24.11.2019, 19.20 Uhr

Tödliche Infektion mit Capnocytophaga canimorsus: Mann (63) wird von Hund abgeleckt - kurz danach ist das Herrchen tot

Wenn ein Hund einen Menschen abschleckt, ist das bestenfalls eklig, jedoch meist ungefährlich. Einen 63-jährigen Mann kostete es nun das Leben, dass er von seinem Hund abgeleckt wurde.

Dass er von seinem Hund abgeschleckt wurde, kostete einen 63 Jahre alten Mann das Leben (Symbolfoto). Bild: Adobe Stock / seregraff

Wenn der Hund als bester Freund des Menschen seine Freude zeigen möchte, kommt es nicht selten vor, dass der Vierbeiner Herrchen oder Frauchen einen begeisterten Schmatzer ausdrückt und seinen Lieblingsmenschen abschleckt. Manch einer mag das eklig finden - doch dass ein Zungenschlecker eines Hundes auch weitaus ernstere Folgen haben kann, zeigt ein Fall, der von Ärzten des Rote Kreuz Krankenhauses in Bremen in der Fachpresse veröffentlicht wurde.

Mann (63) von Hund abgeleckt und schwer erkrankt

Darin wird der Fall eines 63 Jahre alten Patienten geschildert, der sich bester Gesundheit erfreute, jedoch nach drei Tage andauerndem Fieber und Atemnot bei einem Arzt vorstellig wurde. Weiterhin hatten sich rote Pusteln und Hauteinblutungen am Körper des Mannes gebildet, der Patient zeigte Empfindungsstörungen im rechten Bein und Muskelschmerzen in den Beinen. Im Patientengespräch erfuhren die Ärzte, dass der Mann nur wenige Tage zuvor von seinem Hund abgeschleckt, jedoch nicht gebissen worden war.

Herzstillstand wegen Hundekontakt - Ärzte in Bremen kämpfen um Patientenleben

Der schwer erkrankte Mann, der auch an Nieren- und Lebererkrankungen litt, wurde mit einer schweren Sepsis auf die Intensivstation verlegt, doch sein Zustand verschlechterte sich rapide. Zu einer Hirnschädigung und einem Darmverschluss kam ein Herzstillstand, doch obwohl der Patient wiederbelebt werden konnte, blieb der Auslöser für die Symptome unklar, bis ein Bluttest Aufklärung brachte.Der Kontakt mit seinem Haustier sollte als Auslöser für die Symptome ermittelt werden. Die Mediziner diagnostizierten eine Infektion mit einem Bakterium namens Capnocytophaga canimorsus.

Infektion mit Capnocytophaga canimorsus ist sehr selten

Dass das Bakterium namens Capnocytophaga canimorsus über Hundebisse auf den Menschen übertragen werden kann, kommt selten vor, ist der Medizin allerdings nicht unbekannt - die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Erreger zu infizieren, liegt Medizinern zufolge bei eins zu 1,5 Millionen. Allerdings überleben nur 75 Prozent der Patienten eine Infektion mit Capnocytophaga canimorsus.

Bakterium Capnocytophaga canimorsus tötet Mann (63)

Der aktuelle Fall zeigt, dass mitunter schon der Hautkontakt mit Hundespeichel genügen kann, um gesundheitliche Probleme auszulösen. Im Fall des 63-Jährigen schlug eine medikamentöse Therapie nicht in zufriedenstellendem Umfang an - nach 16 Tagen im Krankenhaus verstarb der Patient, nachdem seine Angehörigen eingewilligt hatten, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden. Im Rahmen ihres Fachartikel appellierten die behandelnden Ärzte aus Bremen an Hundehalter, sich sofort bei einem Arzt vorzustellen, sollten sich nach Kontakt mit einem Vierbeiner ungewöhnliche grippeähnliche Symptome und Fieber einstellen. Bei einer frühzeitigen Behandlung mit Antibiotika seien die Heilungschancen aussichtsreich.

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loc/news.de

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