14.04.2021, 10.07 Uhr

Polizei von Los Angeles verklagt: Demo-Teilnehmer von Polizisten beschossen - Hoden explodiert!

Die Teilnahme an einer Demo hatte für einen 29-Jährigen aus Los Angeles schmerzhafte Folgen: Der Mann wurde von einem Gummigeschoss der Polizei im Schritt getroffen, woraufhin sein Hoden explodierte. Jetzt zog der Mann vor Gericht.

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd wurde in den USA gegen Polizeigewalt demonstriert. Bild: picture alliance/dpa/XinHua | -

Im Juni 2020 nahm Ben Montemayor an einer Demonstration in Los Angeles teil, um sich gegen Polizeigewalt stark zu machen - und noch heute, fast ein Jahr später, leidet der Filmemacher aus Kalifornien unter den Folgen. Bei der Demo wurde der 29-Jährige, so ist es ausführlich in der "Los Angeles Times" zu lesen, von einem Gummigeschoss getroffen, das die Polizei gegen Protestierende abfeuerte. Die daraus resultierende Verletzung ist für den Kalifornier Anlass genug, vor Gericht zu ziehen und die Polizei von Los Angeles, allen voran deren Polizeichef Michel Moore, zu verklagen!

Demonstrant von Gummigeschoss schwer verletzt

Ben Montemayor gehörte im Juni 2020 zu der Gruppe von Demonstranten, die nach dem brutalen Tod von George Floyd in den Vereinigten Staaten auf die Straßen gingen, um die US-amerikanische Polizeigewalt anzuprangern. Die Demonstration, an der vorrangig Studierende teilnahmen, ging friedlich vonstatten - dennoch setzte die Polizei Geschosse ein. Eines davon traf Ben Montemayor, der mit einem Plakat in der Hand demonstrierte. Die Einsatzkräfte rissen dem jungen Mann das Schild aus der Hand und schubsten ihn zurück, bevor ein Gummigeschoss abgefeuert wurde.

Montemayor sei weder bewaffnet gewesen noch habe er eine Gefahr dargestellt oder sich einer Festnahme widersetzt, als ihn ein Geschoss an der Leiste traf - der Polizist, der den Schuss auslöste, habe aus kurzer Distanz genau auf den Schritt des Protestierenden gezielt. Bodycam-Aufnahmen der Beamten belegen diesen Ablauf. Laut Dienstvorschrift sind Polizisten zum Einsatz von Gummigeschossen nur dann angehalten, wenn Gefahr im Verzug ist.

Gummiprojektil trifft Intimbereich und zerfetzt Hoden von 29-Jährigem

Das 40 Millimeter-Geschoss hatte eine fatale Wirkung: Das Gummiprojektil ließ beide Hoden des jungen Mannes stark anschwellen, ein Hoden hatte daraufhin gar die Größe einer Grapefruit. Das ganze Ausmaß der Verletzung wurde den Ärzten in der Notaufnahme erst durch einen Ultraschall bewusst: Ein Hoden war durch den Beschuss regelrecht zerfetzt worden und musste in einer Notoperation wieder zusammengeflickt werden. Ohne den sofortigen operativen Eingriff hätte Ben Montemayor seine Hoden verlieren können.

Nach dem Krankenhausaufenthalt hörte der Leidensweg für den Kalifornier jedoch nicht auf: Ben Montemayor musste eine Reha durchlaufen und kämpft bis heute mit den Folgen des seelischen Traumas. Immer wieder werde der Filmemacher von Flashbacks heimgesucht, sobald er einen Polizisten sehe.

Demonstrant verklagt Polizei nach Hodenruptur durch Gummigeschoss

Vor Gericht will der Demonstrant nun die Polizei von Los Angeles zur Rechenschaft ziehen. Ben Montemayor reichte der "Los Angeles Times" zufolge offiziell Klage gegen die Stadt und Polizeichef Michel Moore wegen übertriebener Gewaltanwendung und Verletzung seiner Bürgerrechte ein. Den Beamten wird zudem vorgeworfen, sich bei den Protesten im Juni 2020 unzureichend vorbereitet und Waffengewalt in unverhältnismäßigem Umfang angewendet zu haben. Ben Montemayor klagt auf Schmerzensgeld in ungenannter Höhe und will erreichen, dass die Polizei nicht länger verharmlost, welche Schäden Gummigeschosse anrichten können.

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loc/news.de

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