Tourismus News: Schweizer droht nach Kritik an Balis "Tag der Stille" längere Haft

Ein kritischer Instagram-Post zum "Tag der Stille" auf Bali hat für einen Schweizer Touristen juristische Konsequenzen. Er wurde festgenommen und angeklagt. Welche Strafe droht?

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Auf Bali hat die Polizei einen Schweizer Staatsbürger wegen mutmaßlicher Beleidigung des wichtigen hinduistischen Feiertags Nyepi festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, soll der Mann auf Instagram abfällige Bemerkungen über den berühmten "Tag der Stille" veröffentlicht haben, den höchsten Feiertag auf der indonesischen Insel.

Das hatte auf Bali für große Empörung gesorgt, auch die Behörden wurden am vergangenen Freitag auf den Post aufmerksam. Für den Schweizer könnten seine Äußerungen nun schwerwiegende Konsequenzen haben.

Welche Regeln gelten am Feiertag Nyepi?

Die tief religiöse Bevölkerung hatte Nyepi am vergangenen Donnerstag gefeiert. An diesem Tag, der auch das balinesische Neujahr markiert, gelten strenge Regeln – auch für Touristen. Niemand darf auf die Straße, der Verkehr ruht komplett, und selbst der internationale Flughafen Ngurah Rai bleibt geschlossen: Kein Flug startet oder landet.

Ermittler identifizierten den Beschuldigten nach eigenen Angaben rasch und nahmen ihn fest, wie die indonesische Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete. Dem Mann wird vorgeworfen, über soziale Medien Inhalte verbreitet zu haben, die religiösen Hass schüren könnten.

Verdächtigem drohen fünf Jahre Haft

Er wurde nach einem entsprechenden Paragrafen des indonesischen Strafrechts angeklagt, der die Online-Verbreitung solcher Inhalte unter Strafe stellt. Ihm drohen Berichten zufolge bis zu fünf Jahre Haft. Die Behörden sicherten derweil Beweise, darunter das Mobiltelefon des Verdächtigen, und befragten Zeugen. Weitere Details, etwa zum Alter des Verdächtigen, wurden zunächst nicht bekannt.

Bali ist innerhalb Indonesiens - dem größten muslimischen Land der Erde - die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert. Am "Tag der Stille" kontrollieren lokale Sicherheitskräfte die Einhaltung der Vorschriften. Von Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten - Touristen dürfen sich aber meist in ihren Hotelanlagen frei bewegen.

Die "Insel der Götter" zieht jährlich Millionen ausländischer Besucher an. Der Massentourismus sorgt aber auch zunehmend für Probleme. Immer wieder beklagt die Regionalregierung Vorfälle mit Touristen, die ihr Visum überziehen, illegal arbeiten oder sich respektlos gegenüber Einheimischen und religiösen Traditionen verhalten. Mittlerweile greifen die Behörden immer härter durch und reagieren unter anderem mit Abschiebungen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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