19.06.2021, 14.59 Uhr

Nach Warnung von Christian Drosten: "Amok-Impfen mit Blasrohr!" Twitter bereitet sich auf "Delta-Lockdown" vor

Wird sich die Delta-Virusvariante in der Pandemie in Deutschland so entwickeln wie in England? Dann könnte es schon Anfang Juli auch hierzulande wieder steigende Inzidenzen geben. Twitter bereitet sich schon mal auf einen "Delta-Lockdown" vor.

Droht uns ein Delta-Lockdown? Bild: AdobeStock / kristina rütten

Nach Einschätzung von Christian Drosten muss Deutschland die Delta-Variante in der Pandemie ab sofort ernst nehmen. "Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante", sagte derCharité-Virologe am Freitagabend auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. "Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen."

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Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb von nur einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. "Das erinnert mich an den Beginn der B.1.1.7-Epidemie in Deutschland, wo es genauso war", sagte der Virologe. Die ansteckendere Variante B.1.1.7., die 2020 in Großbritannien bekannt wurde, hatte Deutschland im Winter in die dritte Pandemiewelle getrieben. Eindämmungsmaßnahmen kamen zu spät oder waren zu inkonsequent.

Die Situation jetzt in Deutschland sei mit der in England im Mai durchaus ein wenig vergleichbar, analysierte Drosten. In Großbritannien hatte die ansteckendere Delta-Variante innerhalb weniger Wochen trotz fortgeschrittener Impfquoten deutlich die Vorherrschaft im Infektionsgeschehen übernommen. Die 7-Tages-Inzidenzen stiegen wieder - von 20 auf 70. Lockerungen wurden deshalb gestoppt. Angesteckt hätten sich dabei vor allem junge Erwachsene, sagte Drosten. Die Infektionen hätten sich in England vorwiegend in den Impflücken abgespielt.

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"Wenn wir jetzt so rechnen würden, wie sich das in England entwickelt hat, also mit einer ungefähren Verdoppelung pro Woche, dann hätten wir dieses spekulative Szenario: Dann lägen wir in dieser Woche schon bei 20 Prozent", sagte Drosten. Anfang Juli wäre die Delta-Variante dann auch in Deutschland im Bereich der Dominanz. "Und wir müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen", folgerte der Wissenschaftler. Das sei aber noch reine Spekulation und eine Hypothese. Deutschland habe noch Chancen, wenn es die Inzidenz in den nächsten Wochen weiter senken könne. 

Es gebe aber auch in Deutschland noch keine ausreichende Immunität durch die Impfung zur Eingrenzung eines möglichen Inzidenzanstiegs. Bundesweit ist rund die Hälfte der Erwachsenen ein Mal geimpft, ein knappes Drittel vollständig. In England stiegen die Inzidenzen trotz höherer Impfquoten aber weiter, sagte Drosten. Dort seien die Ansteckungen in Schulen und in den Veranstaltungs- und Freizeitbereich bei jungen Leuten übergeschwappt. "Das werden wir dann wahrscheinlich auch in Deutschland sehen."

"Aber wir wissen alle, Kinder sind noch nicht geschützt und viele andere auch nicht"

Es sei bisher aber keine erhöhte Re-Infektionsrate zu beobachten. "Das heißt, die, die entweder geimpft sind oder infiziert waren, sind gut geschützt." Für die Zukunft sei auch ein Verlust des Zusammenhangs zwischen Fallzahl und Krankheitslast zu erwarten. Trotz Ansteckung würden die Infektionen dann milde oder gar nicht spürbar. "Aber wir wissen alle, Kinder sind noch nicht geschützt und viele andere auch nicht", sagte Drosten. Deshalb müsse man die Krankheitsschwere bei der Delta-Variante im Moment immer noch erst nehmen. 

"Amok-Impfen mit Blasrohr!" Twitter bereitet sich auf "Delta-Lockdown" vor

In den vergangenen Wochen haben viele Experten bereits vor einer vierten Welle im Herbst gewarnt. Droht diese durch die Delta-Variante nun viel früher? Der Autor Leo Fischer fragt auf Twitter bereits, was sich die Menschen für den "Delta-Lockdown" vorgenommen haben. "Ich brauche mir nichts vornehmen. Ich bin Lehrerin; für mich geht das Leben und die Arbeit normal weiter. Du musst wissen: Mein Kultusmister hat Corona nämlich für beendet erklärt", antwortet eine Twitter-Nutzerin

"Wahrscheinlich wie in den letzten sogenannten Lockdowns: Doppelt so viel arbeiten wie vorher und mir abends von Freunden anhören, wie langweilig ihr Tag zuhause war, nachdem sie Haus/Wohnung durchrenoviert und den Kindern 5 neue Fremdsprachen beigebracht haben", antwortet ein Twitter-Nutzer. "Gebunkerten Impfstoff klauen und Amok-Impfen", plant ein anderer. Klingt nach einem Plan. "am besten mit so Blasrohren, aus sicherer Entfernung."

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bua/news.de/dpa