Von news.de-Redakteurin Franziska Obst - 09.05.2014, 14.26 Uhr

Deutsche Kassen zahlen!: So soll Schwulen der Geist der Homosexualität ausgetrieben werden

Für diese Menschen sind Homosexuelle krank. Sie haben ein psychisches Leiden, für das sie selbst nicht verantwortlich sind. Doch ihre Zukunft hingegen können sie deren Ansicht nach selbst in die Hand nehmen. Schließlich gibt es für jede Krankheit eine Medizin.

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In der Gesprächstherapie wird die verletzte Seele gerettet

Auch Ärzte, vor allem gläubige Mediziner, haben diesen Zusammenhang erkannt und sich dieser «Problematik» angenommen. Sie versprechen den vom Weg abgekommenen Schäfchen, den in ihren Augen erkrankten Menschen, Heilung. Wollen sie umpolen und deren verletzte Seele retten. So sagt zum Beispiel Dr. Gero Winkelmann vom Bund katholischer Ärzte: «Ich will diese Menschen nicht verurteilen, sondern ihnen helfen, da sie eine schwere Last tragen. Damit sie nicht mehr unter dem Druck stehen, sich sexuell so benehmen zu müssen. Man muss nicht alles machen, nur weil's vielleicht geht. Man muss auch keine Atombombe schmeißen.» Ein mehr als krasser Vergleich.

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Selbstmordgedanken nach Umpolungsversuch

Konversationstherapie nennt sich dieser Irrsinn. Eine Praktik, die für die Betroffenen dramatische Folgen haben kann, wie die Psychiaterin Dr. Lieselotte Maler dem NRD erklärt. Patienten haben im Anschluss das Gefühl versagt zu haben, verfallen in eine Depression, leiden unter Angststörungen, verlieren eventuell sogar ihre Liebesfähigkeit und hegen im allerschlimmsten Fall Selbstmord-Gedanken.

Doch sowohl die behandelnden Ärzte als auch die Krankenkassen nehmen dieses Risiko scheinbar ohne Weiteres in Kauf. Denn derartige Therapie-Gespräche übernimmt tatsächlich die gesetzliche Krankenkasse. Hier setzen die Mediziner auf kleine Tricks und geben vor, die Patienten seien aufgrund psychischer Probleme in Behandlung. Über den genauen Inhalt der Gespräche werden die Kassen eigenen Angaben zufolge nicht informiert.

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