13.05.2020, 10.40 Uhr

Coronavirus-News aktuell: "Ich bin immun!" Professor testet Corona-Impfstoff im Selbstversuch

Ist das der Durchbruch im Kampf gegen das Coronavirus? Ein deutscher Professor hat einen Impfstoff im Selbstversuch getestet. Nach knapp einem Monat berichtet er: "Ich bin immun." Nun fordert er weitere Tests am Menschen.

Winfried Ströcker hat im Selbstversuch einen Corona-Impfstoff getestet. Bild: dpa

Noch ist ein Ende der Coronavirus-Pandemie nicht in Sicht. Bislang haben sich mehr als 4,2 Millionen Menschen weltweit mit dem Virus infiziert. Fast 300.000 Menschen sind bereits gestorben. Wissenschaftler arbeiten unermüdlich an der Entwicklung eines Impfstoffes. Nun hat ein deutscher Unternehmer offenbar den Durchbruch geschafft.

Coronaviurs-News aktuell: Winfrid Stöcker testet Impfstoff im Selbstversuch

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Während Experten schätzen, dass es frühestens 2021 einen Impfstoff geben werde, war Winfried Stöcker, Gründer des Unternehmens Euroimmun in Lübeck, zu ungeduldig. Im März hatte er sich im Selbstversuch ein Corona-Antigen gespritzt. "Ich bin jetzt immun gegen Sars-CoV-2", schreibt der 73-Jährige auf seinem Blog. In seinem Bericht geht hervor, dass er sich über mehrere Tage verteilt insgesamt vier Injektionen verabreichte. "Wie erwartet, habe ich die Impfungen gut vertragen. Ich fühlte mich während der ganzen Zeit wohl und blieb gesund." Nebenwirkungen habe Stöcker keine, sagte er gegenüber der "Bild"-Zeitung. Wie die "FAZ" schreibt, habe sein Körper bereits Ende April Antikörper gegen das Coronavirus gebildet.

Corona-Antigen ohne Nebenwirkungen? Unternehmer fordert Impfstoff-Test am Menschen

Das Corona-Antigen sei gentechnisch im Labor hergestellt worden. Dabei werde nur ein Bestandteil des Virus verwendet, welcher nicht infektiös sei. "Die Immunisierung war also ungefährlich, es bestand keine Infektionsgefahr mit dem Coronavirus, weder für mich noch für meine Familie und meine Kollegen", zitiert die "FAZ" den Unternehmer. Ein wissenschaftlicher Durchbruch sei ihm damit aber nicht gelungen. Das Antigen sei längst bekannt, es werde nur noch nicht am Menschen getestet. "Ich habe nur mal gezeigt, dass es keine Nebenwirkung hat. Dass das Antigen die Wirkung hat, war schon vorauszusagen, aber dass es keine Nebenwirkungen hat, ist eine wichtige Information", sagt Stöcker gegenüber der "Bild".

"Aus meiner Sicht könnte man kurzfristig drei Viertel der Bevölkerung mit dem Zielantigen S1 des Sars-CoV-2 immunisieren", sagt Prof. Winfried Stöcker gegenüber der "FAZ". "Die Experten sagen, dass man noch ein, zwei Jahre prüfen muss, bevor man einen Impfstoff auf den Markt bringt." Stöcker fordert, dass man sowohl Wirkung als auch Nebenwirkungen des Impfstoffes direkt an Menschen testen solle. So könnte man wertvolle Zeit gewinnen. "Meiner Ansicht nach kann die Übervorsicht bleiben gelassen werden", zitiert die "Bild" den 73-Jährigen. Doch ist ein direkter Test am Menschen ethisch vertretbar? Stöcker steht seit 2014 wegen wiederholter und äußerst umstrittener Äußerungen zu Flüchtlingen, Migranten und Frauen in der Kritik.

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bua/fka/news.de

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