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Chagas-Krankheit in den USA: Gefährliche Seuche! Experten warnen vor "tödlichem Kuss" der Raubwanze

Den Kuss der sogenannten Raubwanze bemerken die Betroffenen meist erst, wenn es schon zu spät ist. Die Tiere übertragen die gefährliche Chagas-Krankheit, die oft Jahre später zum Tod führt. Expert:innen warnen. 

Die Raubwanzen Triatominae können die tödliche Chaga-Krankheit übertragen. Bild: (Symbolbild) Rusty Dodson/AdobeStock

Für zahlreiche Bewohner:innen lateinamerikanischer Gemeinden in den USA ist es der Kuss des langsamen Todes: der Biss der sogenannten Raubwanzen, die die gefährliche Tropenkrankheit Chagas übertragen. Eigentlich tritt die Krankheit meist in tropischen Regionen von Mittel- und Südamerika auf, doch die Fälle in den USA sind in den letzten Jahren gefährlich angestiegen. Experten warnen vor den "küssenden Käfern".

Autorin möchte über Raubwanze aufklären

Während Gesundheitsexperten oft vor Mücken und anderen krankheitsübertragenden Käfern warnen, wird die Raubwanze – die Triatominae - , die weltweit 10.000 Menschen pro Jahr tötet, weitestgehend übersehen. Wie "Fox News" berichtet, beschäftigt sich ein neues Buch mit der Zunahme der Chagas-Fälle in den USA. In ihrem Buch "The Kissing Bug: A True Story of a Family, an Insect, and a Nation's Neglect of a Deadly Disease" stellt die Autorin Daisy Hernández fest, dass in den USA nicht einmal bei Immunkrankheiten Halt vor Rassismus gemacht werde. "[Die Krankheit] wurde von medizinischen Fakultäten, medizinischen Einrichtungen und Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens immer noch sehr vernachlässigt, das war ein solcher Schock", sagte Hernández gegenüber "NBC".

Sah eigene Tante an Chagas sterben

Die Amerikanerin mit kolumbianischen Wurzeln sah ihre eigene Tante an den Folgen von Chagas sterben. Seitdem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, über die Erkrankung aufzuklären, die von dem "küssenden Käfer" übertragen wird. Laut "USA Today" stammt der Begriff des "küssenden Käfers" von dem Vorgehen der Raubwanzen, die ihre Opfer im Schlaf ins Gesicht beißen.

Hohe Dunkelziffer von Chagas-Krankheit

Die Krankheit wurde erstmals 1909 von dem brasilianischen Arzt Carlos Chagas entdeckt, mittlerweile sind 300.000 Menschen in den USA von der Krankheit betroffen, hauptsächlich lateinamerikanische Einwanderer in Texas, Kalifornien und Florida. Die Dunkelziffer ist jedoch weitaus höher, da eine Infektion mit Chagas meist erst spät erkannt wird. Da es kein nationales Überwachungsprogramm gibt, ist leider unklar, wo die Menschen am stärksten von Chagas betroffen sind.

Chagas bleibt oft unerkannt - ist gefährlich

"Die Chagas-Krankheit ist eine Krankheit der Ungleichheit", beklagte Dr. Norman Beatty, ein Medizinprofessor an der University of Florida, der sich seit 2015 mit Chagas beschäftigt. Laut Dr. S. Wesley Long, dem medizinischen Direktor für Mikrobiologie am Houston Methodist Hospital, erkennen Ärzte Chaga oftmals nicht, da die Krankheit recht selten sei. Ärzten werde beigebracht: "Wenn Sie Hufschlag hören, denken Sie an Pferde, nicht an Zebras", erklärte er gegenüber "USA Today". "Chagas ist ein Zebra." Der offensichtliche Mangel an Aufmerksamkeit – und Daten – ist angesichts der heimtückischen Natur der Krankheit, die sich von Mensch zu Mensch über alles von Organspenden bis hin zu Bluttransfusionen ausbreiten kann, besonders problematisch, berichtete die CDC. Mütter können ihre Babys sogar während der Schwangerschaft mit Chagas infizieren.

Grippeähnliche Symptome nach Infektion

Zahlreiche Opfer bemerken zunächst nicht, dass sie sich mit Chagas infiziert haben, da die Krankheit oft monate- oder jahrelang keine Symptome verursacht. Treten doch Anzeichen auf, so äußern diese sich zunächst durch "Fieber, Müdigkeit, vergrößerte Lymphknoten" und andere "grippeähnliche" Symptome, die sich schnell auflösen und keinen Hinweis darauf geben, dass der Parasit noch durch ihr System kreist", so Dr. Beatty laut "Fox News".

Chagas-Krankheit kann zum Tod führen

Wenn sich die Krankheit schließlich manifestiert, sind die Auswirkungen in der Regel katastrophal, wobei 20 bis 30 Prozent der Patienten an schweren Herz- und Magen-Darm-Komplikationen leiden, die zum Tod führen können – wie es bei Hernández' Tante der Fall war. Antiparasitäre Medikamente können helfen, die Ausbreitung im Körper zu verhindern, allerdings nur, wenn die Infektion frühzeitig erkannt wird.

Angesichts des fehlenden Zugangs zur Gesundheitsversorgung in vielen lateinamerikanischen Einwandererenklaven sei dies eine große Herausforderung. Zudem seien Latinos in den USA laut "NBC" oft nicht krankenversichert.

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sig/bos/news.de

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