Bis zu 40 Cent mehr pro Liter: Tankstellen-Chef schlägt Alarm – Spritpreise könnten drastisch steigen
Kommen auf deutsche Autofahrer zum Jahreswechsel erneut stark steigende Spritpreise zu? Carsten Müller, Chef des Bundesverbands freier Tankstellen, warnte nun vor einem Horror-Szenario an den Zapfsäulen.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Tankstellen-Chef erwartet deutlich höhere Spritpreise zum Jahreswechsel
- Benzin und Diesel könnten laut Carsten Müller bis zu 40 Cent mehr pro Liter kosten
- Kritik am geplanten Spritpreisdeckel der Bundesregierung
Autofahrer in Deutschland müssen zum Jahreswechsel wohl erneut deutlich tiefer in die Tasche greifen. Carsten Müller, Chef des Bundesverbands freier Tankstellen (BFT), rechnet mit einem starken Anstieg der Spritpreise von bis zu 40 Cent pro Liter, wie er in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärte.
Tankstellen-Chef trifft düstere Prognose: Sprit könnte bis zu 40 Cent pro Liter teurer werden
Allein durch das Auslaufen des im September festgelegten Tankrabatts am 31. Dezember schlägt der volle Steuersatz auf Sprit mit 17 Cent pro Liter zu Buche. Obendrauf kommt die steigende Treibhausgasminderungsquote, die Kraftstoffanbieter zur Reduktion ihrer CO₂-Emissionen zwingt – das bedeutet weitere sieben bis zehn Cent. Zusammen mit der üblichen Preiserhöhung am Mittag von rund zehn Cent ergeben sich "locker 35 bis 40 Cent mehr pro Liter", so Müller. "Das ist dann der Moment, an dem ich nicht an der Tankstellenkasse stehen möchte."
Spritpreisdeckel sei "blanker Populismus"
Die Bundesregierung will dem drohenden Preisschock mit einem staatlich verordneten Spritpreisdeckel begegnen. Müller hält davon gar nichts: "Ein Spritpreisdeckel ist blanker Populismus", sagte er gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Sein Hauptargument: Die Einkaufskosten schwanken regional enorm. In Köln etwa zahle man für Diesel sechs und für Benzin 15 Cent pro Liter mehr als Wettbewerber in günstigeren Gegenden – allein wegen der Abhängigkeit vom Rhein als Transportweg. Ein bundesweit einheitlicher Deckel würde Betreiber in teuren Regionen "nahezu in die Pleite" treiben, während andere davon profitierten. Setze man den Deckel zu niedrig an, würden Importeure und Raffinerien ihren Kraftstoff lieber ins Ausland verkaufen.
Warnung vor Hamsterkäufen bei Diesel und Benzin
Noch vor dem 1. Januar 2027 drohe an den Tankstellen ein Ausnahmezustand. Müller kennt das Szenario bereits aus dem Auslaufen früherer Rabattaktionen: "Manche Leute füllen den Sprit in Colaflaschen ab", berichtete er. Die Folge: komplett leergetankte Stationen."Das wird sich zum Jahreswechsel wiederholen – oder sogar schlimmer werden", warnte Müller.
Werden Autofahrer an den Zapfsäulen abgezockt?
Den Vorwurf, die Branche bereichere sich an den hohen Preisen, wies Müller hingegen entschieden zurück. Tankstellenpächter verdienten gerade einmal rund 1,5 Cent pro verkauftem Liter – an einem Kaffee bleibe oft mehr hängen als an einer kompletten Tankfüllung. Gleichzeitig seien die Frachtkosten explodiert: Eine Tonne Kraftstoff per Schiff von Amsterdam nach Köln zu transportieren, koste inzwischen 110 Euro statt 15 Euro zu Jahresbeginn. Hinzu kämen multiple Krisen – vom Ukraine-Krieg über den Konflikt an der Straße von Hormus bis zum Niedrigwasser auf dem Rhein –, die den Markt unter Dauerdruck setzten. "Wir zocken niemanden ab", so Müller.
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gom/bua/news.de/stg
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