23.08.2020, 18.10 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Ausrottung nicht möglich? "Corona bleibt für immer!"

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Ein Impfstoff wird sehnlichst erwartet. Doch selbst mit Impfung wird Sars-CoV-2 vermutlich für immer bleiben. Das prognostiziert ein britischer Gesundheitsexperte. Die WHO spricht eine ähnliche Sprache. 

"Das Coronavirus wird für immer bleiben", sagte der medizinische Wissenschafter Sir Mark Walport. Bild: Romolo Tavani/AdobeStock

Das Coronavirus wird "für immer" bleiben und die Menschen werden wahrscheinlich regelmäßig geimpft werden müssen, warnte ein Mitglied der wissenschaftlichen Beratergruppe für Notfälle der britischen Regierung ("Sage"). Das berichtet der "Daily Star" am Samstag.

Sars-CoV-2 aktuell: Corona kann nicht wie Pocken ausgerottet werden

Sir Mark Walport, ein ehemaliger wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung, erklärte gegenüber der Sendung "Today" des "BBC Radio 4", die Pandemie würde durch "globale Impfungen" kontrolliert, aber es werde keine "Krankheit wie Pocken sein, die durch Impfungen ausgerottet werden könnte". Stattdessen werde der Umgang mit Corona eines Tages dem Umgang mit der jährlich wiederkehrenden Influenza ähneln - noch ist Sars-CoV-2 allerdings weitaus gefährlicher als das Influenza-Virus.

Jährliche Corona-Impfungen wie bei der Grippe werden nötig sein

Walport fort: "Dies ist ein Virus, das in irgendeiner Form für immer bei uns sein wird und mit ziemlicher Sicherheit wiederholte Impfungen erfordern wird." Er erklärt weiter: "Ein bisschen wie bei der Grippe müssen die Menschen in regelmäßigen Abständen erneut geimpft werden."

Wissenschaftler auf der ganzen Welt kämpfen seit Monaten darum, einen wirksamen Coronavirus-Impfstoff für den Massengebrauch zu entwickeln und vorzubereiten. Die vielversprechendsten Ergebnisse wurden bisher von der Universität Oxford erzielt. Dort befindet sich ein Impfstoff bereits in der letzten Testphase, bevor er für die öffentliche Verbreitung zugelassen wird.

In Teilen Englands mussten Maßnahmen gegen Corona wieder verschärft werden

Walports ernüchternde Warnung vor den überhöhten Erwartungen an einen Impfstoff rührt daher, dass im Norden Englands erneut erhöhte Sperrbeschränkungen nötig geworden waren. Um Mitternacht traten strengere Maßnahmen für Gebiete in Greater Manchester und Lancashire in Kraft. Den Bewohnern wurde empfohlen, sich mit niemandem außerhalb ihres Haushalts zu treffen. Veranstaltungen wie Beerdigungen und Hochzeiten wurden auf 20 Personen beschränkt.

Coronavirus-Pandemie aktuell: Schon bald könnte zweiter Lockdown drohen

Laut britischen Medienberichten könne ein zweiter landesweiter Lockdown in Großbritannien drohen, da der R-Wert über den Schwellenwert von 1 gestiegen sei. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Infizierte mehr als einen weiteren Menschen ansteckt, was rasch ein exponentielles Wachstum der Infizierten-Zahlen zur Folge haben kann - wie im Frühjahr in den meisten europäischen Ländern gesehen. Breitet sich das Virus erst einmal exponentiell aus, helfen fast nur noch strikte Eindämmungsmaßnahmen. 

Virus zunächst lokal eindämmen - um nationalem Lockdown vorzubeugen

Walport sagte dazu, lokalisierte Sperren seien im Moment der beste Weg, aber man könnte die Möglichkeit einer zweiten nationalen Sperre später in diesem Jahr nicht ausschließen. "Niemals ist ein sehr starkes Wort", sagte er in der "Today"-Sendung. "Nun, das ist natürlich möglich und deshalb ist es so wichtig, dass wir zusammenarbeiten. Die Leute verstehen, dass dies ein Risiko ist." Dann warnte Walport deutlich: "Wenn wir zulassen, dass es außer Kontrolle gerät, könnte es viel drakonischere Maßnahmen geben." Also einen zweiten Lockdown. 

WHO warnt vor schneller Verbreitung des Coronavirus 

 

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass das neuartige Coronavirus uns noch länger erhalten bleiben wird, da es sich nur schwer eindämmen lässt. Im Vergleich zur verheerenden Pandemie der Spanischen Grippe zeigt "dieses Virus kein ähnliches wellenartiges Muster", sagte Dr. Michael Ryan von der WHO. "Wenn das Virus nicht unter Kontrolle ist, springt es direkt wieder hoch." Ryan fügt hinzu, dass sich Pandemieviren häufig in einem saisonalen Muster ansiedeln, was beim jedoch Coronavirus anscheinend nicht der Fall war.

Eindämmung von Coronavirus durch Impfstoffe wird wichtiges Werkzeug sein

Deshalb wird die Eindämmung des Virus durch Impfstoffe in Zukunft von hoher Bedeutung sein. Mit seiner vielfältigen, langfristigen und noch unerforschten Symptomatik stellt das Coronavirus eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. Je effektiver es eingedämmt werden kann, desto besser.

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sig/news.de

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