04.02.2020, 17.27 Uhr

Unwetter im Februar 2020 aktuell: Land unter! Überflutungen nach heftigen Regenfällen an der Mosel

Unwetter-Alarm in Süddeutschland: Im Landkreis Trier-Saarburg wurden Straßen und Gebäude überflutet, mehrere eingeschlossene Personen mussten befreit werden. An der Mosel gibt es weitere Überschwemmungen. 

Heftige Unwetter haben im Süden Deutschlands für Überflutungen und Straßensperrungen gesorgt. Bild: Uwe Anspach / picture alliance / dpa

Überflutete Fahrbahnen, überschwemmte Anwesen, eingeschlossene Menschen: Heftige Regenfälle haben vor allem im Südwesten Deutschlands zahlreiche Rettungseinsätze ausgelöst. Der Ortskern der Gemeinde Aach bei Trier wurde in der Nacht von einem Bach überschwemmt, wie ein Sprecher der Technischen Einsatzleitung sagte.

Unwetter in Region Trier: Straßen überschwemmt, Keller geflutet

Im Konzer Ortsteil Oberemmel trat ein Weiher über das Ufer, von den Wassermassen wurden Menschen in einem Haus eingeschlossen, die Feuerwehr rettete sie in der Nacht. An vielen Stellen in dem Kreis sperrten Einsatzkräfte überschwemmte Bundes- und Landstraßen. Insgesamt 440 Kräfte waren im Einsatz. Die Bahnstrecke zwischen Perl und Trier war am Dienstagmorgen nicht befahrbar.

Koblenz: Feuerwehr baut mobile Hochwassermauer auf

 

Angesichts steigender Pegelstände von Rhein und Mosel hat die Feuerwehr in Koblenz am Dienstagmorgen mit dem Aufbau einer mobilen Hochwasserwand begonnen. Geplant war, den ersten und zweiten von drei unterschiedlich hohen Abschnitten zu errichten, wie die Berufsfeuerwehr mitteilte. Grundsätzlich wird ab einem erwarteten Koblenzer Pegelstand von 4,50 Meter der erste und ab 6,50 Metern der zweite Abschnitt aufgebaut. Der dritte käme erst ab einem erwarteten Pegelstand von 7,50 Metern infrage. Damit werde diesmal vorerst nicht gerechnet, sagte eine Feuerwehrsprecherin.

Am Dienstagvormittag überschritt der Pegelstand in Koblenz 4,40 Meter. "Der Normalwert liegt bei 2,30 bis 2,50 Metern", sagte die Feuerwehrsprecherin. Bei einem Aufbau aller drei Abschnitte ist die mobile Mauer 3,8 Kilometer lang. Nach einer kräftigeren Regenphase sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die kommenden Tage eher wenige Niederschläge vorher.

Starker Regen lässt Pegel der Mosel steigen

An der Mosel gibt es in weiteren Orten Überschwemmungen. Zahlreiche Straßen sind überflutet, viele Keller stehen unter Wasser. Und: "Das Hochwasser steigt weiter, es wird noch kritisch werden", sagte ein Sprecher der Polizei in Bernkastel-Kues am Dienstag. Nachdem in der Nacht hunderte Einsatzkräfte im Kreis Trier-Saarburg im Einsatz waren, erreichen die Wassermassen nun die Mittelmosel: "Wir machen nach und nach die Straßen dicht."

Die Ortsdurchfahrt Kues in Bernkastel-Kues laufe zu, auch Zeltingen sei gesperrt. Der Polizeisprecher ging davon aus, dass von dem Hochwasser hunderte Keller betroffen sein würden. "Die Anwohner sind aber darauf eingestellt." Die Lage sei überschaubar.

Der Pegel lag in Trier am Dienstagmorgen bei gut 8,60 Metern - das sind mehr als fünf Meter über normal. Im Laufe des Tages sollte der Scheitelpunkt erreicht werden: Danach seien sinkende Pegelstände vorhergesagt, sagte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums Rheinland-Pfalz.

In der Nacht war der Ortskern der Gemeinde Aach bei Trier von einem Bach überschwemmt worden. "So etwas habe ich als Ortsbürgermeisterin noch nicht erlebt", sagte Claudia Thielen. Etliche Keller seien vollgelaufen, die Straße stand am Morgen noch unter Wasser.

Unwetter-Alarm in Saarbrücken: Umgestürzter Baum beschädigt Wohnhaus

In Saarbrücken sperrte die Polizei am frühen Morgen die Stadtautobahn. Orkanartige Böen und ergiebiger Dauerregen führten auch in Teilen Baden-Württembergs zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr. In Stetten am kalten Markt bei Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60.000 Euro.

Dutzende Male mussten Feuerwehr und Polizei in Freiburg und Umgebung ausrücken. Am Morgen twitterte die Polizei: "Das Unwetter hält Einsatzkräfte in Atem. Im gesamten Präsidiumsbereich kommt es durch umgestürzte Bäume zu Gefahren im Straßenverkehr - wir bitten um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. Bitte meidet die Dämme der größeren Flüsse in unserer Region."

Auch im Kreis Waldshut seien die Einsatzkräfte ziemlich beschäftigt gewesen: Der Wind habe Ziegel von zwei Häusern abgedeckt und zahlreiche Bäume und Bauzäune umgestürzt.

Die Polizei in Karlsruhe berichtete von umgestürzten Bäumen, vereinzelt waren kleinere Straßen überschwemmt und Keller überflutet. In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto. Verletzte gab es den Angaben zufolge zunächst nicht.

Unwetter aktuell: Dauerregen geht am Dienstag weiter, Warnung vor Sturm-Böen

Bis Dienstagmittag rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Region teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein. Punktuell seien aber auch deutlich höhere Werte möglich. Zudem warnte der DWD für den ganzen Dienstag vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

Unwetter in Bayern: S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt, Straßen überflutet

Orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen sorgten auch in Bayern für Probleme. Wegen des Sturms wurde der Münchener S-Bahn-Verkehr der Linien S1 und S2 am Morgen teilweise gesperrt. Bäume seien umgeknickt und in die Oberleitungen gefallen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Westlich von Augsburg traten zwei Flüsse über die Ufer und überfluteten zwei kleinere Straßen. Im nördlichen Schwaben gab es nach Polizeiangaben etwas mehr Unfälle als sonst, sieben Menschen wurden demnach seit Montagmittag verletzt.

Im Erzgebirge und im Thüringer Wald fiel in der Nacht auf Dienstag Schnee. In bergigen Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll der Schnee auch liegen bleiben, wie der Wetterdienst mitteilte: "Da ist auch Obacht auf der Straße geboten."

Unwetter aktuell auch in Luxemburg

Auch Luxemburg ist vom Hochwasser betroffen. Seit Montagabend waren die Feuerwehren nach eigenen Angaben rund 270 Mal im Einsatz. Drei Mal mussten Menschen aus Autos befreit werden, in denen sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt, unter anderem in Mosel-Orten wie Schengen oder Mertert.

Wetter aktuell im Februar 2020: Kaltfront bringt Neuschnee in den Gebirgen

Um den garstigen Wettermix komplett zu machen, bringt die Kaltfront am Dienstag und Mittwoch in den Mittelgebirgen 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee, in den Alpen sogar teils über 50 Zentimeter. Der Lawinenwarndienst rief daher in mehreren bayerischen Gebieten die Warnstufe drei von fünf aus. In Bayern wurde zudem im östlichen Alpenbereich mit Hochwasser gerechnet.

Wetter aktuell: Wetterberuhigung ab Wochenmitte erwartet

Ruhiger wird das Wetter ab der Wochenmitte. Die Sonne wird sich dann wieder etwas häufiger zeigen, es bleibt zumeist trocken. Die eingeflossene Kaltluft wird sich laut Vorhersage etwas erwärmen, nachts droht aber gebietsweise Frost. Schon zu Beginn der nächsten Woche nimmt nach Einschätzung des DWD die Sturmgefahr deutlich zu und es wird wieder neue, teils kräftige Niederschläge geben.

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loc/news.de/dpa

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