Wirbel um Wetter-Prognose: Jahrhundertwinter wegen El Niño? Meteorologe spricht Klartext

Kommt nach dem heißen Sommer ein Jahrhundertwinter? Im Internet kursieren bereits erste Prognosen, die einen extrem kalten und schneereichen Winter ankündigen. Ein Meteorologe erklärt, warum El Niño dafür kein verlässlicher Indikator ist.

Von news.de Redakteurin - Uhr

"Bitte glaubt nicht solche Nachrichten": Meteorologe warnt vor Winter-Panik (Foto) Suche
"Bitte glaubt nicht solche Nachrichten": Meteorologe warnt vor Winter-Panik Bild: AdobeStock / MdLutfur
  • "Jahrhundertwinter" nicht seriös vorhersehbar
  • Meteorologe Sigi Fink warnt davor, bereits im August konkrete Extremprognosen zu verbreiten
  • El Niño ist kein Winter-Orakel - andere Faktoren sind entscheidend

Während in den Supermärkten bereits die ersten Lebkuchen in den Regalen stehen, kursieren im Netz schon wieder reißerische Schlagzeilen über einen bevorstehenden Jahrhundertwinter. ORF-Meteorologe Sigi Fink hat davon genug. In einem Video auf Social Media rechnet er mit den alljährlichen Panikmeldungen ab, die El Niño als Vorboten eines Extremwinters verkaufen wollen.

Weitere aktuelle Wetter-Meldungen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Meteorologe rechnet mit "Jahrhundertwinter"-Schlagzeilen ab

"Jetzt schon über einen Jahrhundertwinter zu sprechen, ist kompletter Schmonzes", stellt Fink unmissverständlich klar. Solche Vorhersagen seien nichts weiter als "Clickbait, Sommerloch" – oder beides gleichzeitig. Niemand könne das Winterwetter Monate im Voraus seriös prognostizieren, betont der Wetterexperte. Er selbst habe es einmal versucht, und das Ergebnis sei vergleichbar mit einem Münzwurf gewesen. "Bitte glaubt nicht solche Nachrichten", appelliert Fink an sein Publikum.

filmrisss Profilbild sigifink ???????????????? ???????????????? 1.942 Beiträge 86.600 Follower 958 Gefolgt Fernsehen Dipl. Meteorol. ????????????????Mister #Fetzblau TV&Radio: #Ö3Wecker GutenMorgenÖsterreich ???? D... mehr Sigi Fink Meta Info Blog Jobs Hilfe API Datenrichtlinie Nutzungsbedingungen und Impressum Standorte Beliebt Instagram Lite Meta AI Threads Hochladen von Kontakten und Nicht-Nutzer Meta Verified Verträge hier kündigen Deutsch Deutsch © 2026 Instagram from Meta sigifink • Global Genius•Holding Hands Der #Jahrhundertwinter kommt!!! ❄️☃️☃️☃️????️❄️????????‍♂️ #Schmäh #Sommerloch #ElNino 1 Wo. @sonja_7240 ja die Nachwehen vom Sturm gestern - aber sooooo gut, die blöde Wüstenhitze ist endlich weg, auch diese drückende Schwüle gestern ist Geschichte 1 Wo.Gefällt 40 MalAntworten Ja, ich wollt eh schon fragen: werden wir zu Ostern Schnee haben? 1 Wo.Gefällt 22 MalAntworten Mach ma mal den Sommer fertig und freuen uns auf Herbst! ???? 1 Wo.Gefällt 12 MalAntworten Jahrhundertwinter wor amoi,wirds a nimma gebn????????❄️❄️❄️ 1 Wo.Gefällt 4 MalAntworten ???????? Es sei denn El Nino ist so stark, dass er den arktischen Vortex so stark beeinflusst dass die arktische Luft entweicht, aber meine Glaskugel sagt, ich soll später nochmals fragen! ???????????? 1 Wo.Gefällt 4 MalAntworten Ich vertraue dir bei Wetter Infos. Wünsche dir einen schönen Tag und ein schönes Wochenende 1 Wo.Gefällt 17 MalAntworten Da kann man sich echt nur an den Kopf greifen ….. 6 TageGefällt 1 MalAntworten 2019 woa da Winter a sehr tief... do hob i im jänner entbunden und wead des nia vergessen, dass da Storch nach 5 Tag KH eigschniem wia, dass ma nua mehr en Schnabel gseng hod ???????????? 6 TageGefällt 1 MalAntworten Aber die Mär von den Supertiefs wegen dem (jedes Jahr noch) wärmeren Mittelmeer ist fast genau so müßig wie jene vom Jahrhundertwinter… 1 Wo.Antworten ???? ach menno ????… räumt leise die Ski wieder weg ???????????? #jahrhundertwinter #yeti #skifoan⛷️ 1 Wo.Gefällt 3 MalAntworten Na bitte nu net an Winter denken das wäre viel zu früh!!!Da sigi fink mag lieber das kalte Wetter!!!Oder?????❤️ 1 Wo.Gefällt 1 MalAntworten #fetzblau ☀️ ❄️ ???? ???? Dddg Sigi Fink ???????? 6 TageGefällt 1 MalAntworten Du bist der beste Wettergott ????! Danke ????! 1 Wo.Gefällt 2 MalAntworten Danke für deine Beiträge????Machst gut???? 1 Wo.Gefällt 3 MalAntworten Hallo Sigi ich Wünsche dir ein schönes Wochenende ❣️ und auf bessere Wetteraussichten????❤️ 1 Wo.Gefällt 1 MalAntworten Dieses Reel hat 118 Kommentare aus Facebook. Vor 7 Tagen Kommentieren …

Bildunterschrift einschließen Wenn du diese Funktion nutzt, erklärst du dich mit Instagrams API-Nutzungsbedingungen einverstanden.

Doch warum taugt El Niño nicht als Winterorakel für unsere Breiten? Fink liefert eine klare Erklärung: Das Wetterphänomen entfaltet seine Wirkung hauptsächlich im Pazifikraum und in Teilen Nordamerikas. Bis es Europa erreicht, bleibt davon bestenfalls ein marginaler Rest übrig. "El Niño hat geringen Einfluss auf unser Wetter", fasst der Meteorologe zusammen. Wenn überhaupt, dann tangiere uns das Phänomen nur minimal.

Der österreichische Geodienst GeoSphere Austria stützt diese Einschätzung. Auch nach deren Erkenntnissen wirkt sich El Niño vorrangig auf die pazifischen Anrainerregionen aus und erreicht Österreich lediglich in stark abgeschwächter Form. "Sind wir in Europa schon um einiges zu weit entfernt", zieht Fink sein Fazit – auch wenn in der Atmosphäre grundsätzlich alles miteinander verknüpft sei.

Drei Faktoren, die unser Winterwetter wirklich bestimmen

Statt auf El Niño zu schielen, sollte der Blick laut Fink auf ganz andere Einflussfaktoren gerichtet werden. An erster Stelle steht das ungewöhnlich aufgeheizte Mittelmeer. Wassertemperaturen von über 33 Grad etwa vor Mallorca sorgen dafür, dass Tiefdruckgebiete dort besonders viel Energie und Wasserdampf aufnehmen. Die Folge: heftige Unwetter mit sintflutartigem Regen, die bis in den Alpenraum vordringen und Hochwasser auslösen können. Das Hochwasserereignis 2024 sei ein Paradebeispiel dafür gewesen. Als zweiten und dritten Schlüsselfaktor nennt der ORF-Meteorologe die Polarfront sowie das Kältereservoir am Nordpol. Diese drei Komponenten zusammen bestimmen nach Finks Darstellung letztlich, wie sich der Winter in Mitteleuropa tatsächlich gestaltet.

Kein Vergleich mehr mit den Wintern von einst

Die Statistik spricht ohnehin eine deutliche Sprache: Mitteleuropäische Winter fallen längst nicht mehr so frostig aus wie in früheren Jahrzehnten. Auch die eisigen Winterstürme, wie sie in den 1950er bis 1970er Jahren noch vorkamen, gehören der Vergangenheit an. Zwar gab es vereinzelt spektakuläre Schneeereignisse – etwa 2020 im Südwesten Österreichs und in Südtirol, als in St. Jakob in Defereggen 1,40 Meter Schnee fielen. Doch solche Extremfälle treten laut Fink völlig unabhängig davon auf, ob gerade ein El-Niño-Jahr herrscht oder nicht. Wer also im August bereits den Schneepflug startklar machen will, weil irgendeine Schlagzeile den Jahrhundertwinter ausruft, darf getrost weiter den Spätsommer genießen.

Weitere Meldungen rund ums Wetter finden Sie hier:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.