Temperatursturz um 10 Grad: Schafskälte erfasst Deutschland – Wetterdienst warnt vor möglichen Unwettern
Erst Sommerfeeling, dann kippt das Wetter brutal: Von Westen ziehen schwere Gewitter über Deutschland, begleitet von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Und damit nicht genug: Die Schafskälte lässt die Temperaturen gewaltig abstürzen.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Bis zu 28 Grad im Südosten – dann drohen am Nachmittag schwere Gewitter
- DWD warnt vor Starkregen, Hagel und stürmischen Böen
- Schafskälte sorgt ab Dienstag für spürbaren Temperatursturz auf nur noch 15 bis 21 Grad
Der Wochenstart lockt noch einmal mit sommerlichen Temperaturen – doch das Vergnügen währt nur kurz. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Schauern und Gewittern. Zudem kündigt sich die Schafskälte an. Eine meteorologische Singularität, die in dieser Jahreszeit regelmäßig auftritt.
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Am Montag (07.06.2026) klettert das Quecksilber laut DWD im Südosten auf bis zu 28 Grad, während der Nordwesten immerhin 20 bis 25 Grad erreicht. Besonders in Bayern und Baden-Württemberg dürften viele Menschen die Freibäder ansteuern. Doch bereits am Nachmittag schlägt das Wetter um. Von Westen her ziehen kräftige Gewitter auf, begleitet von Starkregen, kleinkörnigem Hagel und Sturmböen. Der DWD schließt unwetterartige Entwicklungen nicht aus. In der Nacht zum Dienstag wandern die Schauer und Gewitter weiter nach Osten und Südosten.
DWD warnt vor Gewittern: Starkregen, Hagel und Sturm möglich
Die Unwettergefahr konzentriert sich zunächst auf die westlichen Landesteile und den Alpenrand. Dort rechnet der DWD am Montagabend mit teils heftigen Gewittern. Besonders der Schwarzwald steht im Fokus: Innerhalb weniger Stunden können dort bis zu 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen. Neben dem Starkregen drohen stürmische Böen mit Windstärke 8 sowie kleinkörniger Hagel. Der Wetterdienst stuft die Wahrscheinlichkeit für diese Begleiterscheinungen zwar als gering ein, schließt sie aber keineswegs aus.
In der Nacht zum Dienstag verlagert sich das Regenband von West nach Ost durch das gesamte Bundesgebiet. Dabei verstärken sich die Niederschläge schauerartig, stellenweise begleitet von weiteren Gewittern. Am Alpenrand warnen die Meteorologen vor mehrstündigem, gewittrigem Starkregen. Auch in der Nordwesthälfte können einzelne Gewitter mit Sturmböen auftreten.
Temperatursturz um bis zu 10 Grad – Schafskälte erfasst Deutschland
Ab Dienstag (09.06.2026) macht sich der Wetterumschwung deutlich bemerkbar. Während im Osten noch einmal Höchstwerte um 22 Grad möglich sind, pendeln sich die Temperaturen im Rest des Landes nur noch zwischen 15 und 20 Grad ein. Das entspricht einem Rückgang von teilweise zehn Grad innerhalb eines Tages.
Zur Wochenmitte setzt sich das unbeständige Wetter fort. Der DWD prognostiziert für Mittwoch (11.06.2026) wechselnde Bewölkung mit wiederholten Schauern und kurzen Gewittern. Die Höchstwerte erreichen dann lediglich 15 bis 21 Grad, nachts kühlt es auf 10 bis 5 Grad ab. Bei Schauern und Gewittern warnt der Wetterdienst vor böigem Wind aus westlicher bis südwestlicher Richtung.
Bei der Schafskälte handelt es sich um eine meteorologische Singularität – ein Wetterphänomen, das um die Monatsmitte im Juni regelmäßig kühle Meeresluft vom Nordatlantik nach Mitteleuropa führt.
Tropische Wetterphänomene verstärken den Jetstream
Hinter der hartnäckigen Kältephase steckt ein ungewöhnliches Zusammenspiel atmosphärischer Prozesse. Eine außergewöhnlich starke Madden-Julian-Oszillation (MJO) beeinflusst derzeit die Wetterlage weit über die Tropen hinaus. Der entsprechende Index liegt bei etwa 3 – bereits ab einem Wert von 1,5 sprechen Meteorologen von einer ausgeprägten MJO. Dieses tropische Wettersignal wandert rund um den Globus und gibt dem Jetstream zusätzlichen Schub. Das Starkwindband in großer Höhe bleibt dadurch kräftig, sodass über dem Atlantik und Europa eine straffe Westströmung dominiert. Statt stabiler Hochdrucklagen mit sommerlicher Hitze gelangen weiterhin gemäßigte und feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine Kelvin-Welle, die sich in den Tropen schneller ausbreitet als die MJO. Treffen beide Signale zusammen, überlagern sie sich und intensivieren die Auswirkungen auf die großräumige Zirkulation. Auch El Niño spielt eine Rolle: Die erhöhten Wassertemperaturen im tropischen Pazifik fachen die MJO zusätzlich an.
Ab Donnerstag erste Entspannung – doch der Norden bleibt unbeständig
Erst zur zweiten Wochenhälfte zeichnet sich eine leichte Wetterberuhigung ab. Am Donnerstag wechseln sich Sonne und Quellwolken ab, die Schauerneigung bleibt gering. Die Temperaturen klettern auf 17 bis 23 Grad. Allerdings verdichten sich am Abend im Nordwesten bereits wieder die Wolken, nachfolgend setzt erneut Regen ein. Am Freitag und Samstag teilt sich Deutschland wettertechnisch: Während die Nordhälfte stark bewölkt und unbeständig bleibt mit wiederholt durchziehenden Regengebieten, lockert es im Süden auf. Dort steigen die Werte auf 22 bis 26 Grad, am Oberrhein sind sogar 27 Grad möglich. Eine durchgreifende Wetteränderung bleibt laut DWD zunächst unsicher. Erst ab Mitte Juni könnte zunehmender Hochdruckeinfluss für ansteigende Temperaturen sorgen – sofern die verstärkte Westströmung nachlässt.
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bua/news.de/dpa/stg
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