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Extremer Sonnensturm: Internet-Apokalypse befürchtet! Wissenschaftler warnen vor Horror-Szenario

Ein schwerer Sonnensturm kracht zwar nur selten auf die Erde, doch die Folgen sind umso dramatischer. Im schlimmsten Fall killt ein solcher geomagnetischer Sturm das komplette Internet. Wissenschaftler fordern Notfallpläne.

Ein schwerer Sonnensturm könnte massive Auswirkungen auf die Menschheit haben. Bild: AdobeStock / James Thew

Im Jahr 1859 krachte der bisher gewaltigste wissenschaftlich beobachtete Sonnensturm auf die Erde - das Carrington-Ereignis. Der magnetische Sturm sorgte nicht nur für Polarlichter in Äquatornähe sondern auch massive Schäden am weltweiten Telegrafennetz. Starkströme schossen durch die Leitungen, schlugen Funken und setzen Telegrafenpapiere in Brand. Am 25. Mai 1967 löste ein Sonnensturm beinahe einen Atomkrieg aus, weil die Radaranlagen des US-Raketenwarnsystems massiv gestört wurden. In den späten 80ern führte ein geomagnetischer Sturm in Québec zu einem neunstündigen Stromausfall. Das Schlimme: Jederzeit könnte ein schwerer Sonnensturm auf die Erde treffen. Die Auswirkungen auf unsere hochtechnologisierte Welt wären dramatisch. Wissenschaftler warnen vor einer Internet-Apokalypse - mit dramatischen Folgen.

Internet-Apokalypse! Wissenschaftler warnen vor den fataler Folgen extremer Sonnenstürme

Während die Auswirkungen von Sonnenstürmen auf die globale Stromversorgung relativ gut erforscht sind, hinkt die Wissenschaft beim Internet hinterher. Auf der Sigcomm-Konferenz 2021 warnte Sangeetha Abdu Jyothi von der University of California nun vor denfatalen Folgen solarer Superstürme auf die Internet-Infrastruktur. "Unsere Infrastruktur ist nicht auf ein Solargroßereignis vorbereitet. Wir haben nur sehr begrenzte Kenntnisse über das Ausmaß des Schadens", sagte Abdu Jyothi gegenüber "Wired". "Was mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, ist, dass wir mit der Pandemie gesehen haben, wie unvorbereitet die Welt war. Es gab kein Protokoll, um effektiv damit umzugehen, und das Gleiche gilt für die Widerstandsfähigkeit des Internets." Zahlreiche Prozesse sind existenziell auf das Netz angewiesen. Ein schwerer Sonnensturm könnte das Internet für Monate lahm legen. Ganze Kontinente könnten voneinander abgeschnitten sein.

Düsteres Szenario: Extremer Sonnensturm kracht auf Erde - Internet monatelang unbrauchbar

Da Glasfaserkabel nicht durch geomagnetische Stürme beeinflusst werden, seien regionale und lokale Verbindungen nur einem geringen Risiko ausgesetzt. Anders sieht es jedoch bei langen Unterwasser-Internetkabeln aus. Sie verbinden ganze Kontinente miteinander. Das Signal wird von Repeatern im Abstand von 50 bis 150 Kilometern verstärkt. Ein massiver Sonnensturm könnte zum Ausfall der Repeater führen und die Verbindung kappen. Besonders anfällig sind die Regionen, die näher an den magnetischen Polen liegen. Verbindungen in Äquatornähe haben ein geringeres Risiko. 

Um die Folgen für die Menschheit abzuwenden, fordert Abdu Jyothi Belastbarkeitstests. Nach einem koronalen Masseauswurf hat man mindestens 13 Stunden bis maximal drei Tage Zeit, um sich auf die Ankunft des Sonnensturms vorzubereiten. Infrastrukturbetreiber:innen könnten daher Abschaltstrategien für den Ernstfall zu entwickeln, um einen möglichen Konnektivitätsverlust während und nach dem Aufprall zu minimieren.

7 Milliarden Euro Schaden pro Tag ohne Internet allein in den USA

Fällt das Internet aus, wären die Auswirkungen dramatisch. Allein in den USA sollen sich die wirtschaftlichen Folgen eines einzigen Tages ohne Internet auf sieben Milliarden Dollar beziffern. Kaum vorstellbar, was passieren würden, wenn das Netz mehrere Tage oder sogar Monate nicht funktioniert. Kritische Daten und Funktionen von Suchmaschinen, Finanzdienstleistern und sensiblen Infrastrukturen wie Krankenhäuser sollten laut Wissenschaftlerin daher dezentralisiert werden.

Extreme Sonnenstürme sind zwar äußerst selten, doch sie können auftreten. Pro Jahrzehnt soll die Wahrscheinlichkeit von Weltraumwetter mit direkter Wirkung auf die Erde soll bei 1,6 bis 12 Prozent liegen.

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bua/sig/news.de

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