30.03.2021, 14.40 Uhr

Prozess am Landgericht Heidelberg: Mordversuch als Suizid getarnt! Frauen-Duo vor Gericht

Es hätte wie ein Selbstmord aussehen und zwei Frauen steinreich machen sollen - doch der Mordversuch an einem Mann scheiterte. Jetzt wird dem mörderischen Damen-Duo in Heidelberg der Prozess gemacht.

Vor dem Heidelberger Landgericht müssen sich zwei Frauen wegen versuchten Mordes verantworten. Bild: picture alliance / dpa | Uwe Anspach

Sie wollten laut Anklage einem betäubtem Mann im Bett die Pulsadern aufschneiden - und seinen Tod wie Suizid aussehen lassen. Die 36 Jahre alte Ehefrau des Opfers und eine 57-Jährige stehen wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Heidelberg.Zudem beschuldigt die Staatsanwaltschaft das Frauen-Duo der gefährlichen Körperverletzung und des Vortäuschens einer Straftat.

Mordversuch als Suizid getarnt: Prozessbeginn am Landgericht Heidelberg

Die beiden sollen es auf das Erbe des Endfünfzigers abgesehen haben. Sie nahmen der Anklage zufolge an, er werde bald die Scheidung einreichen und damit die finanziellen Zuwendungen an seine Frau verringern. Die Eheleute lebten getrennt. Die nun angeklagten Ex-Kolleginnen einer Reinigungsfirma bestreiten, dass sie den Mann aus Angelbachtal (Baden-Württemberg) töten wollten.

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Laut Anklage stellt sich das Geschehen am Abend des 10. Mai 2020 so dar: Die Ehefrau besuchte ihren Mann und brachte ihm neben einem Kartoffelgratin einen mit Medikamenten versetzten Likör mit. Nachdem sie ihren Mann zum Trinken verleitet hatte, verließ sie die Wohnung, wobei sie ein Fenster öffnete. Durch dieses stieg die Komplizin um Mitternacht ein. Der durch den Likör betäubte Mann wachte in seinem Bett auf, als ihm die unbekannte Frau einen Längsschnitt in den Unterarm zufügte.

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Der lebensgefährlich Verletzte schleppte sich noch zu Nachbarn, während die Frau floh. Eine Notoperation rettete ihn. Nachdem die Ermittler erst einem anderen Verdacht nachgegangen waren, nahmen sie am 30. Juni das Duo in Haft. Durch den Likör waren sie dem Duo aus der Rhein-Neckar-Region auf die Spur gekommen.

Um den Tatverdacht von sich abzulenken, sollen sie einen Monat nach der Tat eine Entführung der Ehefrau vorgetäuscht haben, als deren Initiator sie den Ehemann darstellen wollten. Vor Gericht beschrieb die Ehefrau ein Szenario der Überforderung gepaart mit einer Erkrankung. In dieser Situation habe sie sich mehr Unterstützung von ihrem Mann gewünscht. Die Angeklagten bestreiten bislang jedoch, dass sie den Mann aus Angelbachtal (Rhein-Neckar-Kreis) töten wollten.

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Ehefrau befürchtete Scheidung und bangte nach der Trennung um ihr Erbe

Sie und ihre Freundin sollen es der Anklage zufolge auf das Erbe des vermögenden Endfünfzigers abgesehen haben. Sie nahmen demnach an, er werde bald die Scheidung von der getrennt lebenden Ehefrau einreichen. Deshalb befürchteten sie, dass sich die finanziellen Zuwendungen an seine Frau verringern würden.

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loc/news.de/dpa

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