satanistischen Ritualen schürte.
Pike gestand die Tat zwei Tage nach dem Mord, nachdem die Leiche entdeckt worden war. Sie hatte ein Stück von Slemmers Schädelknochen an sich genommen und mindestens einer Person gezeigt. Ein Gericht verurteilte sie 1996 zum Tode – als jüngste Frau, die in der modernen Ära der US-Todesstrafe ein solches Urteil erhielt.
Christa Pikes Anwälte wollen Hinrichtung mit allen Mitteln verhindern
Christa Pikes Anwälte kämpften bis zuletzt gegen die Vollstreckung. Sie verwiesen auf eine Kindheit voller Gewalt und Missbrauch: Laut Gerichtsakten und psychologischen Gutachten wurde Pike bereits im Kindergartenalter wiederholt vergewaltigt und körperlich misshandelt. Die klinische Psychologin Bethany Brand stufte ihre Erfahrungen als "außerordentlich schweres extremes Trauma" ein – schlimmer als bei 99 Prozent der US-Bevölkerung.
Im Gefängnis diagnostizierten Ärzte bei Pike eine bipolare Störung sowie eine posttraumatische Belastungsstörung. Ihre Pflichtverteidiger hatten diese Hintergründe im Prozess von 1996 jedoch nie vor der Jury dargelegt, obwohl entsprechende Belege bereits damals vorlagen. Pikes Mitangeklagter Shipp, zum Tatzeitpunkt nur wenige Monate jünger als Pike, wurde lediglich zu lebenslanger Haft verurteilt – weil er als 17-Jähriger nach dem Gesetz von Tennessee nicht zum Tode verurteilt werden konnte. Inzwischen ist er für eine Bewährungsanhörung berechtigt.
Todesstrafe in den USA: Wie oft werden Hinrichtungen heute noch durchgeführt?
Exekutionen von Frauen sind in den USA eine extreme Ausnahme. Seit Beginn der modernen Ära der Todesstrafe 1973 entfielen lediglich rund zwei Prozent aller neu verhängten Todesurteile auf weibliche Verurteilte. Auch bei Tätern, die zum Tatzeitpunkt kaum volljährig waren, zeigt sich in der amerikanischen Gesellschaft zunehmend Skepsis gegenüber der Höchststrafe. "Christa Pike würde heute sehr wahrscheinlich nicht zum Tode verurteilt werden", sagte Robin Maher, Geschäftsführerin des Death Penalty Information Center, gegenüber der "New York Times". "Vieles hat sich verändert."
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loc/news.de/dpa/stg
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