07.07.2020, 14.23 Uhr

Trotz Vollzeit-Überwachung: Überwachter Serienvergewaltiger entkommt der Polizei kurz vor Abschiebung

Der gefährliche Serienvergewaltiger Moses O. sollte eigentlich abgeschoben werden. Doch trotz Vollzeit-Überwachung entkommt der Nigerianer der Polizei. Nach fünf Tagen Flucht kann der Sex-Täter gefasst werden.

Die Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Hannover in Langenhagen. Bild: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Dieser Fall macht sprachlos. Ein Serienvergewaltiger soll abgeschoben werden, doch als dieser auf die Abschiebung wartet, schafft er es, der Polizei zu entwischen. Dabei hatten die Ermittler den expliziten Auftrag, den Mann rund um die Uhr zu bewachen. Die "Bild"-Zeitung hatte als erstes darüber berichtet.

Serienvergewaltiger Moses O. kam als Asylsuchender nach Deutschland

Wie das Boulevardblatt schreibt, kam Moses O. als Asylsuchender aus Nigeria nach Deutschland. Bei seiner Ankunft gab sich der 30-Jährige zunächst als Sudanese aus. Sein Antrag wurde abgelehnt und er hielt sich angeblich mit einer Duldung in Deutschland auf. Doch in dieser Zeit beging er mehrere Straftaten, weshalb er vom Oldenburger Landgericht zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und acht Monaten verurteilt wurde. Moses O. hatte unter anderem vier Prostituierte vergewaltigt.

Deutsche Behörden ermitteln wahre Identität des Serienvergewaltigers

Nachdem der 30-Jährige seine Haftstrafe voll abgesessen hatte und abgeschoben werden sollte, log er laut "Bild" erneut über seine Herkunft, behauptete dann ausSierra Leone zu stammen. Die Behörden setzen alles daran, seine wahre Identität zu ermitteln und beschaffen schließlich Pass-Ersatzpapiere bei dernigerianischen Botschaft.

Nigeria verweigert Aufnahme wegen Coronavirus-Pandemie

Seit März 2020 saß Moses O. in Abschiebehaft, weil sich Nigeria weigerte, ihn wegen der Corona-Pandemie aufzunehmen. Als es schließlich soweit war und er ausgeflogen werden sollte, kommt es zu neuen Hinderungsgründen von Seiten Nigerias. Die Versuche der deutschen Behörden scheiterten. Doch die Uhr tickte.Laut Aufenthaltsgesetz müssen Inhaftierte in der Regel innerhalb von drei Monaten aus der Abschiebehaft in ihre Heimat abgeschoben werden. Passiert das nicht, müssen sie wieder freigelassen werden.

Polizei schnappt Serienvergewaltiger nach fünf Tagen Haft

Am 19. Juni 2020 läuft die Frist für Serienvergewaltiger Moses O. schließlich ab: Er kommt in ein Asylheim, wo er Rund um die Uhr überwacht werden soll. Am Montag entwischt der 30-Jährige der Polizei. Offenbar hatte er von seinem neuen Abschiebetermin erfahren. Nach fünf Tagen kann die Polizei den Flüchtigen schnappen.

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fka/news.de

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