Inflation: SPD erwägt "Deutschland-Korb" für Lebensmittel
Vor allem hohe Lebensmittelpreise sind für viele Menschen mit kleinerem Geldbeutel zur Belastung geworden. Die SPD hat ein paar Ideen dagegen - und erntet gemischte Reaktionen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Gegen hohe Lebensmittelpreise wird in der SPD die Einführung eines "Deutschland-Korbs" mit bezahlbaren Lebensmitteln erwogen. Handelsketten könnten auf freiwilliger Basis einen solchen Korb mit günstigen, preisstabilen, in Deutschland produzierten Grundnahrungsmitteln aus allen wichtigen Warengruppen anbieten, heißt es in Vorschlägen des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Esra Limbacher, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Andere Medien wie die "Rheinische Post" hatten zuerst darüber berichtet. Von der SPD-Führung gab es Lob für das Konzept.
"Ziel ist eine schnelle, spürbare Entlastung und die Sicherstellung einer bezahlbaren Grundversorgung für alle", so Limbacher weiter. Vorbild sei ein ähnliches Modell in Griechenland. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigte an, bezahlbare Lebensmittelpreise und Mieten zu einem sozialdemokratischen Schwerpunkt der nächsten Zeit machen zu wollen.
Mogelpackungen im Visier
Vor dem Hintergrund der Ernährungsmesse Grüne Woche in Berlin forderte Limbacher auch weitere Maßnahmen gegen steigende Lebensmittelpreise. So solle konsequenter gegen Mogelpackungen vorgegangen werden. Denn: "Weniger Müsli in der Packung oder Zuckerwasser statt Saft führen faktisch zu höheren Grundpreisen." Nach dem Vorbild anderer EU-Länder könne zudem eine staatliche Preisbeobachtungsstelle geschaffen werden. "Sie soll die Mechanismen der Preisbildung vom Acker bis zum Supermarktregal transparenter machen und frühzeitig auf problematische Entwicklungen hinweisen."
Lob und Kritik
Linke-Chefin Ines Schwerdtner warf der SPD vor, das Thema zu spät zu entdecken. Ihr Modell sei zudem zu komplex, die Union werde einen "Deutschland-Korb" auch nicht mitmachen. "Es ist alles ganz einfach. Man könnte die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sofort streichen", forderte die Linke-Chefin stattdessen.
Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, hingegen lobte die SPD für ihre Vorschläge. "Die Zeit drängt, denn die hohen Preise belasten die Privathaushalte", sagte Pop. "Es braucht endlich eine klare Kennzeichnung von Mogelpackungen." Eine staatliche Preisbeobachtungsstelle wäre auch ein wichtiger Schritt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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