10.04.2020, 10.26 Uhr

Stauprognose für Ostern 2020: Leere Straßen statt Stau-Horror - Corona sei Dank

Normalerweise herrscht rund um die Ostertage "Staustufe Rot". Doch in der Corona-Krise ist alles anders: Statt Stau-Alarm und Stress auf Deutschlands Autobahnen ist mit leeren Straßen und freier Fahrt zu rechnen.

Oster-Stau? Fehlanzeige! Auf der Autobahn A4 sind derzeit nur wenige Autos zu sehen. Bild: Robert Michael / picture alliance / dpa

Ob zum Familienbesuch, zu einem späten Winterurlaub oder für einen Kurztrip an die Küste: Normalerweise herrscht rund um Ostern Ausnahmezustand auf deutschen Autobahnen, weil viele Menschen im Auto unterwegs sind. Jedoch: Normal ist in Zeiten der Corona-Krise nur noch wenig.

Stauprognose von ADAC und ACE zu Ostern 2020: Coronavirus fegt Straßen leer

Und so wird auf den Fernstraßen rund um das lange Wochenende von Gründonnerstag bis Ostermontag (9. bis 13. April) wenig los sein, teilt der Auto Club Europa (ACE) mit. Für etwas mehr Verkehr sorgen am Donnerstag und Montag lediglich Pendler, informiert der ADAC. An Baustellen oder auf den Fernstraßen in Ballungsräumen seien dann kurze Verzögerungen möglich.

Verkehrsaufkommen in Deutschland durch Coronavirus merklich gesunken

Aufgrund der bundesweit gültigen Einschränkungen sei das Verkehrsaufkommen insgesamt merklich gesunken, so der ACE. Wer unterwegs sein muss, sollte also problemlos zum Ziel kommen.

Lkw-Fahrverbot an Oster-Feiertagen wegen Coronakrise ausgesetzt

Beide Autofahrer-Clubs weisen noch darauf hin, dass man sich auch an Sonn- und Feiertagen auf Lkw-Verkehr gefasst machen müsse. Um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen, sei das ansonsten geltende Fahrverbot für Lastwagen vorerst aufgehoben worden.

Trotz leerer Straßen: Kontaktverbote ernst nehmen und längere Fahrten vermeiden

Generell gilt: Auch wenn es manchen schwerfällt, sollte man auf längere Fahrten verzichten und sich an die Kontaktbeschränkungen halten, appelliert der ACE.

Sind längere Fahrten unausweichlich, sollten sich Autofahrer vor dem Start lieber über aktuelle Einschränkungen informieren - etwa auf der Website des Innenministeriums. Viele Grenzen zu Nachbarländern sind nur in dringenden Fällen und an einzelnen Übergängen passierbar.

Trotz Coronavirus: Was planen die Deutschen zu Ostern?

Bis auf wenige Ausnahmen wollen sich die Deutschen auch an Ostern an die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise halten. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten nur 1,3 Prozent, dass sie eine mehrtägige Reise zu Verwandten, Freunden oder in ein Ferienhaus planten. Weitere 2,2 Prozent haben sich einen Tagesausflug zu einem Ziel außerhalb ihrer Heimatregion vorgenommen. 93 Prozent wollen dagegen an Ostern wie von der Bundesregierung empfohlen zu Hause bleiben und sich nur in der näheren Umgebung im Freien bewegen. 4 Prozent machten keine Angaben.

Touristische Reisen sollen in Coronakrise unterbleiben

Die Bundesregierung hatte schon Mitte März vor touristischen Reisen ins Ausland, aber auch innerhalb Deutschlands gewarnt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Touristische Unterkünfte sind seitdem geschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, an Ostern auch auf Reisen zu Verwandten oder Freunden zu verzichten. Außerdem riet sie von "überregionalen tagestouristischen Ausflügen" ab. Die einzelnen Bundesländer haben unterschiedliche Maßnahmen getroffen, um den Reiseverkehr an Ostern einzuschränken.

So reagieren die Deutschen in der Coronakrise auf Kontaktbeschränkungen

Je älter die Menschen sind, desto eher sind sie bereit, sich an die Beschränkungen zu halten. Von den über 55-Jährigen planen nur 0,7 Prozent eine mehrtägige Reise und nur 0,4 Prozent einen größeren Ausflug. Von den Befragten zwischen 18 und 34 wollen dagegen 2,2 Prozent mehrere Tage verreisen und 5,3 wollen einen größeren Tagesausflug unternehmen.

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loc/news.de/dpa

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