10.03.2021, 11.55 Uhr

Krisen-Analyse zeigt: An diesen 6 Orten könnte der 3. Weltkrieg ausbrechen

Auch wenn es das allgegenwärtige Coronavirus zurzeit bisweilen vielleicht überdeckt: Viele globale Konflikte und Auseinandersetzungen schwelen weiter. Eine Analyse zeigt jetzt auf, ob an diesen sechs Orten der Dritte Weltkrieg ausbrechen könnte.

Könnte wegen Nordkorea oder China ein neuer Weltkrieg ausbrechen? Bild: dpa

Es sind brisante und hochgefährliche Szenarien, die der britische "Express" in einem aktuellen Artikel durchgeht. Denn auch wenn die Welt aktuell anscheinend gemeinsam gegen die Corona-Pandemie vorgeht, schwelen die Konflikte der Vor-Corona-Zeit natürlich weiter. Das bringt das Blatt zu der Überlegung, an welchen Orten ein möglicher Dritter Weltkrieg ausbrechen könnte. Sechs mutmaßliche Regionen und Konflikte, die ein Ausgangspunkt für eine globale militärische Auseinandersetzung sein könnte, stellt der "Express" dabei heraus.

Dritter Weltkrieg Ausbruch wegen Iran-USA-Konflikt

Als erstes Beispiel führt der "Express" den Konflikt zwischen USA und dem Iran an. Wie bekannt ist, wurden in den vergangenen Monaten wurden immer wieder Raketen auf Stützpunkte im Irak abgefeuert, die von der US-Armee genutzt werden. Bei einem Raketenangriff auf die nordirakische Stadt Erbil wurde im Februar ein ziviler Auftragnehmer der internationalen Militärkoalition getötet. Im Verdacht stehen Milizen, die eng mit dem Iran verbunden sind. Sie fordern den Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Die US-Luftwaffe flog als Reaktion auf den Beschuss in Erbil Luftangriffe auf die Milizen im Osten Syrien. Die von den USA angeführte Koalition unterstützt Iraks Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Konflikt Iran - Israel könnte zum Drittem Weltkrieg führen

Iran, zum Zweiten. Auch der Konflikt mit Israel schwelt weiter. Der jüdische Staat, der sich durch den Iran in seiner Existenz bedroht sieht, fürchtet eine neue Beschwichtigungspolitik der USA nach dem Amtsantritt von Joe Biden. Der Iran könnte nach israelischer Einschätzung binnen sechs Monaten genug waffenfähiges Uran für den Bau einer einzelnen Atombombe produzieren. Energieminister Juval Steinitz sagte dem Sender Kan im Februar, innerhalb von ein bis zwei Jahren könnte Teheran mehrere Nuklearwaffen herstellen. Der Austritt der USA aus dem Atomabkommen habe den Iran sehr geschwächt. Die von den USA verhängten Sanktionen hätten dem Atomprogramm schwer geschadet. Ob daraus eine militärische Auseinandersetzung weltweiter Tragweite erwachsen könnte, schließt der "Express" zumindest nicht völlig aus.

Krisenherd USA - Türkei: Könnte hier ein Dritter Weltkrieg starten?

Dritter spekulativer Krisenherd, aus welchem laut "Express" ein Weltkrieg entwachsen könnte: USA - Türkei. Die Spannungen zwischen den USA und der Türkei glichen in den vergangenen Jahren einer Achterbahnfahrt. Wegen einer missliebigen US-Erklärung zu entführten und im Nordirak getöteten Türken hatte Ankara zuletzt im Februar den US-Botschafter einbestellt. Ankara machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tötung von 13 entführten Türken im Nordirak verantwortlich. Die PKK stritt das ab.

Ein möglicher Grund für die neuen Spannungen könnte sein, dass die Türkei den USA schon lange vorwirft, "Terroristen" zu unterstützen. Gemeint ist damit die Unterstützung der USA für die syrische Kurdenmiliz YPG. Für die Türkei ist die YPG der syrische Ableger der PKK und damit eine Terrororganisation. Der "Express" bezieht sich in seinen Ausführungen vor allem auf die strategische Lage der Türkei mit Russland als nicht weit entferntem Nachbarn. Eine aktuelle militärische Gefahr ist aber eher gering.

Kaschmir-Konflikt als Beginn des Dritten Weltkriegs?

Die rivalisierenden Atommächte Indien und Pakistan streiten seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indiens und der Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 um die Herrschaft über Kaschmir. Immer wieder kommt es trotz des Waffenstillstands zu militärischen Zwischenfällen entlang der 740 Kilometer langen Kontrolllinie, die Kaschmir in ein indisch und ein pakistanisch kontrolliertes Gebiet teilt. Die Nachbarstaaten führten bereits mehrere Kriege gegeneinander, seit 2003 gilt offiziell ein Waffenstillstand.

Das Verhältnis beider Länder ist seit langem angespannt. Indiens Aufmerksamkeit richtete sich jüngst jedoch mehr auf den alten Grenzkonflikt mit China. Bei einem Zwischenfall im Sommer 2020 wurden dabei mindestens 20 indische und vier chinesische Soldaten getötet. Kaschmir als Ausgangsort eines Weltkrieges erscheint auch im britischen "Express" daher zumindest temporär als unwahrscheinlich.

Weltkriegs-Gefahr wegen Auseinandersetzung USA - Nordkorea

Wie sieht es allerdings mit dem Weltkriegspotenzial in der Dauer-Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea mit seinem Obersten Führer Kim Jong-un aus? Der "Express" analysiert, dass die Spannungen zwischen den beiden Ländern seit 2017 beständig zugenommen haben. Immer wieder baut Nordkorea eine Drohkulisse auf, verweist auf mögliche Militärschläge gegen die USA und seine Verbündeten im asiatischen Raum. Zuletzt traf Nordkorea nach Angaben von Experten in den USA in seinem umstrittenen Nuklearkomplex Yongbyon möglicherweise Vorbereitungen, um wieder Plutonium für Atomwaffen zu gewinnen.

Auf Bildern kommerziell genutzter Satelliten war demnach zu erkennen, dass das radiochemische Labor, das als Anlage zur Wiederaufarbeitung benutzter Kranbrennstäbe dient, "nach einer fast zweijährigen Pause wieder in Betrieb ist", schrieben Experten der auf Nordkorea spezialisierten Nachrichtenseite "38 North" des Stimson Center. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen. In einem internen UN-Bericht hatte es im Februar geheißen, dass Nordkorea das Programm trotz der Sanktionen weiter vorantreibe. Ein Konflikt ist hier immer möglich, allein die Tragweite bleibt unklar.

Globaler Krieg zwischen den USA und China möglich?

Ein Krieg zwischen den USA und China klingt nach der größtmöglichen militärischen Katastrophe, doch könnte sie auch zu einem Dritten Weltkrieg führen? Bislang beschränkte sich der Konflikt auf das Handels- und Wirtschaftsleben. In dem seit fast 24 Monaten andauernden Streit haben die USA und China Zölle auf Waren im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar erhoben. Ex-US-Präsident Trump hat China lange Zeit unfaire Handelspraktiken und Diebstahl von geistigem Eigentum vorgeworfen, während in China seinerseits die Auffassung vertritt, dass die USA sich bemühen, ihren Aufstieg als globale Wirtschaftsmacht einzudämmen. Dazu kamen die unbewiesenen Anschuldigungen, wonach China das Coronavirus bewusst in einem Labor gezüchtet habe.

Gleichzeitig hat China daran gearbeitet, seine Beziehungen zu Russland zu sichern, während die USA an Südkorea und Japan, den beiden engsten Verbündeten in der Region, festhalten. Laut "Express" könnte dies bei einer Eskalation der Situation zu militärischen Konfrontationen in Gebieten wie dem Süd- oder Ostchinesischen Meer führen. Ob sich ein globaler Flächenbrand entfacht könnte, erscheint dem Blatt eher unwahrscheinlich.

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rut/bua/news.de/dpa

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