Michael Schumacher: "Er bezahlte dafür sehr teuer!" Nach diesem Angriff platzt Schumis Ex-Manager der Kragen

Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die Jean Todt seinen einstigen Schützling Michael Schumacher in einem Podcast macht. Schumis Ex-Manager Willi Weber reagiert fassungslos und nimmt die Formel-1-Legende mit deutlichen Worten in Schutz.

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Ein Herz und eine Seele: Willi Weber stand Michael Schumacher lange Jahre als Manager zur Seite. (Foto) Suche
Ein Herz und eine Seele: Willi Weber stand Michael Schumacher lange Jahre als Manager zur Seite. Bild: picture alliance/dpa | Felix Heyder
  • Michael Schumacher unter Verdacht: Jean Todt äußert brisante Schumi-Theorie
  • Ex-Ferrari-Teamchef unterstellt Michael Schumacher Vorsatz bei F1-Crashs
  • Willi Weber platzt der Kragen: Langjähriger Wegbegleiter nimmt Schumi in Schutz

Es gibt Momente, die Formel-1-Fans im Allgemeinen und Bewunderer von Michael Schumacher auch Jahre später nicht vergessen: Zu den Augenblicken, als Motorsport-Enthusiasten voller Spannung den Atem anhielten, dürften das finale Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1997 beim Großen preis von Europa in Jerez de la Frontera sowie der Große Preis von Monaco vom 28. Mai 2006 gewesen sein.

Michael Schumacher unter Verdacht: Jean Todt äußert brisante Formel-1-Vorwürfe

Auch die französische Motorsport-Legende Jean Todt hat die beiden Rennen bis heute in bester Erinnerung und nutzte einen Gastauftritt im "High Performance"-Podcast von Jake Humphrey, Otmar Szafnauer und Rob Smedley, um die F1-Meilensteine Revue passieren zu lassen. Allerdings geriet der Rückblick zu einer erbitterten Abrechnung mit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, für den Jean Todt wenig ehrende Worte übrig hatte, die in der am 10. April 2026 veröffentlichten Episode "The Mastermind Behind Ferrari And Schumacher's Dominant Era" zu hören ist.

Jean Todt rechnet mit Michael Schumacher ab: Waren die beiden Formel-1-Unfälle Vorsatz?

Die Anschuldigungen, die der frühere Ferrari-Teamchef Jean Todt gegen seinen einstigen Schützling Michael Schumacher erhob, wiegen schwer. Gleich zwei umstrittene Momente in Schumis Bilderbuch-Karriere bezeichnete der 80-jährige Franzose als vorsätzliche Aktionen. Zum WM-Finale 1997 in Jerez, als Michael Schumacher und Jacques Villeneuve aneinander gerieten, sagte Todt über Schumi: "Er ist absichtlich gegen ihn gecrasht, aber er hat es schlecht gemacht." Die Kollision mit Jacques Villeneuve sei "ein Fehlgriff" gewesen, "er war unnötig". Auch das Qualifying-Manöver beim Monaco-Grand-Prix 2006 ordnete Todt als bewusste Aktion ein: "So kostete es ihn die Weltmeisterschaft, wie 2006 in Monte Carlo mit Fernando Alonso, als er sich absichtlich drehte." Über Schumacher urteilte Todt generell: "Jedes Mal, wenn er die Kontrolle verlor, bezahlte er dafür sehr teuer."

Schumi-Manager Willi Weber reagiert fassungslos auf Todts Äußerungen und nimmt Michael Schumacher in Schutz

Schumachers langjähriger Manager Willi Weber zeigte sich gegenüber dem "Express" erschüttert über die Aussagen seines früheren Weggefährten. "Da bin ich erstmal sprachlos. Warum sagt er sowas?", fragte Weber. Besonders kritisierte er den Zeitpunkt der Äußerungen. "Und dann auch noch in Michaels schwieriger Situation", betonte der ehemalige Manager mit Blick auf die schweren Gehirnverletzungen, die der siebenmalige Weltmeister bei seinem tragischen Skiunfall Ende 2013 erlitten hatte.

Todt hatte Schumacher damals noch gegen alle Vorwürfe in Schutz genommen. Dass er nun, mehr als zwölf Jahre nach dem Unfall und fast drei Jahrzehnte nach den umstrittenen Vorfällen, mit derart belastenden Aussagen an die Öffentlichkeit geht, stößt bei Weber auf völliges Unverständnis.

Michael Schumachers Wegbegleiter weist Absichtsvorwürfe entschieden zurück

In der Sache widersprach Weber den Anschuldigungen deutlich. "Wer Michael kennt, weiß, dass keine Absicht dahintersteckte", erklärte er zum Zusammenstoß in Jerez. Das Manöver sei zwar hart gewesen, aber notwendig, um seine Position und den möglichen Titel zu verteidigen. Weber verwies auf vergleichbare Situationen in der Formel-1-Geschichte: "Da haben wir schon viel heftigere Manöver im WM-Kampf gesehen. Denken Sie nur an Ayrton Senna gegen Alain Prost." Auch beim umstrittenen Qualifying in Monaco habe es sich nicht um Absicht gehandelt. "Wo kommen wir denn hin, wenn auch ein siebenmaliger Weltmeister wie Michael keine Fehler mehr machen darf?", fragte Weber. Selbst die besten Fahrer seien nicht vor Fehlern gefeit.

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Ein Rückblick auf die Motorsport-Kontroversen: Beim Saisonfinale 1997 in Jerez kämpften Michael Schumacher und Jacques Villeneuve um den Titel. Nur ein Punkt trennte die beiden Rivalen vor dem letzten Rennen. In Runde 48 versuchte der Kanadier, Schumacher in der Dry-Sac-Kurve zu überholen. Der Deutsche lenkte daraufhin stärker ein, was zur Kollision führte. Während Villeneuve weiterfahren und Weltmeister werden konnte, schied Schumacher aus. Die FIA erkannte ihm anschließend sämtliche WM-Punkte der Saison ab.

Beim Monaco-Grand-Prix 2006 ereignete sich der zweite umstrittene Vorfall. Im entscheidenden Qualifying-Abschnitt fuhr Schumi zunächst die schnellste Zeit. Dann blieb sein Ferrari in der engen Rascasse-Kurve stehen und blockierte die Ideallinie. Fernando Alonso konnte seine schnelle Runde nicht mehr verbessern. Die Rennleitung wertete dies als fingiertes Manöver und versetzte Schumacher ans Ende des Starterfeldes.

Schumi-Manager stellt Jean Todts Motive infrage

Der ehemalige Manager hinterfragt offen die Beweggründe des früheren Ferrari-Chefs. "Das ist so lange her und ausgiebig analysiert. Will er sich etwa nachträglich von etwas reinwaschen?", fragte Weber. Den Kontakt zu Todt hat Weber nach eigenen Angaben längst abgebrochen. "Ich habe keinen Kontakt mehr zu Jean, den habe ich nach dem Unfall abgebrochen, weil mich das alles nur an Michaels trauriges Schicksal erinnert hätte", erklärte er. Den früheren FIA-Präsidenten bezeichnete Weber als "kleinen Napoleon".

Persönlich nachfragen wolle er bei Todt nicht. Weber kämpft selbst mit gesundheitlichen Problemen nach einer Wirbelsäulen-Operation und einem leichten Schlaganfall. Zudem belastet ihn ein Raubüberfall auf seine Villa im Dezember 2025, bei dem er und seine Frau überfallen wurden.

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